Charles Leclerc wurde beim Formel-1-Rennen in Abu Dhabi unverhofft zu Max Verstappens letzter WM-Hoffnung. Auf der Jagd nach einem letzten Podium in einer desaströsen Ferrari-Saison, heizte er Lando Norris auf dessen Weg zum WM-Titel ordentlich ein. Die aggressive Strategie parierte der neue Champion jedoch mit Bravour. Leclerc ist froh, dass 2025 für ihn vorbei ist - und hätte von Max Verstappen im Finale etwas anderes erwartet.
"Ich hatte von Max erwartet, dass er am Anfang oder am Ende des Rennens ein paar Spielchen spielt, aber er hat nichts davon getan", konstatiert Charles Leclerc verwundert gegenüber Motorsport-Magazin.com.. Nicht wenige hatten damit gerechnet, dass sich der Red-Bull-Star einer ähnlichen Strategie wie Lewis Hamilton im WM-Finale 2016 gegen Nico Rosberg bemächtigen könnte. Der Brite hatte seinen Mercedes-Teamkollegen damals mit langsamer Pace den Angriffen der Konkurrenz ausgesetzt.
Max Verstappen bleibt im WM-Finale sauber, Charles Leclerc jagt Lando Norris
Verstappen hingegen gewann von der Pole Position aus den Start, fuhr auf und davon und blickte nie wieder zurück. Stattdessen war es Charles Leclerc, der zum Zünglein an der Waage für die WM-Ambitionen des Lando Norris zu werden drohte. Er lag nach dem Start auf Platz vier hinter dem McLaren-Fahrer und folgte diesem wie ein Schatten. In Runde 17 kamen beide gemeinsam an die Box. Es war die Reaktion auf den Pitstop von George Russell zwei Runden zuvor. Mercedes hatte den Briten an P5 liegend auf den Undercut gegen Norris und Leclerc angesetzt.
Damit waren Leclerc im Kampf gegen Norris erstmal die Hände gebunden. "Den Overcut hätten wir nicht versuchen können, weil George ziemlich hart gepusht hat und wir dann den Undercut von ihm kassiert hätten", erklärt Leclerc. Nach seinem Wechsel von Medium auf Hard kam er auf P10 weniger als eine Sekunde vor George Russell zurück auf die Strecke. Der vor ihm liegende Norris und er kämpften sich daraufhin durchs Verfolgerfeld auf die Plätze drei und vier zurück.
Ferrari greift mit dem Mut zur Verzweiflung nach letztem F1-Podium 2025
In Runde 39 von 58 lag Leclerc rund sieben Sekunden hinter Norris und kam für den Wechsel zurück auf Medium ein zweites Mal zum Pitstop. "Ich habe den zweiten Boxenstopp gemacht, um mehr Druck auf McLaren auszuüben. Es ging darum, einfach etwas anderes zu vesuchen", so Leclerc. McLaren reagierte einen Umlauf später allerdings sofort mit Norris, der nach seinem Reifenwechsel für Medium mühelos vor ihm blieb.
"Lando hat mich natürlich kopiert. Er hat es nicht so spannend gemacht", konstatiert Leclerc. In der Schlussphase erhöhte er den Druck auf Norris, fuhr dabei in Runde 45 die Fastest Lap des Rennens. Doch der parierte und im Ziel lag der neue Champion immer noch sechs Sekunden vor ihm. "Ich hatte nicht erwartet, dass wir so schnell sein würden. Wir hatten teilweise die gleiche Pace wie die Jungs vorne", so Leclerc überrascht. Die Strategie war für ihn auch ohne den Sprung aufs Podest die richtige Entscheidung. "Die Einstopp-Strategie war schon die richtige. Aber auf derselben Strategie wie Lando hätte ich ihn sowieso nicht überholt.
Charles Leclerc macht Haken an schreckliche Ferrari-Saison 2025
Teamkollege Lewis Hamilton fuhr mit einer alternativen Strategie von Startplatz 16 bis auf P8 vor und unterstrich damit eine überraschend solide Rennpace der Scuderia. Für Leclerc kam dieser späte Trend überraschend. "Ich kann es nicht erklären, aber ich denke, wir verstehen es. Nur haben wir kein weiteres Rennen, um es zu beweisen. Es ist das letzte Rennen des Jahres, und auch das letzte mit diesen Autos, also spielt es keine Rolle", so der 28-Jährige.
In der Gesamtwertung 2025 belegte Ferrari schlussendlich nur Platz vier, nachdem das Team bis zum 17. Saisonrennen in Baku noch Platz zwei bei den Konstrukteuren gehalten hatte. Danach ging es nur noch bergab. Leclerc ist froh, dass er mit dem Kapitel 2025 endlich abschließen kann: "Während der Saison musste ich Rennen über Rennen den Mut bewahren, versuchen, die Enttäuschung nicht an mich heranzulassen. Aber jetzt, wo es vorbei ist, will ich mich nur ausruhen. Ich will zwei Wochen Urlaub machen und diese Saison vergessen, die sehr enttäuschend war."


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