Lando Norris ist Formel-1-Weltmeister 2025! Doch auf dem Weg zu seinem ersten Titel kam es in Abu-Dhabi zu einer kontroversen Situation, die zwischenzeitlich den ansonsten an diesem Abend ungefährdeten WM-Triumph des McLaren-Piloten in Gefahr zu bringen schien. Die Stewards schauten sich nämlich ein Überholmanöver des Briten genauer an.

Als Norris in Runde 23 Verstappen-Teamkollege Yuki Tsunoda überholt hatte, war er auf der langen DRS-Geraden vor Kurve 6 mit allen vier Reifen neben die Strecke geraten. Also faktisch ein Überholmanöver außerhalb der Streckenlimits. Bange Minuten brachen für das McLaren-Lager an, ehe in Runde 29 Entwarnung gegeben würde. No further action! Also keine weitere Untersuchung gegen Norris.

Lando Norris überholt neben der Strecke: Deshalb gab es keine Strafe

Objektiv betrachtet war Norris unstrittig mit allen Reifen neben der Strecke gewesen. Also warum die Entscheidung? Die Stewards klärten auf: In ihren Augen hatte sich stattdessen in jener Situation Tsunoda schuldig gemacht, indem er nämlich mehrfach auf der Geraden seine Linie gewechselt hatte.

"Der Fahrer von Auto #4 (Norris) überholte Auto #22 (Tsunoda) neben der Strecke", hielten sie fest, "allerdings geschah dies, weil der Fahrer von Auto #22 mehrere Linienwechsel gemacht hatte, um seine Position gegen Auto #4 zu verteidigen", so die Stewards. Falls Tsunoda diese illegale Manöver nicht unternommen hätte, wäre Norris nicht neben die Strecke gekommen, sind die Rennkommissare überzeugt.

"Darüber hinaus sehen die Driving Standard Guidlines vor, dass wenn ein Fahrzeug 'von der Fahrbahn gedrängt wird' (was hier effektiv der Fall war), das nicht als Verstoß gegen die Streckenlimits an", fügten die Stewards noch dazu. Yuki Tsunoda zeigte kein Verständnis für diese Entscheidung. Er glaubte, dass er sich nichts zu Schulden kommen gelassen habe. "Ich versuchte den Windschatten zu brechen. Jeder tut das", so Tsunoda.

Lando Norris hingegen wurde gar nicht erst über die Untersuchung informiert. Er sei seiner eigenen Aussage zufolge nie darüber in Sorge gewesen, dass sein Überholmanöver neben der Strecke eine Strafe nach sich ziehen gekonnt hätte. "Ich wusste, dass das, was ich getan habe, in Ordnung war", war er überzeugt.

Was ein hoch emotionaler Norris nach seinem Titelgewinn sonst zu sagen hatte, könnt ihr hier nachlesen:

Vor seinem zweiten Boxenstopp hatte Norris übrigens schon einen Vorsprung von über fünf Sekunden auf Charles Leclerc aufgerissen, der hinter ihm auf P4 ins Ziel kam. Im Falle einer Strafe wäre er wohl ohnehin weit genug vorne gewesen um P3 und damit den Formel-1-Titel auch so sicher ins Ziel zu bringen.