Die Formel 1 will 2027 mit der 60:40-Regel zurück zu mehr Verbrennerleistung und damit zu einem höheren Kraftstoffdurchfluss. Das Problem dabei: Mehr Benzin erfordert größere Tanks und folglich ein überarbeitetes Chassis. Da dies nach nur einer Saison im neuen Reglement zu einer Kostenexplosion bei den Teams führen würde, steht in der neuen Bonusfolge des AvD-Motorsport-Magazins eine alte Idee im Raum: die Rückkehr des Nachtankens. F1-Experte Christian Danner schließt das jedoch kategorisch aus.

"Das ist ein Thema, das unglaublich kompliziert ist, irrsinnige Kosten verursacht und gleichzeitig immer noch mit einem riesigen Restrisiko behaftet ist", erklärt Danner energisch. "Also ich glaube, wir sind sehr gut damit gefahren, nicht mehr nachzutanken. Das, was wir vor uns haben, mit 60:40, ist auch ohne irgendwelche großen Veränderungen möglich."

Nachtanken in der Formel 1 für Danner tabu

Das Argument der Teams und Fahrer, dass die derzeitigen Tanks in den Boliden zu klein seien, lässt Danner nicht gelten. "Ich glaube ihnen nicht, dass die Tanks so klein sind, dass da nicht genug Sprit reinpasst", äußerte sich der F1-Experte kritisch. "Und selbst wenn es so wäre, gäbe es genügend Möglichkeiten, das in den Griff zu bekommen."

Eine dieser Optionen wäre schlicht und einfach, Benzin während des Rennens zu sparen. Danner, der von 1985 bis 1989 selbst in der Formel 1 unterwegs war, weiß genau, wie es ist, wenn mit dem Kraftstoff gehaushaltet werden muss, um überhaupt die Ziellinie zu erreichen.

"Ich musste damals den Ladedruck runterdrehen, was natürlich blöd war, weil ich dann 20 oder 30 PS weniger Leistung hatte", erklärt er. "Aber ich will damit verdeutlichen, dass es so viele normale Dinge gibt, die man machen kann." Und wenn nichts davon den gewünschten Effekt zeigt? "Dann musst du halt ein neues Chassis bauen, das ist dann einfach so", meint Danner pragmatisch.

Danner fordert Kooperation der F1-Teams

Einer, dem die geplante Änderung hin zu mehr Motorenleistung direkt in die Karten spielen würde, ist Max Verstappen. Der Niederländer gilt als erklärter Gegner des Energiemanagements und drohte offen mit dem Rücktritt, sollte die Formel 1 nicht wieder einen Schritt in Richtung Verbrennungsmotor gehen. Um die Regeländerung für 2027 aber zu finalisieren, ist die Bereitschaft der Hersteller gefragt.

"Es braucht das Entgegenkommen der Teams und kein politisches Taktieren", fordert Danner. Seiner Meinung nach täte die Formel 1 gut daran, Verstappen in der Königsklasse zu halten. "Ich glaube, Verstappen ist für die Formel 1 von unglaublicher Wichtigkeit. Das ist schon ein ganz Großer."

Aber nicht nur deshalb sollte ein Schritt zurück zum Verbrenner gemacht werden. "Auch alle anderen wären viel besser aufgestellt mit mehr Verbrenner- und weniger Elektroleistung. Dann hätten wir wieder eine viel bessere Fahrbarkeit", ist sich Danner sicher.

Um das 60:40-Konzept für 2027 durchzusetzen, braucht es eine sogenannte Supermehrheit - also die Zustimmung von vier der sechs Power-Unit-Hersteller. Warum das zum Problem werden könnte, erklärt euch Christian in diesem Video.

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