Oscar Piastri tat beim letzten Formel-1-Rennen 2025 in Abu Dhabi alles in seiner Macht stehende. Der WM-Titel war für ihn trotz allem außer Reichweite. Am Ende blieb nur die Gratulation an McLaren-Teamkollege und Weltmeister Lando Norris. Die Achterbahnfahrt seines ersten Titelkampfes in der F1 wird dem Australier eine Lehre sein. Er gibt sich für den Moment geschlagen, doch er will zurückschlagen.
"Ich habe da draußen nichts unversucht gelassen. Wir haben bei der Strategie ein bisschen gezockt, um uns andere Optionen zu geben, in der Hoffnung, dass die Sterne für uns richtig stehen, aber schlussendlich ist das nicht eingetreten", so Oscar Piastri nach Platz zwei im 24. und letzten Saisonrennen. Der Australier war von Position zwei gestartet und hatte Norris mit einem sehenswerten Manöver noch auf der Startrunde kaltgestellt. Danach wurde das Rennen zu einem Wartespiel.
Während sich Norris hinter ihm mit Charles Leclerc und George Russell beschäftigte, folgte er Rennsieger Max Verstappen und spekulierte mit einem langen ersten Stint auf eine späte Neutralisierung - doch die kam nicht. "Das war heute das Maximum. Auf die Pace von Max hatten wir keine Antwort, daher bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Wir konnten nicht mehr tun", sagt der 24-Jährige, der in der WM-Tabelle letztendlich auf P3 landete, 13 Punkte hinter Norris.
Oscar Piastri gratuliert Lando Norris zum WM-Titel
"Er ist ein verdienter Sieger", gratuliert Piastri seinem Rivalen, mit dem er sich seit dem Saisonauftakt in Melbourne den WM-Kampf lieferte. "Wir haben uns drei Jahre lang gegenseitig gepusht, besonders diese Saison war es enger als je zuvor. Er hatte eine großartige Saison, was wohl für alle drei von uns gilt. Aber wir zwei im gleichen Auto hatten unsere Aufs und Abs. Letztendlich hatte er eine gute Saison und ist ein verdienter Champion."
Lando Norris gibt das Kompliment gerne zurück: "Ich bin froh, dass ich Oscar in den letzten drei Jahren hatte, auch wenn er noch etwas weniger Erfahrung hat als ich. Ich habe viel von ihm gelernt und er hat mich oft in den Schatten gestellt. Ich wäre ohne ihn nicht der Fahrer, der ich heute bin. Das Gleiche gilt auch für Carlos [Sainz] und Daniel [Ricciardo], aber Oscar hat mich dazu gebracht, noch tiefer zu graben als je zuvor, denn zur Saisonhalbzeit war er besser als ich und hat konstant bessere Arbeit geleistet", so der frischgebackene Champion, dem die WM-Ambition zur Saisonmitte beinahe abhanden kam. Stattdessen hatte der Rivale die WM-Spitze unter Kontrolle.
Nach dem 15. Rennwochenende in Zandvoort hatte Piastri zwischenzeitlich 34 Punkte Vorsprung, doch im letzten Saisondrittel war Norris für ihn nicht zu schlagen. "Ich hätte mir natürlich ein anderes Ende gewünscht, aber ich habe über mich als Rennfahrer und als Person viel gelernt", so Piastri, der mit sieben Siegen gleich viele Saisonerfolge wie Norris feierte. "Wenn du mir diese Saison am Anfang mit so vielen Poles und Siegen präsentiert hättest, wäre ich glücklich gewesen. Aber in den schweren Momenten lernst du am meisten über dich selbst, und wie du in Zukunft stärker wirst. Ich bin enttäuscht, aber ich kann auf diese Saison auch stolz sein."
Kampfansage an Lando Norris für Formel 1 WM 2026
Eine der Lehren aus 2025 ist, dass der Teamkollege auch als Weltmeister schlagbar ist. "Ich denke nicht, dass das irgendetwas änden wird. Er hatte natürlich dieses Jahr eine tolle Saison und ist ein verdienter Champion, aber er ist immer noch Lando Norris. Es ist nicht so, dass er zu Superman geworden ist", gibt sich Piastri angrifflustig. "Ich denke nicht, dass sich etwas ändert. Ich erwarte natürlich Fairness und Gleichheit im Team. Aber ich habe keine Sorgen, dass sich in der Hinsicht irgendetwas ändern wird", sagt er weiter.
Wenn auch von Medien und Fans häufig in Frage gestellt, machte die von McLaren mit den 'Papaya Rules' stets betonte Fairness den WM-Kampf zwischen ihm und Norris für ihn überhaupt erst möglich."Klar gibt es manchmal Spannungen, aber Lando und ich sind bessere Fahrer geworden, weil wir uns ans Limit gepusht haben. Macnhmal ist das für alle unbequem, aber letztendlich eine gute Sache. Wir hatten über das Jahr viele Gespräche und werden die auch in der Winterpause haben, ob wir Dinge anders machen wollen. Aber am Ende haben sie uns beiden die bestmögliche Chance gegeben. Mehr kannst du nicht verlangen."
McLaren CEO Zak Brown sorgte noch nach dem Finish dafür, den geschlagenen Piastri wieder aufzubauen. Inmitten der Feierlaune um den Norris-Titel fand er aufmunternde Worte, mit denen er im Vorjahr auch Norris nach dessen Niederlage gegen Max Verstappen motiviert hatte. "Er ist ein zukünftiger Weltmeister", so der US-Amerikaner über Piastri. "Es ist ein grausamer Sport, manchmal läuft es für dich, manchmal nicht. Ich freue mich darauf, nächstes Jahr mit diesen beiden Fahrern Rennen zu fahren."


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