Die Formel-1-Saison 2025 hat viele unvergessliche Momente geliefert. Die Motorsport-Magazin.com -Redakteure verraten ihren persönlichen Formel 1-Moment des Jahres.

Eddas Top-Moment(e): Synchron-Flug und Depressionshügel

269 Tage Formel 1 und ich darf nur einen Moment auswählen? Unmöglich. Angefangen bei Max Verstappens Aufholjagd (in Brasilien und der WM), über Debütpodien von Rookies und Routiniers, bis hin zu sensationellen Überholmanövern von Oscar Piastri (alle) und Charles Leclerc (gegen George Russell in Austin) hat die Saison 2025 zu viele gute Momente hervorgebracht.

Zwei sind mir aber schneller in den Sinn gekommen als andere: Als Erstes das Überholmanöver von Verstappen und Leclerc gegen die McLaren-Piloten im Belgien-Sprint. Mit 350 km/h die Gerade hinunterzurasen und sich kaltschnäuzig vor schnellere Autos zu drängen, ist pures Racing – und dann auch noch im Synchron-Flug! Der zweite Moment ist Leclerc auf dem Hügel der Depression nach seinem Ausfall in Zandvoort. Weder ich, die dortigen Fotografen noch die internationale TV-Regie konnten genug davon bekommen. Ich sollte mir ein Bild davon einrahmen lassen…
von Edda Holweg

Charles Leclerc (Ferrari) nach seinem Unfall mit Kimi Antonelli (Mercedes) beim Formel-1-Rennen in Zandvoort (Niederlande).
Charles Leclerc in Zandvoort ist ein Sinnbild für Ferraris Saison 2025 gewesen, Foto: Imago / PsnewZ

Louis' Top-Moment: Nico Hülkenbergs goldener Moment

2025 gab es viele großartige Momente. Ich denke da an Verstappens zwischenzeitliche Aufholjagd, an mehrere Podien für Carlos Sainz in seinem ersten Jahr bei Williams oder an Isack Hadjars Debüt-Podium in Zandvoort. Ich bin nun einmal ein Fan von Außenseiter-Geschichten. Deswegen ist mein Lieblings-Moment die wohl größte Außenseiter-Geschichte des Jahres.

Nach über 15 Jahren und über 200 Rennen sicherte sich Nico Hülkenberg in einem chaotischen Rennen in Silverstone sein erstes F1-Podest. Und was für eins das war! Hülkenberg brachte P3 vor Silverstone-Meister Lewis Hamilton ins Ziel. Das hat Bände gesprochen und dem Ganzen noch eine Extra-Note verliehen. Zumindest bei mir haben die Nerven bis in die letzte Runde geflattert. Adieu, Nico-Hülkenberg-Podest-Memes und Chapeau, Nico Hülkenberg!
von Louis Budweg

Florians Top-Moment: Weltmeister auf der Nordschleife

Knappe WM gut und recht, aber nichts schlägt nach dieser Formel-1-Saison das, was Max Verstappen auf dem Nürburgring getan hat. Zunächst der 'Prolog' im Mai mit einem 'Geheimtest' unter dem Pseudonym Franz Hermann, gefolgt von Meldungen über einen potenziellen Rundenrekord, der gleich eine kleine Kontroverse unter einigen GT3-Fahrern auslöste. Mit vermeintlich erloschenen Titelchancen machte der Red-Bull-Pilot dann im September aus der Not eine Tugend und holte sich nach etwas Zittern die Nordschleifen-Permit. Zwei Wochen später krönte der Jungpapa sein Abenteuer auch noch mit einem imposanten Sieg im NLS-Rennen.

Solche Geschichten lassen mein Rennsport-Herz höherschlagen. Erst recht, wenn der beste Fahrer der Welt sich dann auch nicht zu schade ist, an einem F1-freien Wochenende die Schulbank zu drücken oder mit einem gedrosselten GT4-Auto zu fahren. Ganz ohne irgendwelche Extrawürste. Folgt dieses Jahr die große Klimax dieses Abenteuers beim 24h-Rennen? Man möchte ja beinahe schon hoffen, dass der Red Bull 2026 nicht titelfähig ist, und Verstappen im Mai freies Geleit für einen Ausflug auf eine der schönsten Rennstrecken der Welt bekommt.
von Florian Niedermair

McLaren-Team jubelt nach Gewinn der Konstrukteursweltmeisterschaft
Jubelstimmung bei McLaren nach dem Saisonfinale, Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Kerstins Top-Moment: McLaren zurück am Gipfel des Motorsports

Ich saß vor dem Fernseher als McLaren sich 1998 das Titel-Double sicherte. 27 Jahre später mitzuerleben, wie McLaren in Abu Dhabi dieses Meisterstück wieder gelingt, war schon ein besonderer Moment für mich. Die Truppe aus Woking hätte es für mich persönlich in der Fahrerwertung nicht so spannend machen müssen, aber der Formel-1-Show hat der Dreikampf definitiv gut getan.

Entsprechend war mein Top-Moment als in Abu Dhabi in der Papaya-Box die Champagnerkorken knallten. Ich fand’s gut, dass sich Lando Norris im Saisonfinale durchgesetzt und Ausnahmepilot Max Verstappen nach vier Jahren vom Thron stieß. Nicht nur, weil er damit all seine Kritiker – er sei zu weich, zu unentschlossen, zu unernst und schon gar nicht abgebrüht genug für einen Champion – Lügen strafte, sondern auch, weil er nach dem unverschuldeten Defekt in Zandvoort und einem 34-Punkte-Rückstand stark zurückmeldete und für mich verdient Weltmeister wurde.
von Kerstin Hasenbichler

Christians Top-Moment: Hülkenbergs Podiumfahrt

Aus deutscher Sicht waren wir über zwei Jahrzehnte mit Formel-1-Erfolgen verwöhnt, hatten Fahrer en masse und zeitweise zwei Grands Prix im eigenen Land. Zuletzt war es allerdings etwas durchwachsen: Kein GP, nur ein Fahrer und Erfolge bedeuteten Punkte-Resultate. Umso schöner war es, als Nico Hülkenberg in Silverstone sein erstes Podium gelungen ist. Und was das für ein Rennen von ihm war! Schwierigste Bedingungen auf der Strecke und am Kommandostand. Hülkenberg hat sein Team mehrfach überstimmt und lag immer goldrichtig.

Selten hat sich das ganze Fahrerlager so sehr für einen Fahrer gefreut wie für Hülki an diesem Tag. Die Sauber-Hospitality stand Kopf, die Jubelszenen erinnerten fast an einen WM-Gewinn. Am Ende unseres Videoblogs - natürlich vor der Sauber-Hospi gedreht - kam Hülkenbergs Manager Raoul Spanger spontan mit einem Bierchen. Nicht abgesprochen, aber perfekt zum Ende des Videos - als hätte Hülki an diesem Tag auch seine Strategie gemacht!
von Christian Menath

Ein weiteres Highlight: Unsere besten und lustigsten Outtakes aus der Motorsport-Magazin.com Videoproduktion 2025. Viel Spaß beim Schauen!

MSM Outtakes: Unsere lustigsten Versprecher und FAILS 2025 (03:18 Min.)

Victorias Top-Moment(e): Von Einhörnern und Podien

Ein Ereignis schoss mir direkt in den Kopf, als ich über meinen Top-Moment der Formel-1-Saison nachdachte - das Podium von Carlos Sainz in Baku. Nicht nur, weil Sainz vor seinem hoch gehandelten Ferrari-Nachfolger Lewis Hamilton unter die Top-3 eines Grand Prix fuhr, wurde es zu meinem Top-Moment der vergangenen Saison.

Es wurde vor allem dadurch zu einem Highlight, weil Baku das erste Rennen war, in dem Sainz' Helm ein kleines, aber wichtiges Detail zierte: das Einhorn "Sparkles" - welches aus gutem Grund, wie ich meine, im Laufe der Saison zu Sainz' Glücksbringer wurde. Denn neben seinem Debüt-Podium für Williams in Baku konnte der Spanier in Katar diese Leistung ein weiteres Mal abrufen und sich sein zweites Podium sichern. Kein Wunder also, dass "Sparkles" auch 2026 Teil des Teams bleibt und dem Williams-Pilot beistehen darf.
von Victoria Kral