Seit über 50 Jahren sorgt das Safety-Car für Sicherheit in der Formel 1. "Die Möglichkeit, ein Rennen schnell zu neutralisieren, um für die Sicherheit der 20 Piloten und aller anderen Personen, die sich auf der Strecke befinden könnten, zu sorgen, darf nicht unterschätzt werden", betont der ehemalige FIA-Rennleiter Niels Wittich. Motorsport-Magazin.com liefert einen Überblick über die spannende Evolution des Safety-Cars seit 1973.
Die Anfänge des Safety-Cars in den 70er Jahren
Das Safety-Car kam erstmals beim Regen-Grand-Prix in Kanada 1973 zum Einsatz. Aufgrund der widrigen Wetterbedingungen war es zu mehreren Zwischenfällen gekommen. Um das Chaos unter Kontrolle zu bringen, schickte die Rennleitung einen knallgelben VW-Porsche 914/6 auf die Strecke. Im Cockpit saß Egbert "Eppie" Wietzes, der in der Königsklasse nur zwei Rennen bestritten hatte, die stattliche sieben Jahre auseinanderlagen.
Der erste SC-Einsatz verlief chaotisch: Wietzes ordnete sich falsch im Fahrerfeld ein. Das anschließende Chaos konnte in einer Zeit, in der Runden noch per Hand gestoppt wurden, erst Stunden nach Ende des Rennens geordnet werden. Anschließend verschwand das Safety-Car und kam erst wieder beim Grand Prix von Monaco 1976 zum Einsatz. Dieses Mal in Form eines Porsche 911.
Kurzes Formel-1-Gastspiel in den 80er Jahren
Nach einer fünfjährigen Pause kehrte das Safety-Car abermals beim Monaco GP 1981 auf die F1-Bühne zurück. Dieses Mal handelte es sich jedoch um einen Lamborghini Countach. 1982 und 1983 folgten weitere Gastauftritte des Safety-Cars, bevor es für ein weiteres Jahrzehnt verschwand.
Erstes permanente Safety-Car in der Formel 1
1993 wurde das Safety-Car fester Bestandteil aller Rennwochenenden. Anders als heute legten die einzelnen Rennveranstalter eigenständig fest, welches Fahrzeug als Safety-Car eingesetzt wurde. Das führte zu seltsamen Fahrzeug-Entscheidungen, wie ein FIAT Tempra (Brasilien, 1993), ein Ford Escort Cosworth (Großbritannien, 1993), ein Opel Vectra (San Marino, 1994), ein Honda Prelude (Japan, 1994) und ein Renault Clio (Argentinien, 1996) beweisen. Erst ein Exklusivvertrag mit Mercedes-Benz sorgte ab 1996 für Einheitlichkeit.
F1 exklusiv: Mercedes stellt 25 Jahre das Safety-Car
Der allererste Einsatz ist auf den 30. Juni 1996 in Magny-Cours (Frankreich) datiert. Bislang kamen 13 unterschiedliche Fahrzeugmodelle zum Einsatz. Seit 2022 ist der Mercedes-AMG GT Black Series als offizielles FIA F1 Safety-Car im Einsatz. Mercedes-AMG stellt insgesamt drei offizielle Safety Cars. Bei jedem Rennwochenende sind zwei dieser Fahrzeuge einsatzbereit vor Ort.


F1-Saison 2021: Aston Martin kommt ins Spiel
Seit 2021 stellen mit Mercedes-AMG und Aston Martin zwei Hersteller das Safety Car. Der Mercedes AMG GT Black Series mit 730 PS und der Aston Martin Vantage S mit 656 PS wechseln sich bei den Formel-1-Grand-Prix mit den Einsätzen ab. Seit den Anfängen hat sich das Safety Car und die Technik darum extrem weiterentwickelt.
Der ehemalige stellvertretende Renndirektor Herbie Blash erinnert sich: "Als Charlie Whiting und ich starteten, hatten wir nur Handfunkgeräte und das wars mit der Kommunikation. Wenn ich mich recht erinnere, benutze Charlie in Brasilien sogar Ferngläser, um das Safety Car im Auge zu behalten. Jetzt haben wir eine fantastische Kommunikation und eine Vielzahl an Daten."


Die Konstante: Bernd Mayländer
Seit 2000 sitzt Bernd Mayländer hinter dem Steuer des Safety-Cars. Unterstützt wird er in der Formel 1 abwechselnd von den Co-Piloten Richard Darker und Ignazio Sanzone.
Alle Safety-Cars der Formel-1-Geschichte im Überblick*
| Jahr | Safety-Car |
|---|---|
| 1973 | Porsche 914 |
| 1976 | Porsche 911 |
| 1981-1983 | Lamborghini Countach |
| 1992 | Ford Escort RS Cosworth |
| 1993 | Fiat Tempra 16V |
| 1994 | Opel Vectra, Honda Prelude |
| 1995 | Porsche 911, Lamborghini Diablo |
| 1996 | Mercedes-Benz C 36 AMG |
| 1997-1999 | Mercedes-Benz CLK 55 AMG |
| 2000 | Mercedes-Benz CL 55 AMG |
| 2001-2002 | Mercedes-Benz SL 55 AMG |
| 2003 | Mercedes-Benz CLK 55 AMG |
| 2004-2005 | Mercedes-Benz SLK 55 AMG |
| 2006-2007 | Mercedes-Benz CLK 63 AMG |
| 2008-2009 | Mercedes-Benz SL 63 AMG |
| 2010-2012 (Deutschland GP) | Mercedes-Benz SLS AMG |
| 2012 (Deutschland GP) -2014 | Mercedes-Benz SLS AMG GT |
| 2015-2017 | Mercedes-AMG GT S |
| 2018-2021 | Mercedes-AMG GT R |
| Seit 2022 | Mercedes-AMG GT Black Series, Aston Martin Vantage |
*In manchen Jahren kam kein Safety-Car zum Einsatz



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