"Niemand wird mich diesen Winter erreichen können. Ich werde mein Handy nicht dabeihaben, ich werde mich komplett ausklinken", stellte Lewis Hamilton nach dem Formel-1-Finale in Abu Dhabi klar. Zu seinem 41. Geburtstag am 7. Januar 2026 meldete er sich zurück und ließ seine Fans via Social-Media-Posting wissen, wie sehr ihm die Auszeit geholfen habe, abzuschalten, neue Energie zu tanken und inneren Frieden zu finden.
"Die Zeit mit Familie und Freunden, in der ich mich ausruhen und viel lachen konnte, war genau das, was ich nach einem sehr anstrengenden Jahr gebraucht habe", schrieb Lewis Hamilton auf Instagram und fügte hinzu: "Jetzt ist die Zeit für Veränderungen gekommen. Lass Dinge los, die dir nicht dienen." Mit solchen Aussagen schürt er allerdings noch mehr die Gerüchte, dass 2026 seine letzte Formel-1-Saison sein könnte.
Coulthard über Hamilton: Hat nicht mehr den absoluten Speed
Immerhin liegt hinter dem siebenfachen Champion die schlechteste Saison seiner Karriere. In seinem ersten Ferrari-Jahr konnte er weder einen Sieg noch einen Podiumsplatz erzielen und noch nie holte er in einer Saison (mit dem aktuellen Punktesystem; Anm. der Red.) weniger Punkte (156) als 2025. "Wenn wir persönliche Meinungen beiseite lassen und uns nur auf zwei Dinge konzentrieren, die in der Formel 1 letztlich zählen - die Stoppuhr und die Zielflagge -, dann denke ich, dass Lewis den absoluten Speed nicht mehr hat", stellte David Coulthard im "The Red Flags"-Podcast in den Raum.
Immerhin stand Hamilton gegen Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc sowohl im Qualifying als auch im Rennen über das Jahr hinweg auf verlorenen Posten. Wenn es um die Frage geht, wer der größte aller Formel-1-Champions ist, lautet Coulthards Antwort daher nicht Lewis Hamilton, sondern Max Verstappen. "Zwischen Hamilton in seiner Blütezeit und Verstappen heute besteht wenig Abstand. Aber ich bin mir nicht sicher, ob Lewis sein volles Potenzial noch ausschöpfen kann", meinte Coulthard. Dabei ist sich der 13-fache GP-Sieger bewusst, wie kontrovers seine Aussage ist.
"Es mag für einen Titel-Verlierer wie mich gewagt sein, das zu behaupten, aber die ganz Großen halten mit ihren Teamkollegen mit oder schlagen sie. Und in den letzten Jahren hat Hamilton das mit George Russell nicht mehr geschafft und auch 2025 nicht mit Charles Leclerc bei Ferrari", so der Schotte. Zudem spricht seiner Meinung nach noch ein weiterer Punkt für Verstappen. "Bei Max hat man immer das Gefühl, dass er sich noch weiterentwickelt. Man spürt, dass da noch mehr Potenzial schlummert. Man fragt sich immer noch: Wie weit kann dieser Kerl es bringen?"
Dass sich die Formel-1-Karriere von Lewis Hamilton in einem steten Abschwung befindet, untermauert auch das Fahrer-Ranking von Fans und MSM-Redakteuren:
Braucht Ferrari einen neuen Schumacher oder Lauda?
Während Verstappen nach einer enttäuschenden ersten Saisonhälfte nach der Sommerpause eine nahezu historische Aufholjagd gelang, machte Hamilton bei Ferrari immer wieder zwei Schritte vorwärts und drei zurück. Hinter den Kulissen soll Hamilton versucht haben, bei Ferrari notwendige Veränderungen anzustoßen, unter anderem mit einem Bericht an die Führungsspitze, in dem er detailliert beschrieb, wie die Arbeitsweise des Teams optimiert werden könne. Doch damit schien er in Maranello auf taube Ohren zu stoßen.
Blickt man allerdings auf die Geschichte der Scuderia, dann zeigt sich eines ganz deutlich: Die einzigen Phasen, in denen Ferrari an der Spitze lag – und nicht nur einen Titel gewann wie mit Jody Scheckter oder Kimi Räikkönen - waren die Ära von Niki Lauda und Michael Schumacher. 2026 wird sich zeigen, ob es auch Hamilton gelingt oder ob er in der Ferrari-Hölle gefangen bleibt. Mehr zu Hamilton in der Ferrari-Hölle liest du in unserer aktuellen Motorsport-Magazin -Ausgabe Nr. 106 - zum Abo.



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