Die neue Formel-1-Saison bringt weitreichende Umwälzungen mit sich, in Form von vollkommen neuen Chassis- und Motor-Regeln. Fahrerseitig gibt es hingegen weitestgehend Kontinuität. Mit einer Ausnahme: Red-Bull-Junior Arvid Lindblad gibt sein Debüt in der Königsklasse. Doch wer ist der neue Fahrer der Racing Bulls überhaupt?
Woher stammt Arvid Lindblad?
Arvid Anand Olof Lindblad ist 18 Jahre alt und fährt mit einer britischen Lizenz und Staatsbürgerschaft. Der Sohn eines Schweden und einer Inderin wuchs südwestlich von London in der Gemeinde Virginia Water auf und begann im Alter von fünf Jahren mit dem Kartsport. Ab 2015 nahm er an offiziellen nationalen und internationalen Wettkämpfen teil, wo er schnell Erfolge einfahren konnte. Schon 2021 wurde er Teil des Nachwuchsprogrammes von Red Bull.
Wie kam Arvid Lindblad in die Formel 1?
Lindblads Aufstieg durch die Junior-Formelserien ging mit rekordverdächtiger Geschwindigkeit vonstatten. Er verbrachte auf jedem Leistungsniveau jeweils nur ein Jahr und übersprang die FRECA (Formula Regional) komplett. Sowohl in der Formel 4 als auch in der Formel 3 und der Formel 2 war er von Beginn an konkurrenzfähig und sammelte Siege und Podien. Titel holte er in diesen drei Jahren jedoch nur einen.
Nachdem er das de-facto Alterslimit von 15 Jahren für von der FIA sanktionierte F4-Meisterschaften überschritten hatte, stieg Lindblad zur Saisonmitte 2022 direkt in die italienische Formel 4 ein, die bedeutendste und am besten besetzte Meisterschaft dieser Leistungsklasse. Bereits die ersten sechs Rennen seiner ersten vollen F4-Saison beendete er allesamt unter den Top-3. Am Ende des Jahres landete er schließlich auf Rang 3 in der Meisterschaft.
Es erfolgte 2024 der direkte Aufstieg in die Formel 3, wo Lindblad schon im ersten Rennen siegreich war und nach drei weiteren Siegen P4 in der Meisterschaft belegte. Der Aufstieg in die Formel 2 war der nächste logische Schritt. Ganz so einfach ging es ihm im Unterhause der Königsklasse nicht von der Hand. Mit drei Saisonsiegen beendete er 2025 auf dem sechsten Rang. Dank seiner Teilnahme und dem Titelgewinn in der Formula Regional Ozeanien im vorherigen Winter waren auch die Superlizenz-Punkte kein Problem mehr.
2025 kam Lindblad bei drei FP1-Sessions in der Formel 1 zum Einsatz. Auftritte, für die er jeweils vom damaligen Motorsportberater und Nachwuchschef Dr. Helmut Marko mit viel Lob bedacht wurde. Auch Racing-Bulls-Teamchef Alan Permane lobte die Arbeit und die steile Entwicklungskurve seines Neuzugangs nach den Trainingsauftritten und den Testfahrten.
Lindblad hat es in die Formel 1 geschafft. Wer könnten 2027 die nächsten F1-Aufsteiger sein? Hier die interessantesten Fahrer der Formel 2 und Formel 3:
Warum ist Yuki Tsunoda nicht mehr in der Formel 1?
Arvid Lindblad wird bei den Racing Bulls der direkte Nachfolger von Isack Hadjar. Der Franzose wurde nach einer starken Rookiesaison als Teamkollege von Max Verstappen in das Werksteam von Red Bull Racing hochgezogen. Da Liam Lawson ebenfalls bei den Racing Bulls bleibt, blieb in diesem Wechselspiel kein Platz mehr für Yuki Tsunoda.
Der Japaner konnte mit seinen Leistungen bei Red Bull im Vorjahr nicht überzeugen und lag an den meisten Rennwochenenden weit hinter Verstappen zurück. Yuki Tsunoda bleibt Red Bull aber erhalten. Er steht bei den Teams des Energy-Drink-Riesen als Test- und Ersatzfahrer unter Vertrag. Im Laufe der Saison wird er bei den Racing Bulls auch noch mehrmals bei Trainings-Sessions ins Auto steigen. Bei einem Show-Event saß er 2026 übrigens schon im Auto, dieses lief jedoch nicht nach Plan. Mehr dazu hier:
Welche Erwartungen liegen auf Arvid Lindblad?
Als schon seit Jahren hoch gehandelter Red-Bull-Junior, der sich im Eiltempo durch den Nachwuchs arbeitete, ließen sich Vergleiche zwischen Lindblad und Vierfach-Weltmeister Max Verstappen natürlich nicht vermeiden. Auch, dass Red Bull zu seinen Gunsten für eine Regeländerung lobbyierte, die FP1-Einsätze schon vor dem 18. Geburtstag ermöglichte, zeigt wie viel man bei den Bullen vom neuen Nachwuchs-Star hält.
Zwei Faktoren begleiteten die Jahre von Arvid Lindblad im Formel-1-Nachwuchs. Zunächst einmal, dass er in praktisch jeder Serie, in der er an den Start ging, von Saisonanfang an schnell war und um Spitzenplätze mitfahren konnte. Das ebnete ihm den Weg zu frühen Beförderungen in jeweils höhere Klassen.
Kritiker merken jedoch auch das zweite Muster an. Nämlich jenes, dass die Leistungen von Lindblad im Laufe seiner Juniorsaisonen jeweils gegen Ende des Jahres nachließen. Das eliminierte ihn sowohl in der Formel 4 als auch in der Formel 3 jeweils aus dem Titelrennen. In seiner F2-Saison befand sich Lindblad erst gar nicht im Titelkampf, was in Beobachterkreisen Zweifel aufkommen ließ, ob seine Beförderung nicht zu früh kommt.



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