Die Formel 1 ist 2026 eher Rookie-arm unterwegs, nur Arvid Lindblad ist dieses Jahr neu mit dabei. Dafür gibt es in der Königsklasse aber schon einige Fahrer im fortgeschrittenen Rennfahrer-Alter, die hier nicht mehr ewig am Start stehen werden. Wer aus den Nachwuchs-Serien Formel 2 und Formel 3 hat das Zeug dazu, sich für zukünftige F1-Jobs in Stellung zu bringen?
Vor dem Saisonstart in Australien, bei dem auch die F2 und F3 wieder mit von der Partie sein werden, gibt Motorsport-Magazin.com einen schnellen Überblick über die spannendsten Namen, die man 2026 im Unterbau der Königsklasse im Auge behalten sollte. Ob jetzt wegen ihres Potenzials, ihrer Ergebnisse, ihrer Förderer oder ungewöhnlichem Karriereweg.
Quereinsteiger in der Formel 2 2026: Fahrer von IndyCar bis Frikadelli-Racing
Thema "ungewöhnlicher Karriereweg" - niemand steht 2026 in der Formel 2 so groß im Fokus wie der US-Amerikaner Colton Herta. Er ist nämlich eigentlich kein "Nachwuchs-Fahrer", er war von 2019 bis 2025 ein etablierter IndyCar-Star, mit neun Siegen und einem Vize-Titel. Seit Jahren aber träumt er von der Formel 1.
Die Cadillac-Eigentümer von TWG Motorsports gaben dem 25-Jährigen daher eine Option: Ein Jahr Formel 2, um zu zeigen, was er kann. Dabei geht es nicht primär um die Superlizenz-Punkte, die Herta noch fehlen und die oftmals zitiert werden. Primär soll Herta die F1-Strecken und vor allem Pirelli-Reifen lernen. Letztere sind völlig anders als die IndyCar-Firestones. Liefert er im Hitech-F2-Cockpit ab, wird er sehr schnell ein Kandidat für ein Cadillac-F1-Cockpit sein.
Auch Nico Varrone hat einen kuriosen Karriereweg. Mit 25 ist der Argentinier eigentlich - wie Herta - ziemlich alt für ein Formel-2-Debüt. In den letzten fünf Jahren baute sich Varrone vor allem im GT3-Sport aber eine hervorragende Reputation auf, inklusive Le-Mans-Klassensieg 2023 für Corvette und Start im Frikadelli-Ferrari beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2024. Das Van-Amersfoort-F2-Cockpit ist 2026 eine für solche GT-Aufsteiger seltene Chance, die Kurve zurück in den Formelsport zu kriegen.

F3-Aufsteiger fordern Kontroversen-Magnet Alex Dunne
Zu den großen Titel-Aspiranten gehört sicherlich der 20-jährige Ire Alex Dunne. Für ihn ist es das zweite Jahr in der F2 mit Rodin, im Vorjahr wurde er Gesamt-5. In einem Jahr, das von Vertrags-Chaos überschattet wurde. Dunne war als McLaren-Junior gestartet, flog dann aber aus dem Kader - weil er mit einem Wechsel zu Red Bull geflirtet hatte. Der sich dann nie materialisierte. Dunne blieb ohne Förderer auf der Straße stehen. Aktuell wird er mit einem Alpine-Fördervertrag in Verbindung gebracht.
Nennenswerte Herausforderer? Drei Rookies, nämlich die Top-3 der letzten F3-Saison. Angefangen bei Rafael Camara. Der 20-jährige Brasilianer aus der Ferrari Academy holte 2024 den europäischen Formula-Regional-Titel, 2025 den F3-Titel, und 2026 in der F2 mit Invicta ...? Auch seine alten Rivalen sind wieder da. Der 19-jährige Red-Bull-Junior Nikola Tsolov aus Bulgarien sitzt bei Campos. Und der 21-jährige Aston-Martin-Junior Mari Boya bei Prema.

Formel-3-Rookies von Audi, Red Bull & McLaren fordern die Rückkehrer
Die Förderkader der Formel-1-Teams werden aber auch in der Formel 3 2026 genau hinschauen, ob sich denn ihre ganz jungen Projekte im F1-Rahmen bewähren können. Sicherlich weit oben auf der Liste der interessanten Fahrer ist der 18-jährige Ire Fionn McLaughlin, gefördert von Red Bull. McLaughlin wechselte erst 2025 vom Kart- in den Formelsport und gewann gleich die britische Formel 4, was ihm ein F3-Cockpit bei Hitech einbrachte.
Red Bull hat auch den 17-jährigen Argentinier Mattia Colnaghi auf der Liste. Für Colnaghi ist es die dritte Formelsport-Saison, die ersten in der F3 mit MP Motorsport. In seinen ersten beiden Formelsport-Jahren holte er Titel in der spanischen Formel 4 und im Eurocup-3.
Die beiden Meisterschafts-Kontrahenten der letztjährigen europäischen Formula Regional finden sich 2026 jetzt als F3-Teamkollegen in Top-Cockpits bei Trident wieder. Das wären einmal der Vizemeister, der 18-jährige McLaren-Junior Matteo De Palo, und dann natürlich der Vorjahres-Meister Freddie Slater. Der 17-jährige Brite Slater, der auch schon Titel aus den lokalen Formel-4-Serien von Italien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Gepäck hat, gehört zum brandneuen F1-Förderkader von Audi.
Benchmarks werden für sie jene Fahrer sein, die 2026 am Formel-2-Aufstieg gescheitert sind und eine weitere F3-Runde drehen müssen. Der im Vorjahr Gesamt-6. Noah Stromsted ist der Bestplatzierte von ihnen. Der 18-Jährige hat im Winter seinen Platz in der Mercedes-Akademie verloren. Der ebenfalls 18-jährige Teophile Nael, im Vorjahr Gesamt-8., kommt als Sieger des prestigeträchtigen Macau-GPs zum amtierenden Team-Meister Campos. Louis Sharp bekommt eine neue Chance bei Prema. Mit Rodin hatte der 18-jährige Neuseeländer letztes Jahr enttäuscht, nachdem er davor aufeinanderfolgende Titel in der britischen F4 und GB3 geholt hatte.
Wer sich jetzt vielleicht fragen mag, wo die Nachwuchs-Klassen 2026 zu sehen sein werden, für den haben wir hier die schnelle Antwort. In Deutschland läuft alles live auf Sky Sport F1 im Pay-TV. Österreichische Fans haben zusätzlich die Chance, alle Rennen im Stream auf ServusTV.com zu sehen. Der ORF zeigt üblicherweise zumindest die sonntäglichen Hauptrennen auf ORF Sport + im klassischen TV.
Und wer ist Favorit in der großen Formel 1? Im AvD Motorsport Magazin geht Experte Christian Danner dieser und weiterer Fragen nach:



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