Schon gewusst? Motorsport-Magazin.com gibt es auch auf WhatsApp. Auf unserem Formel-1-Kanal konntet ihr uns Fragen schicken, die euch vor dem Saisonauftakt in Australien auf den Fingernägeln brennen. Und das waren eine ganze Menge - einige davon beantworten wir in diesem Artikel.

Frage von Jan: In welchem Maße dürfen die PUs über die Saison/die Laufzeit des Reglements weiterentwickelt werden?
Die Entwicklung des 2026-Motors ist mittels einer eigenen Motor-Budget-Obergrenze sowie strikter Auflistungen zulässiger Updates erneut stark reguliert. Das Technische Reglement beinhaltet eine Liste von 84 Komponenten, für die festgelegt ist, wann sie ein Performance-Update erhalten dürfen.

Grundsätzlich ist maximal ein Update pro Teil und Saison erlaubt, das zu Saisonbeginn eingeführt werden muss. Bei manchen Teilen ist nur in bestimmten Jahren ein Update erlaubt, bei anderen gar nicht. So darf der Turbolader beispielsweise nur in den Jahren 2027 und 2029 zu Saisonbeginn aktualisiert werden. Da bei einem so großen Regelumbruch die Gefahr eines Nachzüglers groß ist, wurde ADUO (= Additional Development and Upgrade Opportunities) eingeführt, zu Deutsch "zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten". Wie ADUO funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

Frage von Niels: Schafft Haas endlich den Sprung ins obere Mittelfeld, um den Weg zu einem Topteam zu bestreiten?
Zum jetzigen Zeitpunkt können nur die Testdaten für eine Analyse herangezogen werden. Dabei ist zu bedenken, dass nur die Teams selbst wissen, mit wie viel Benzin sie auf welcher Runde unterwegs waren und welche Motormodi zum Einsatz kamen. Die Testfahrten verliefen für Haas solide. Mit insgesamt 6.118 Testkilometern war Haas das zweitbeste Team; nur Mercedes kam mit 6.188 km auf mehr Testkilometer.

Zwar klafft bei den Rundenzeiten zu den Top-Teams immer noch eine riesige Lücke, doch sowohl bei den Qualifying- als auch bei den Rennsimulationen war Haas auf Mittelfeld-Niveau. Entsprechend findet sich Haas in unserer ersten Analyse der Kräfteverhältnisse auf Rang 5. Die vollständige Testanalyse mit einer Reihung aller 11 F1-Teams findest du hier:

Frage von Patrick und Franz: Wann nutzt der Fahrer welche Aero Funktion, wann den Booster? Welchen Knopf drücken die Fahrer damit sich die Flügel öffnen?
Mit der Einführung der aktiven Aerodynamik kann der Fahrer ab 2026 per Knopfdruck den Front- und Heckflügel auf- und zuklappen. Sind die Flügel steil gestellt, befindet sich das Auto im sogenannten Corner-Mode. Sind sie flach, nennt man das offiziell "Straight Mode". Es gibt nur zwei Ausnahmen.

Der Straight-Mode darf vom Start bis zur ersten Kurve nicht aktiviert werden und bei Regen darf nur der Frontflügel flachgestellt werden, nicht aber der Heckflügel. Wenn der Fahrer einen zusätzlichen Energieschub benötigt, kann er den Boost-Knopf drücken. Der Boost-Knopf kann jederzeit genutzt werden, sowohl für Angriff als auch für Verteidigung, solange die Batterie genügend Energie hat. In diesem Artikel werden die Begriffe Boost, Overtake, Recharge und Co. erklärt.

Frage von Christian und Henning: Wie sieht es mit dem Madrid GP aus?
Auf Social Media sorgen Fotos von den Bauarbeiten an der MADRING-Rennstrecke für Spekulationen über die Durchführung des Rennens 2026. Doch von offizieller Seite heißt es, dass alles nach Plan läuft. Der größte Teil der Arbeiten soll bis Ende Mai abgeschlossen sein. Die offizielle Einweihung der Rennstrecke in Madrid ist für den 16. Juni geplant.

"Eine der strategischen Entscheidungen des Projekts war es, auf modulare und industrialisierte Strukturen zu setzen, die außerhalb des Geländes der Rennstrecke hergestellt werden. Die Module werden montagefertig mit reversiblen Verankerungen geliefert. Das beschleunigt den gesamten Prozess im Vergleich zu einer traditionellen Bauweise um viele Monate", sagte Jesús Gracia, Infrastrukturdirektor bei Eiffage, kürzlich gegenüber der spanischen Zeitung Marca. Vergangene Woche wurde die Monumental-Trophäe für den Sieger offiziell präsentiert.

Frage von Lukas: Ich habe gehört, dass die "Blinker" an den Spiegeln nur im Leerlauf blinken. Ist das richtig und wieso ist das so?
Bei den gelben blinkerartigen LED-Lichter handelt es sich um die "Lateral Safety Lights". Die Sicherheitsleuchten leuchten auf, wenn ein Auto am Rennstart im Leerlauf feststeckt. Sobald der Fahrer den Gang einlegt, erlöschen sie. Zudem blinken sie, wenn ein Auto vollständig zum Stillstand gekommen oder wenn die Geschwindigkeit unter 20 km/h gefallen ist. Sie sind an den Außenspiegeln angebracht, womit die Fahrer sie aus allen Blickwinkeln und vor allem bei allen Wetterbedingungen sehen können.

Frage von Jens: Könnte es passieren, das wenn Honda das Motorenproblem nicht gelöst bekommt, das Aston Martin sein Team vom Start zurückziehen muss?
Auch wenn Aston Martin ein Test-Desaster erlebte, wird das Team dieses Wochenende beim Saisonauftakt in Australien an den Start gehen. Ob Fernando Alonso und Lance Stroll im Qualifying die 107-Prozent-Hürde schaffen und im Rennen die Zielflagge sehen werden, ist eine andere Geschichte. Mick Krack kennt die Baustellen des Teams - mehr dazu in diesem Artikel:

Die Mehrzahl eurer Fragen drehte sich um das Kräfteverhältnis, Favoritenrollen und wer Weltmeister 2026 wird.
Diese Fragen haben wir uns natürlich in der Redaktion gestellt. Die Antworten gibt's in diesem Video:

8 Brennpunkte F1 2026: Wer wird Weltmeister - und wer hört auf? (26:54 Min.)