Das erste Formel-1-Qualifying in der Geschichte von Audi hätte am Samstag in Australien beinahe das perfekte Happy End parat gehabt. Im Mittelfeld machten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto den finalen Spot im Q3 unter sich aus - mit dem besseren Ende für den Brasilianer. Nur war P10 im Q2 für diesen dann auch wirklich das Ende. Ein Defekt vereitelte beim F1-Debüt der Ingolstädter die Teilnahme am Qualifying-Showdown. Die Zufriedenheit über die gelungene Premiere überwiegt dennoch.
"Das ist etwas, worauf wir sehr stolz sein können. Es ist alles andere als ein Selbstläufer, dass dir das mit einer neuen Power Unit gelingt, mit der du bei null begonnen hast", freut sich Gabriel Bortoleto. "Wir hatten von der Pre-Season nur die Daten unserer eigenen Autos. Wir haben keine anderen Teams, die sie [Power Unit] auch fahren. Und die in ein Auto zu stecken und gleich auf dem Level mitzufahren, gegen Teams die Ferrari-, Mercedes- und Ford-Motoren nutzen, das ist keine leichte Aufgabe. Ich bin sehr stolz, wenn wir schon so anfangen und dabei wissen, dass so viel noch verbessert werden kann. Ich sehe für dieses Team eine strahlende Zukunft."
Schon im Q1 hatten Bortoleto und Hülkenberg mit den Plätzen elf und zwölf an den Top-10 gekratzt. Im Q2 legte zunächst der Deutsche vor und war Zehnter, bevor Bortoleto in der Schlussminute um eine knappe Zehntelsekunde schneller war. "Der nächste Schritt ist, im Q3 zu sein und es auch zu fahren. Das war etwas seltsam, aber ich denke, es war heute trotzdem ein tolles Resultat", so der 21-Jährige.
Technik verhindert Q3-Teilnahme für Audi und Gabriel Bortoleto
Nach der Session blieb er auf dem Weg zurück an die Box jedoch kurz vor der Pit-Entry-Linie stehen und schied damit trotz gültigem Q3-Ticket vom Qualifying aus. "Ich denke nicht, dass es Anlass zur Sorge gibt", nimmt er die Situation gelassen. "Die Autos sind neu, hier und da fällt mal ein Sensor aus, und so einer kann dir das Auto auf der Strecke komplett lahmlegen. Wir haben davon in der Pre-Season viel gesehen. Es ist schade, dass uns das im Qualifying passiert, denn es ist das gesamte Wochenende noch nicht passiert."
Auf die Q2-Bestzeit von George Russell fehlten Bortoleto unter dem Strich 1,3 Sekunden. In Anbetracht des momentanen Kräfteverhältnisses hätte er sich selbst bei einer physischen Teilnahme am Qualifying-Finale nicht viel mehr als Platz zehn ausgerechnet: "Ich denke nicht, dass es viel besser als vielleicht P9 oder P8 geworden wäre."
Nico Hülkenberg überwindet Startschwierigkeiten im Qualifying
Für Nico Hülkenberg war der Samstag am Ende trotz des Rückstands auf den Teamkollegen ein gelungener. Der 38-Jährige hatte fast schon befürchtet, sich im Q1 verabschieden zu müssen. "Es ist sehr positiv, wenn man bedenkt, dass wir im Q1 an einem Auto einige Schwierigkeiten beheben mussten, mit Dingen, die nicht wie gedacht funktionierten", erklärt er.
"Es war ziemlich hektisch und interessant, und da kommst du nicht wirklich in einen Rhythmus. Ich hatte eigentlich nur eine normale, saubere Runde im Q2, und die hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt stehe", sagt er mit Blick auf Startplatz elf im seit diesem Jahr durch Cadillac wieder 22-köpfigen Starterfeld. "Insgesamt sind wir sicher in einer guten Position. Viele Teams haben Probleme, es gibt so viel Neues, viele Dinge zu lernen und in Ordnung zu bringen. Für ein erstes Mal war das sehr anständig und ich denke, wir sind innerhalb des Mittelfelds offenbar konkurrenzfähig."
Formel-1-Punkte für Audi im ersten Rennen?
In Anbetracht der technischen Herausforderungen der Formel 1 2026, will Hülkenberg der guten Ausgangslage allerdings nicht zu viel Bedeutung beimessen. An diesem Sonntag geht es im Albert Park nicht allein um Pace. "Ich denke, morgen wird ehrlich gesagt einfach Survival. Es geht darum, die Zielflagge zu sehen. Da kann alles passieren", prognostiziert der Routinier, der am Sonntag seinen 251. Grand Prix bestreitet.
Was Audi angeht, ist Gabriel Bortoleto optimistisch, dass sein Team die Probleme aus dem Qualifying bis zum Rennsonntag in den Griff bekommen wird: "Wir werden verstehen, was heute mit dem Auto schiefgegangen ist. Wir wissen es aktuell zwar noch nicht, aber wir werden es in Ordnung bringen."


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