Kurz vor dem Ende der Ground-Effect-Ära waren in Mexiko bei der Formel 1 kaum Updates zu erwarten und neun Teams erfüllten mit nur einer Handvoll kleiner Kühl-Anpassungen diese Erwartung. Nicht so Red Bull. Wie bereits angedeutet, bringt Max Verstappens Mannschaft auch im fünftletzten GP von 2025 noch einen neuen Unterboden.
Red Bull tanzt damit endgültig aus der Reihe. Während mit McLaren und Ferrari zwei der Top-Teams praktisch seit dem Ende der Sommerpause schon keine nennenswerten Performance-Upgrades mehr an die Strecke geliefert haben, ist es Red Bulls drittes Paket seit Monza und der zweite Unterboden. Allen Entwicklungsbeschränkungen und dem Ende des Reglements zum Trotz.
Red-Bull-Update erklärt: Was neu ist & wie teuer es war
Dabei hat das Team noch einmal am Hauptkörper des Unterbodens Hand angelegt. Die obere Fläche hinter den äußeren Leitelementen im vorderen Bereich wurde weiter abgesenkt. Das soll zum einen mit Kühl-Anpassungen des Seitenkastens zusammenspielen, zum anderen aber einen kleinen Abtriebsgewinn bringen. Der etwas andere Luftstrom soll zusätzlich mit einem leicht adaptierten Edge Wing, dem kleinen in der Seitenkante des Unterbodens eingelassenen Flügelelements, ausgenutzt werden.
Wesentlich bei der ganzen Geschichte ist, dass das Team keine komplett neuen Unterböden dafür produziert hat. "Es ist eine Modifikation eines älteren Unterbodens, den wir wiederverwerten können, da er ausreichend modular war", erklärt Chefingenieur Paul Monaghan. Das spart Geld und Ressourcen, die man sonst vom 2026er-Projekt hätte abziehen müssen.
Daher verneint Red Bull Sorgen, dass dieser Unterboden das 2026er-Projekt groß negativ beeinflussen könnte: "Es ist absolut richtig, dass wir mitten in der 2026er-Vorbereitung sind, aber trotzdem haben wir das für hier geschafft. Wenn wir daraus Vorteile ziehen, dann war es das alles wert." Ferrari und McLaren fahren den gegenteiligen Ansatz und haben seit Monaten die Entwicklung fast komplett eingestellt, um mehr der per Reglement beschränkten Ressourcen für 2026 zu haben. Wie viel alle Teams aktuell entwickeln dürfen, gibt es hier im Überblick:
Red Bull und der Durchbruch: Kommt 2026 gar noch mehr Neues?
Bei Red Bull hat man sich jedoch Paket um Paket an die Hoffnung geklammert, nur ein paar kleine Schritte von einem Durchbruch weg zu sein. Eine Hoffnung, die man über die letzten Wochen hinweg schließlich tatsächlich realisiert hatte. Jetzt, mit einer schnell schrumpfenden Lücke zu McLaren in der Fahrer-WM, kann man vom Projekt nicht mehr lassen.
"Viel Arbeit floss da von den ersten Rennen an rein", meint Monaghan. "Wir dachten, wir wüssten, was falsch lief, aber es hat ein paar Schritte gebraucht, um das abzuhandeln, ohne zugleich einen Haufen Abtrieb vom Auto zu nehmen." Mit dem Monza-Update kam dann alles zusammen: "Es war nicht nur ein Ding. Nicht nur ein Setup-Aspekt, nicht die Verkleidung, viele Dinge sind in der richtigen Reihenfolge passiert."
"Wir sind nicht überrascht, wir mussten nur alle Einzelteile zusammenfügen", beurteilt Monaghan da den Formumschwung. Ganz auszuschließen ist da nicht einmal, dass es in den letzten vier Wochenende noch etwas Neues geben wird: "Sag niemals nie. Könnten ein, zwei Kleinigkeiten sein, wenn wir etwas finden, dem wir Platz einräumen können."



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