Nico Hülkenberg, Startplatz 19 und Regen ... da war doch was?!? In Silverstone kämpfte sich der Sauber-Pilot durch das Feld und holte sein erstes Podium in der Formel 1. In Ungarn steht er wieder auf P19 und die prognostizierten Wetterverhältnisse versprechen ebenfalls ein turbulentes Rennen.

Entsprechend weigerte sich Sauber-Teamchef Jonathan Wheatley Hülkenbergs Rennen schon am Samstag abzuschreiben. "Wenn man sich dieses Jahr ansieht und die Tatsache, dass es morgen früh richtig stark regnen wird, dann sieht es ganz gut für Nico aus. Die Strecke wird am Start ziemlich grün sein, das wird ein Abenteuer werden."

De facto drehte Hülkenberg im FP2 den zweitschnellsten Longrun auf den Medium-Reifen. Lando Norris war zwar um ein paar Tausendstel schneller, hatte aber deutlich jüngere Reifen aufgezogen. Trotzdem wird es für Hülkenberg schwierig auf dem überholfeindlichen Hungaroring eine Silverstone-Wiederholung zu schaffen. Nico Hülkenberg verpasste den Einzug in Q2 zwar nur um eine Zehntelsekunde, war nach dem Qualifying aber völlig ratlos.

Nie mehr F1-Regenrennen?! Danner: Früher sind wir gefahren (13:31 Min.)

Hülkenberg: Rätselraten nach Q1-Aus

"Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. In Q1 hatte ich plötzlich ein ganz anderes Auto, die Balance war wie ausgewechselt. Das war eine extreme Veränderung", erklärte der Deutsche. Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass ihm die Performance und das Qualifying durch die Finger gleitet. Eine überraschende Wendung, galt Hülkenberg doch in den letzten Jahren als starker Qualifier. Hülkenbergs Erklärung, warum es 2025 für ihn im Rennen besser läuft als im Qualifying: "Das passiert, wenn man das Team wechselt und das Gefühl im Auto nicht hat. Dann gestalten sich die Dinge schwieriger."

Doch in Ungarn-Qualifying spielten andere Faktoren eine Rolle. "Heute waren es besondere Umstände, weil vor allem in den schnellen Kurven plötzlich der Grip an der Hinterachse weg war. Das war das erste Mal an diesem Wochenende und traf mich völlig überraschend", sagte der Deutsche. Seine Runde in Q1 sei ohne gravierende Fehler gewesen, auch wenn er wie bereits im FP2 dem Kiesbett in Kurve 12 sehr nahe kam. "Das war nur Kiss and Play", scherzte der Sauber-Pilot. Gemeint ist damit, dass er das Limit der Kurve ausgereizt hat. So richtig war Hülkenberg nach dem Qualifying nicht zu scherzen aufgelegt.

Bortoleto zeigt in Ungarn erneut auf

Denn während er in Q1 ausschied, holte sein Teamkollege Gabriel Bortoleto mit Platz sieben die beste Startposition seiner F1-Karriere. Dass es so kommen würde, hätte der Rookie am Freitag nicht gedacht. "So schlecht bin ich noch nie in ein F1-Wochenende gestartet", verriet Bortoleto. Egal, was er versuchte, der C45 und er schienen einfach nicht zu matchen. "Wir mussten das Auto komplett auf den Kopf stellen. Im FP3 hatten wir es immer noch nicht 100% hinbekommen, es gab immer noch Kleinigkeiten zu verbessern. Erst im Qualifying gelang es mir, Vertrauen ins Auto zu fassen und die Pace zu zeigen", erzählte der 20-Jährige.

In Q2 musste er sogar kurz zittern. Ihn auf Platz zehn und Oliver Bearman auf P11 trennten nur sieben Tausendstel. "In Q2 hielt Gabi uns bis zum Schluss in Atem. Da haben wir schon etwas gezittert", gestand Wheatley. "Die Streckenbedingungen änderten sich im Laufe der Session, der Wind wechselte ständig die Richtung, aber Gabi ist cool geblieben und lieferte erneut eine großartige Leistung ab." Doch der Rookie war nicht nur cool, sondern auch verdammt schnell wie unsere Top-Speed-Statistik zeigt. Ob mit oder ohne DRS - Bortoleto ist vorne mit dabei.