Turbulente 60 Minuten erlebte die Formel 1 am Freitagnachmittag im 2. Training von Zandvoort. Ein angekündigter starker Regen materialisierte sich nie, doch das hielt die F1-Piloten nicht davon ab, zahlreiche Dreher, Zwischenfälle und einen heftigen Abflug zu produzieren. Lando Norris liegt immer noch vorne, aber der Druck von Aston Martin nimmt tatsächlich zu.

Das Ergebnis: Norris entriss Fernando Alonso nämlich um nur 87 Tausendstel knapp die Trainings-Bestzeit. Alonso unterstrich Aston Martins starke Tagesform. In FP1 schon war man erster McLaren-Jäger gewesen. Dort noch mit Respektabstand, aber der schien in FP2 weg. Alonso verwies Oscar Piastri um 2 Tausendstel auf den dritten Rang.

Dieses Trio schien überraschend weit weg vom Rest. George Russell, Max Verstappen, Lewis Hamilton, Yuki Tsunoda und Charles Leclerc folgten dahinter über einen recht großen Zeitbereich verstreut. Leclerc hatte schon eine Sekunde Rückstand, und mit Franco Colapinto und Nico Hülkenberg die führenden Mittelfeld-Piloten im Heck.

Der in FP1 in den ersten Minuten schon abgeflogene Kimi Antonelli kam nur schwer in Fahrt, landete mit 1,3 Sekunden Rückstand auf einem mageren 12. Rang. Ein Fragezeichen steht hinter den eigentlich stark wirkenden Williams. Carlos Sainz musste eine starke Runde mit absoluter Bestzeit im 1. Sektor abbrechen, weil zeitgleich sein Teamkollege Alex Albon verunfallte. Die Plätze 16 und 17 sind nicht repräsentativ.

Lance Stroll fährt starken Aston Martin mit Ansage in Zandvoort-Wand

Das Wetter: 100 Prozent Regenwahrscheinlichkeit kündigte der offizielle F1-Wetterdienst vor dem 2. Training an, mit starkem Regen nach der ersten Viertelstunde. Dieser Regen kam nicht. Bis auf ein kleines Nieseln in den ersten Minuten. Am Ende kam sogar die Sonne wieder raus.

Die Zwischenfälle: Das ganze Feld versuchte aus Angst vor dem drohenden Regen möglichst schnell möglichst viel vom FP2-Plansoll unterzubringen, musste aber nach 11 Minuten unterbrechen. Lance Stroll war viel zu schnell in der überhöhten Hugenholtzbocht angekommen und hart in die TecPro-Absperrung eingeschlagen. Er blieb unverletzt, aber sein Aston Martin war völlig zerstört. Die Aufräumarbeiten dauerten knappe 10 Minuten.

Kaum ging es weiter, rollte Isack Hadjar aus. An seinem Racing Bull war in der Mittagspause die Power Unit getauscht worden, Hadjar war erst nach der roten Flagge das erste Mal rausgefahren. Er kam keine ganze Runde damit, musste aussteigen. Das Auto wurde unter Virtuellem Safety Car weggeschoben. Erst mit 30 Minuten wurde endgültig wieder freigegeben. Der Regen war aber immer noch nicht da.

Infolgedessen versuchten nun alle auf Soft-Reifen ihre Qualifying-Simulationen. Dabei legte Lewis Hamilton in Kurve 9 mit einem ausbrechenden Heck einen 360-Grad-Dreher hin. 21 Minuten vor Schluss rutschte Alex Albon nach Verbremser ins Kiesbett der ersten Kurve. Er schlug nur leicht an, doch beim Zurücksetzen grub er sich ganz im Kies ein und erzwang die zweite rote Flagge.

Beim Reinfahren in die Box kollidierten hierbei nun beinahe George Russell und Oscar Piastri. Piastri wurde von seinen Mechanikern nämlich weiter gewunken, um weiter vorne stehenzubleiben. Er scherte aus, ohne zu bedenken, dass Russell von hinten kam. Die Stewards ermitteln in dem Fall nach dem Training noch.