Die Formel 1 ist zurück aus der Sommerpause: Lando Norris machte im 1. Freien Training zum Großen Preis der Niederlande gleich eine Kampfansage in Richtung Teamkollege Oscar Piastri. Mit 1:10,278 Minuten war der Vorjahressieger auf dem lediglich 4,259 Kilometer langen Kurs in Zandvoort knapp drei Zehntelsekunden schneller als der WM-Führende.

Trotzdem reichte es für Piastri noch komfortabel für Rang zwei, McLaren fährt der Konkurrenz auch auf der Dünen-Achterbahn davon. Aston Martin konnte die starke Form aus Ungarn bestätigen, Ferrari scheint im hinteren Mittelfeld in größeren Problemen - genau wie Kimi Antonelli, für den die Session nach einem Ausritt früh beendet war (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle). Für einen kuriosen Zwischenfall sorgte Max Verstappen: Der Lokalmatador flog nach dem Ende des Trainings ab.

Das Ergebnis: Alle Piloten zogen bereits die weichen Reifen auf und fuhren darauf ihre persönliche Bestzeiten. Weil Pirelli in diesem Jahr mit dem C4-Pneus eine Stufe weicher geht, konnten viele Piloten nur einen schnellen Versuch absolvieren. Darauf war Lando Norris 0,292 Sekunden schneller als Oscar Piastri.

Dahinter reihte sich das Aston-Martin-Duo Lance Stroll und Fernando Alonso mit gut einer halben Sekunde Rückstand ein. Stark zeigte sich auch Alexander Albon im Williams auch Rang fünf. Ihm fehlten aber bereits fast neun Zehntelsekunden. Für Weltmeister und Lokalmatador Max Verstappen reichte es mit fast einer Sekunde Rückstand nur für Rang sechs vor Mercedes-Pilot George Russell.

Carlos Sainz, Gabriel Bortoleto und Pierre Galsy komplettierten die Top-10. Nico Hülkenberg beendete das Training auf Rang 13 noch direkt vor dem Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton. Fast 1,7 Sekunden fehlte Ferrari auf die Bestzeit.

Die Zwischenfälle: Nach rund zehn Minuten überschlugen sich die Ereignisse. Zuerst sorgte Lewis Hamilton mit einer spektakulären Einlage für eine kurze Gelb-Phase. Der Rekordsieger der Formel 1 verlor in Kurve zwei das Heck, drehte sich um 360 Grad über den Asphalt und stand in der Steilkurve wieder in Fahrtrichtung. Hamilton kam mit dem Schrecken und vier enormen Bremsplatten davon.

Einen ähnlichen Ausgang hatte wenige Sekunden später ein Ausrutscher von Yuki Tsunoda. Beim Einlenken nach der Gegengeraden überholte den Japaner das Heck seines Red Bull. Tsunoda drehte sich quer über die Strecke und schaffte es über das Kiesbett wieder zurück auf das Asphaltband.

Weniger Glück hatte fast zeitglich Andrea Kimi Antonelli. Der Mercedes-Pilot kämpfte in den langgezogenen Rechtskurven 7, 8 und 9 mit Untersteuern. In der langsamen letzten Kurve der Passage war das Untersteuern so stark, dass Antonelli ins Kiesbett rutschte und einen Einschlag in die Streckenbegrenzung nur um ein Jahr verhindern konnte.

Allerdings konnte sich der Formel-1-Rookie nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Kiesbett befreien, sodass die Session für die Bergung des Fahrzeugs kurz unterbrochen werden musste. Für Antonelli war das 1. Freie Training damit vorzeitig beendet.

Auch Teamkollege George Russell suchte später das Kiesbett auf. Der Routinier verbremste sich am Ende der Start- und Ziel-Geraden und ging in Kurve 1 geradeaus. Russell kam aber aus eigener Kraft wieder zurück auf die Strecke. Gleiches galt für Carlos Sainz, sich am Ende der Gegengeraden verbremst hatte.

Kurios wurde es nach dem Ablauf der Uhr: Wie üblich durften die Piloten am Ende der Session Startübungen auf der Start- und Zielgeraden absolvieren. Verstappen beschleunigte mit Vollgas auf Kurve eins zu, verpasste dann aber den Bremspunkt und fuhr mit blockierenden Vorderrädern geradeaus. Der Weltmeister blieb im Kiesbett stecken und musste zu Fuß zurück an die Box.

Am Medientag spielte Max Verstappen nur eine Nebenrolle. Dafür sorgte sein Erzfeind George Russell für Aufsehen! Warum? Das erklärt euch Christian im Video:

Russell lässt Mercedes zappeln! Payback für Verstappen-Flirt? (09:58 Min.)

Die Technik: Der Countdown für eine neue Ära der Formel 1 läuft. Das aktuelle Reglement gilt nur noch die zehn Rennen der Saison 2025. Entsprechend haben die Teams ihre Entwicklungskapazitäten längst auf 2026 verschoben. In Zandvoort gab es deshalb nur minimale Neuerungen: Red Bull überarbeitete den Frontflügel leicht, Alpine und Sauber brachten verhältnismäßig kostengünstige Updates für die hintere Bremsbelüftung.

Das Wetter: Die Fans bekamen im 1. Freien Training extrem viel Fahrbetrieb zu sehen. Das lag vor allem an der Wetterprognose. Zur Mittagszeit herrschten bei gut 20 Grad Umgebungs- und knapp 30 Grad Asphalttemperatur noch perfekte Trainingsbedingungen. Für den Nachmittag sind starke Regenschauer angekündigt. Das restliche Wochenende soll es in Zandvoort weiter wechselhaft bleiben.