Die Sommerpause kam für Kimi Antonelli zum richtigen Zeitpunkt, denn die ersten 14 Rennen der Formel 1-Saison 2025 hatten es in sich. "Ehrlich gesagt, war ich ziemlich müde. Daher war es gut, abschalten und meine Gedanken ordnen zu können. Das hat mir geholfen, mit einer klareren Sicht auf meine Ziele und die Dinge, an denen ich arbeiten muss, in dieses Wochenende zu gehen", erklärte der Mercedes-Rookie.

Nach einem soliden Start in seine Debütsaison, folgte ab dem Grand Prix in Imola bei Mercedes eine Aufhängungsepisode, die Antonelli nahezu jedes Vertrauen in den W16 raubte. "In den ersten sechs Rennen blieb das Auto im Grunde gleich, es gab nur geringfügige Änderungen. Das half mir natürlich dabei, Selbstvertrauen aufzubauen und das Verhalten des Autos zu verstehen. Dann sind wir auf die neue Hinterradaufhängung umgestiegen - ab da begannen die Schwierigkeiten", resümierte Kimi Antonelli, der am Montag 19 Jahre alt wurde.

Update veränderte für Antonelli alles - zum Schlimmeren

In Ungarn musste sich Mercedes eingestehen, mit dem Update einen Performance-Rückschritt gemacht zu haben und kehrte zur alten Aufhängungsversion zurück. "Mit der alten Modifikation kehrte auch das Selbstvertrauen zurück, wenngleich das Ergebnis nicht das wahre Potenzial widerspiegelte", sagte Antonelli. In Ungarn holte er als Zehnter immerhin einen WM-Punkt, nachdem er seit Imola fast punktelos geblieben war. Einzige Ausnahme blieb seine Podiumsplatzierung in Kanada.

2025 sah es in der Formel 1 erst rosiger aus für Mercedes, dann passierte es wieder.

Warum Mercedes nicht früher handelte, erklärte der Italiener so: "Das Team war sich meiner Probleme sehr bewusst. Aber es war in diesem Moment wirklich schwer, eine Änderung vorzunehmen, um mir zu helfen." Der Druck auf Antonelli wuchs mit jedem Ausfall und jedem punktelosen Rennen. Zuletzt sprang ausgerechnet Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko für den Mercedes-Rookie in die Bresche.

Laut dem 82-Jährigen sei der Druck auf einen Rookie in einem Top-Team zu groß, weshalb Red Bull auch auf Racing Bulls als Nachwuchsschmiede setzt. Allerdings hatte sich auch Red Bull 2025 verschätzt, als man Liam Lawson einsetzte - und nach zwei Rennen ihn wieder zu Racing Bulls abschob. Antonelli selbst ist froh, dass Mercedes ihn direkt ins Cockpit setzte und sich nicht wie damals bei George Russell für eine Zwischenstation in einem anderen Team entschied.

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Antonelli besser bei Juniorteam aufgehoben?

"Natürlich ist es nicht einfach, direkt in einem Top-Team anzufangen. Für Mercedes zu fahren heißt, man muss Leistung bringen. Manchmal kann man da schon sehr unter Druck geraten, aber ich bin wirklich froh, bei Mercedes angefangen zu haben. Wenn ich in einem Juniorteam fahren würde, wäre der Druck sicherlich etwas geringer. Aber wie ich bereits gesagt habe, bin ich wirklich froh, bei Mercedes angefangen zu haben, weil ich dort enorm viel lernen kann", betonte Antonelli. Von diesem Rennwochenende in Zandvoort bis zum Finale in Abu Dhabi soll die Lernkurve für den Rookie nur noch nach oben zeigen.

"Natürlich möchte ich immer auf die Strecke gehen und gewinnen. Aber dieses Jahr geht es hauptsächlich darum, zu lernen", so Antonelli. Dafür holt er sich auch Tipps von den Großen des Sports wie Max Verstappen oder Lewis Hamilton. "Gerade in meinem ersten F1-Jahr ist es wichtig, so viele Informationen wie möglich einzuholen. Natürlich muss ich lernen zu unterscheiden, welche für mich wichtig sind und welche nicht. Aber es ist immer gut, die Gedanken auszutauschen und die Meinung anderer zu hören."