George Russell auf dem Podest? Zu Formel 1-Saisonbeginn war das die Normalität. In sechs Rennen stand er viermal auf dem Podium. Dann kam Imola - und eine neue Konfiguration der Hinterradaufhängung ins Spiel. Diese sollte die Anti-Lift-Eigenschaften des Heckbereichs bei Verzögerungen verbessern und in der Folge zu einer stabileren Aerodynamik und einer geringeren Neigung der Hinterräder zum Blockieren bei Gewichtsverlagerungen nach vorne führen.
Mercedes-Update: Rück- statt Fortschritt
Die Realität sah anders: Beide Piloten klagten über ein instabiles Heck, was zu mehr Reifenabnutzung führte – und dazu, dass Russell und Antonelli das Vertrauen ins Auto verloren. "Es gab Bereiche, in denen die Fahrer sagten, dass das Auto mit dieser Aufhängung [Imola-Spezifikation] definitiv besser war. Aber wenn es um die Stabilität in den schnellen Kurven ging, hatten sie nicht das Vertrauen, das Auto so zu pushen, wie sie es gerne wollten", erklärte Andrew Shovlin. Vor dem Ungarn-Grand-Prix kehrte Mercedes deshalb zur alten Spezifikation zurück und prompt spielte Mercedes wieder vorne mit.
Russell fehlten nur 0,053 Sekunden auf die Pole-Zeit von Charles Leclerc, im Rennen holte er Platz drei. Antonelli holte als Zehnter einen Punkt – nicht zuletzt weil er auf dem harten Reifen 48 Runden durchhielt. "Wir haben einige der Probleme, die uns bei den letzten Rennen zu schaffen machten, offenbar in den Griff bekommen. Die Änderungen, die wir vorgenommen haben, wurden vom Auto gut umgesetzt und die Fahrer hatten viel mehr Selbstvertrauen, um die Kurven anzugehen", bestätigte der Mercedes-Chefingenieur.
Toto Wolff: Ab damit in den Müll
Die Performance in Ungarn ließ bei Toto Wolff keine Zweifel offen, dass die Ingenieure bei Mercedes falsch abgebogen waren. "Alle gescheiten Leute, alle Simulationen, die Infrastruktur, die wir haben - und trotzdem lenkt dich das auf einen falschen Weg. In eine Fahrzeug-Architektur, die einfach falsch ist." Entsprechend ist für Toto Wolff klar, was jetzt passieren muss: "Die Hinterachse [Imola-Spezifikation] wird wohl irgendwo im Müll landen." Allerdings nicht bevor die Ingenieure verstanden haben, was das instabile Heck beim Einlenken verursacht hat.
"Wenn wir eine neue Aufhängung entwickeln, dann tun wir das, um das Auto schneller zu machen. Das war hier nicht der Fall. Entsprechend fließt ein Großteil der Arbeit darin, zu verstehen, was dieses Problem verursacht hat. Leider ist das nicht offensichtlich", verriet Shovlin. Trotzdem will Mercedes das Rätsel unbedingt lösen, nicht nur für diese Saison, sondern auch mit Blick auf 2026. "Die Autos für 2026 sind ganz anders. Aber es gibt viele Elemente, insbesondere im Bereich der Federung, wo wir die Erfahrungen aus diesem Jahr in das nächste Jahr mitnehmen können", so Shovlin.



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