Kimi Antonelli hat sich von seinem Formel-1-Fluch befreit - naja, zumindest hat er einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nach einer Negativserie konnte sich der Mercedes-Rookie beim Großen Preis von Ungarn den ersten WM-Punkt in Europa holen. "Es war tough, bis jetzt war nur Kanada noch schwieriger. Ich freue mich sehr", sagte Antonelli nach dem Rennen. Seinen 10. Platz musste er sich hart erkämpfen - mit einer Strategie, die eigentlich nicht geplant war.
Nach einem verpatzten Qualifying startete er von P15 und konnte im Anfangsgetümmel Franco Colapinto und Lewis Hamilton überrumpeln. Nach einem Wechsel auf frische harte Reifen in Runde 20 deuteten alle Zeichen darauf, dass Mercedes bei Antonelli auf eine klassische Zwei-Stopp-Strategie setzen würde - so wie auch bei George Russell.
Doch als die Zeit für den zweiten Stopp anbrach, kam Antonelli nicht an die Box. Anders als sein Teamkollege, der sich nach 24 Runden auf den weißen Pirelli-Pneus einen neuen Satz abholte, fuhr Antonelli weiter. "Das hatten wir nicht geplant. Aber in Anbetracht unserer Position und der ziemlich guten Pace haben wir uns entschieden, einfach weiterzufahren", verriet der Rookie. Seine Pace war sogar so gut, dass er Carlos Sainz mit einem gewagten Überholmanöver einfangen konnte und sich damit in den Punkterängen platzieren konnte.
Ungarn GP: F1-Rookie-Duell auf letzten Metern bis ins Ziel
Sieben Runden vor Schluss musste Antonelli dann alle Register ziehen, um seinen Platz zu halten. Isack Hadjar, selbst auf einer Ein-Stopp-Strategie aber mit frischeren Reifen, machte bis zur Ziellinie mächtig Druck auf den Mercedes-Piloten. Der VCARB 02 war unter einer Sekunde hinter Antonelli, der mit seinen abgefahrenen Pirellis zu kämpfen hatte.
Nur als das Führungsduo vorbeikam, konnte Antonelli für einen Moment durchschnaufen, bevor er Hadjar wieder in seinem Spiegel hatte. Auf der vorletzten Runde setzte der Racing-Bulls-Pilot dann zum Überholmanöver an, doch Antonelli konnte ihn hinter sich halten. Von Kurve eins bis Kurve fünf kämpften die beiden Rookies um den letzten Punkt. Am Ende ging Kimi Antonelli mit 48 Runden alten Reifen als Zehnter über die Ziellinie.
"Es war ein sehr langer Stint. Es war schwierig, ich musste auf meine Reifen aufpassen aber trotzdem die Pace halten, um Hadjar hinter mir zu halten. Das heutige Rennen war eine gute Lektion im Reifenmanagement", sagte Antonelli. Für seine Leistung bekam er auf der Auslaufrunde einen Daumen hoch von Lewis Hamilton, der das Rookie-Duell von Hadjars DRS-Bereich aus mitverfolgte.
Alte Mercedes-Hinterachse gibt Antonelli Vertrauen zurück
Obwohl ein einzelner WM-Punkt kein Sensations-Ergebnis ist, war es trotzdem ein wichtiges für Antonelli. Denn der Rookie hatte schwer mit seinem Selbstvertrauen und dem Vertrauen in seinen Mercedes-Boliden zu kämpfen. Um die Sicherheit wieder herzustellen, baute Team Brackley wieder die alte Hinterachse an den W16.
Mission erfolgreich, wie Antonelli meinte: "Das Gefühl ist zurück, das Auto ist viel stärker. Ich konnte so lange draußenbleiben, weil das Auto mir das Vertrauen gegeben hat. Es ist definitiv ein großer Schritt vorwärts." Er möchte jetzt auf den Erfolgen dieses Wochenendes aufbauen und gestärkt in die nächste Runde gehen. Davor steht aber noch die Sommerpause an. Was steht dort für den Mercedes-Frischling auf dem Plan? "Reflektieren, was haben wir gut gemacht, was schlecht. Mich ausruhen und trainieren, damit ich fit wieder zurückkommen kann."



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