1. Warum startete Yuki Tsunoda aus der Box?
Nachdem Yuki Tsunoda im Qualifying schon in Q1 gescheitert war, nutzte Red Bull die Gelegenheit um neue Power-Unit-Elemente einzubauen. Damit brachte Red Bull inzwischen schon den fünften Verbrennungsmotor, den fünften Turbolader, sowie jeweils die fünfte MGU-H und MGU-K bei ihm in den Pool. Nur vier sind erlaubt. Allein das hat schon automatisch einen Start aus der Boxengasse zur Folge. Zudem baute man noch 'gratis' die Bremskühlungs-Konfiguration um. Für Tsunoda gab es anschließend - nicht nur wegen seiner Startposition - im Rennen nichts zu holen. Zur ohnehin schon mangelhaften Pace des RB21 am Hungaroring kam noch ein Schaden im zweiten Stint dazu, sodass er letztendlich auf dem 17. Platz landete.
2. Weshalb hatte Isack Hadjar Schmerzen?
Für Isack Hadjar wurde der Ungarn-GP zu einer schmerzhaften Angelegenheit. In Runde 4 geriet Oliver Bearman direkt vor ihm in die 2025 neu angelegten Kies-Auslaufzone in Kurve 12, wodurch Kieselsteine auf seinen Verfolger geschleudert wurden. Da Hadjar sich gerade am Ausgang der Rechtskurve befand, trafen einige davon seine linke Hand. Das kann schon mal für blaue Flecken sorgen. Nach der Zieldurchfahrt ärgerte sich der Racing-Bull-Pilot über das Kiesbett: "Es ist ziemlich dumm, dort ein Kiesbett zu haben. Denn wenn sich ein Rad im Kies vor einem dreht, dann trifft es deine Hand und deinen Helm. Das ist nicht angenehm."
3. Warum erhielt Nico Hülkenberg eine Strafe?
Nico Hülkenberg musste bei einem seiner Boxenstopps eine 5-Sekunden-Strafe absitzen. Der Deutsche hatte die Strafe für einen Frühstart bekommen, war sich aber nach dem Rennen keiner Schuld bewusst. Die Kameraaufnahmen zeigen, dass sich seine Räder tatsächlich leicht bewegten, als er auf dem Grid stand und den ersten Gang einlegte. Da diese Bewegung nach dem 4-Sekunden-Signal vor Rennstart erfolgte, war eine Strafe die Folge. Eine kurze Untersuchung für dasselbe Vergehen hatte es auch gegen Hülkenbergs Teamkollegen Gabriel Bortoleto gegeben. Der Brasilianer wurde aber freigesprochen.
4. Wieso erhielt Max Verstappen keine Strafe?
Ohne Strafe kam Max Verstappen davon, nachdem er in Runde 28 beinahe mit Lewis Hamilton aneinandergeraten war. Der Red-Bull-Pilot hatte in Kurve 4 ein gewagtes Manöver unternommen und den Ferrari-Mann attackiert, wobei er den Frontflügel nur auf der Höhe von Hamiltons Hinterrad hatte. Der Rekord-Weltmeister vermied eine Kollision, indem er die Lenkung aufmachte und in die Auslaufzone fuhr. Verstappen gewann dadurch die Position.
Die Stewards untersuchten ein potenzielles Von-der-Strecke-schieben durch den Niederländer. Sie bezeichneten das Manöver zwar als "ambitioniert", kamen aber zum Schluss, dass es keinen Kontakt gab und die Situation auch ansonsten nicht die Voraussetzungen erfülle, um als solches geahndet zu werden. Hamilton war das Ganze offenbar ziemlich egal, er blieb der Anhörung fern. Verstappen störte sich daran, dass überhaupt eine Untersuchung eingeleitet worden war.
5. Warum schied Oliver Bearman aus?
Das Formel-1-Rennen in Ungarn hatte nur einen Ausfall zu verzeichnen. Dabei handelte es sich um Oliver Bearman, der in Runde 48 sein Auto abstellte. Genauso wie Tsunoda fuhr sich auch der Haas-Pilot einen Schaden ein. Sein Team berichtete von einer Beschädigung am Unterboden, die er sich im zweiten Stint einsammelte. Mit dem starken Abtriebsverlust war er mit Abstand der langsamste Fahrer in Feld, was eine Fortsetzung des Rennens in den Augen des Teams sinnlos machte.
6. Wieso wurde Charles Leclerc plötzlich so langsam?
Charles Leclerc führte nach seiner Pole Position am Samstag über weite Phasen das Rennen der Formel 1 auf dem Hungaroring an. Auch nach seinem zweiten Boxenstopp befand er sich noch voll im Kampf mit den McLarens, ehe die Pace des Ferrari-Piloten plötzlich rapide einbrach. Dadurch fiel er bis auf die vierte Position zurück.
Leclerc glaubte während dem Rennen, dass eine Frontflügel-Anpassung für den Pace-Verlust verantwortlich sei. Deshalb äußerte er sich verärgerte gegenüber dem Team. Wie Ferrari nach dem Rennen vermeldete, handelte es sich aber um ein nicht genauer definiertes Chassis-Problem, das ihn bremste. Teamchef Fred Vasseur kündigte an, dass man das Problem erst genauer untersuchen werde. Das glauben nicht alle bei der Konkurrenz. George Russell nannte nach dem Rennen seine eigene Theorie für den Pace-Abfall:
7. Wofür wurde Charles Leclerc bestraft?
Leclerc laborierte nicht nur an einem Problem, sondern erhielt auf dem Weg ins Ziel auch noch eine 5-Sekunden-Strafe und einen Strafpunkt auf die FIA-Lizenz. Im Übrigen sein erster seit 2022. Die fünf Sekunden verpufften im Endeffekt wirkungslos, da Leclerc ohnehin weit vor Fernando Alonso ins Ziel kam. Doch wofür gab es die Strafe überhaupt? In Runde 62 hatte sich Leclerc im direkten Duell gegen Russell mit allen Mitteln zur Wehr gesetzt. Er wechselte gleich zweimal seine Linie, beim zweiten Mal auf der Bremse. Ein absolutes No-Go Im Zweikampf. Die Rennkommissare sahen darin ein erratisches Fahrverhalten und sprachen die oben genannte Strafe aus. Als mildernde Umstände kamen dabei hinzu, dass Russell an Leclerc vorbeikam und es keine Berührung zwischen den beiden gab.
8. Wie fiel Max Verstappen zurück?
Den Zwischenfall zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen im Kampf um P11 hatten wir schon. Aber warum tummelte sich der amtierende Formel-1-Weltmeister überhaupt so tief im Mittelfeld und landete schließlich nur auf Rang 9? Das lag daran, dass er als einer der ersten gestoppt hatte, um aus der verwirbelten Luft hinter Alonso und Bortoleto rauszukommen. Der Stopp in Runde 17 brachte ihn zwar zeitweise in freie Fahrt, aber anschließend lief er auf einen DRS-Zug auf, der sich hinter Oliver Bearman gebildet hatte.
Anstatt mit seinen frischeren Reifen Zeit gutzumachen, musste er diese in Zweikämpfen aufbrauchen und verlor zwischenzeitlich sogar Zeit auf Alonso und Co, die alle auf 1-Stopp unterwegs waren. Bis ins Ziel zu kommen, traute sich Red Bull mit den lädierten Pneus nicht, so stoppte er ein zweites Mal und blieb erneut im Verkehr hängen. Diesmal hinter Liam Lawson, den er bis zur Zielflagge nicht überholen konnte.
9. Wieso setzte 'nur Lando Norris' auf eine 1-Stopp-Strategie?
Nein, Lando Norris war nicht der einzige Fahrer im ganzen Feld, der es mit einer 1-Stopp probierte. Bei weitem nicht. Aber er war der einzige in der Spitzengruppe. Das liegt daran, dass die Prognosen alle auf zwei Stopps hindeuteten. Reifenhersteller Pirelli ging davon aus, dass eine 1-Stopp etwa zehn Sekunden langsamer sei. Auch McLaren rechnete damit, dass trotz der Überholschwierigkeit des Hungarorings zwei Stopps die bessere Variante wären.
Dass man es bei Norris trotzdem probierte, lag am Mut des Verzweifelten. Auf Rang 4 mit einer riesigen Lücke hinter sich hatte er praktisch nichts zu verlieren, während Leclerc, Piastri und Russell sich gegenseitig keine Position schenken wollten. Sie stoppten zwischen Runde 18 und 19, also viel zu früh um an ein Durchfahren bis ins Ziel zu denken. Norris verlängerte seinen ersten Stint bis Runde 31.
10. Was war bei Alpine los?
Die beiden Alpines belegten die letzten beiden Positionen im Klassement. Also P18 und P19 nach dem Ausfall von Oliver Bearman. Die Pace des französischen Teams war ohnehin nicht gut, dazu kamen aber noch verschiedene Probleme an beiden Autos. Bei Franco Colapinto dauerten beide Boxenstopps viel zu lange. Bei seinem ersten Reifenwechsel stand er 11,01 Sekunden, beim zweiten 7,23. Pierre Gasly auf der anderen Seite rammte in Runde 63 bei einem Verteidigungsversuch Carlos Sainz von der Strecke und erhielt dafür eine Zeitstrafe von zehn Sekunden sowie zwei Strafpunkte.



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