Vorne ein zweifacher Weltmeister, hinten ein vierfacher Weltmeister und mittendrin Formel 1-Rookie Gabriel Bortoleto. Der 20-Jährige hat laut seinem Teamchef Jonathan Wheatley in Ungarn bewiesen, dass "er der zukünftige Star ist, den wir in ihm gesehen haben." Bortoleto ging von Startplatz sieben ins Rennen und holte mit einer Ein-Stopp-Strategie den sechsten Platz – damit kam er direkt hinter Fernando Alonso und weit vor Max Verstappen (P9) ins Ziel.

"Es war ein großartiges Rennen, wir haben alles gegeben", kam Gabriel Bortoleto nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Aus eigener Kraft war nicht mehr als der sechste Platz möglich. "Wir haben das Maximum aus dem Auto herausgeholt oder sogar noch mehr, denn ich habe Lance [Stroll] in der ersten Runde überholt, und Aston Martin hatte dieses Wochenende eine sehr gute Pace", sagte der Sauber-Pilot. Gegen den zweiten Aston Martin von Fernando Alonso blieb er entsprechend chancenlos.

Nur ein Aston Martin war in Reichweite

"Es war unmöglich Fernando zu schnappen. Er war einfach viel schneller", stellte Bortoleto klar. Abgesehen von Startplatz sieben – nach Spielberg und Spa war es das dritte Mal im vierten Rennen, dass er aus den Top-10 an den Start ging – spielte auch die Strategie eine Schlüsselrolle. Während Teamkollege Nico Hülkenberg von Platz 19 startend auf eine aggressive Zwei-Stopp-Strategie setzte, kam Bortoleto nur ein einziges Mal an die Box. Eine riskante Strategie, die sich auszahlte.

"Die Ein-Stopp-Strategie war zwar unser Plan A, aber es stand nicht fix fest. Wir haben vor dem Rennen sehr viel Zeit damit verbracht, über die Strategie zu sprechen und hatten auch die Möglichkeit, bei Bedarf diese zu verändern", verriet Jonathan Wheatley. Dass es beim ursprünglichen Plan A blieb, lag vor allem an der Performance des Brasilianers. "Gabi hat seine Reifen hervorragend gemanagt und tatsächlich mit beiden Reifensätzen einen fantastischen Stint hingelegt", lobte der Sauber-Teamchef.

Eine nicht minder wichtige Rolle spielte Hülkenberg in der erfolgreichen Ein-Stopp-Strategie. "Wir haben heute strategisch ein wirklich gutes Rennen gefahren. Wir haben alle zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen und das große Ganze im Blick behalten. Das war eine Entscheidung. Es war kein Zufall und es hat für uns gut funktioniert. Und ehrlich gesagt sah es nach der Fünf-Sekunden-Strafe für Nico nie so aus, als würde das sein Rennen beeinträchtigen", so Wheatley

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