Das Formel-1-Reglement 2026 wirft in diesen Sommermonaten seine langen Schatten voraus. Gegenüber Auto Motor und Sport stellte Toto Wolff unlängst Höchstgeschwindigkeiten bis zu 400 km/h in Aussicht. Die gewagte Prognose des Mercedes-Teamchefs ruft bei den Formel-1-Fahrern vor allem Skepsis hervor.
"Vielleicht schafft das Toto mit seinem Motor! Ich weiß es nicht", flachst der Formel-1-Weltmeister Max Verstappen im Vorfeld des Rennens in Zandvoort an diesem Wochenende. Der Österreicher hatte zuvor in einem Interview mit folgender Aussage für Aufsehen gesorgt: "Wenn die volle Power abgerufen wird, kratzen wir an der 400- km/h-Grenze."
Max Verstappen erwartet Einschränkungen durch die FIA
Die Formel-1-Autos der kommenden Generation werden sowohl was Chassis als auch Power Unit anbelangt eine neue Ära im Sport einläuten. Im Zuge dessen wird durch das neue Aerodynamik-Reglement der Luftwiderstand der Fahrzeuge verringert, wodurch die Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden in der Theorie zunehmen könnte.
"Ich denke, die FIA hat das bereits recht gut erklärt, dass sie das auf bestimmten Rennstrecken nicht zulässt. Ich möchte nicht sagen, dass es ein Limit geben wird. Aber es wird darauf geachtet, dass man nicht zu schnell fährt, was die Energie anbelangt", so Verstappen. In Zukunft liefert die Batterie etwa 475 PS. Bei der aktuellen Motorenformel trägt sie gerade einmal rund 165 PS zur Systemleistung bei.
Pierre Gasly: Formel 1 könnte schon 400 km/h fahren
Alpine-Fahrer Pierre Gasly hält die 400 km/h für zu hoch gegriffen. "Ich glaube nicht an Geschichten, sondern nur an das, was ich sehe", so der Franzose, der solche Geschwindigkeiten auf dem Papier auch jetzt schon für möglich hält. "Wir könnten selbst mit diesen Autos 400 km/h fahren, wenn du das Getriebe änderst und die Geraden anpasst."
Anders als viele seiner Konkurrenten, hat Gasly das 2026er Auto seines Teams bereits im Simulator gefahren. Die bisherigen Erkenntisse deuten für ihn nicht auf solch exzessive Höchstgeschwindigkeiten hin: "Ich habe das Auto im Simulator getestet und weiß, was es kann. Ich bin mir also nicht sicher, woher das alles kommt. Wir werden es ja nächstes Jahr sehen. Wenn mein Auto dann 400 km/h fährt, werde ich mich sicherlich freuen!"
Charles Leclerc will dem Formel-1-Reglement 2026 noch mehr Zeit geben
Esteban Ocon hat den Haas der Generation 2026 im Gegensatz zu seinem Landsmann noch nicht im Simulator ausprobiert. "Das ist erst in den kommenden Monaten dran", sagt er. "Aber das, was die Leute in den Medien so kommentieren, diese 380 oder 400 km/h, sehen schon ziemlich beängstigend aus. Ich werde mir mein eigenes Bild machen, wenn ich das Auto am Simulator teste."
"Wenn wir diese Geschwindigkeiten erreichen, wäre das schon sehr beeindruckend. Mit der aktiven Aerodynamik, wo nun auch der Frontflügel ein DRS hat, werden wir das herausfinden", so Charles Leclerc. Der Ferrari-Pilot erwartet aber ohnehin, dass sich in der heißen Phase der Entwicklung noch vieles verändern wird, bis die Formel-1-Autos bei den Wintertestfahrten 2026 erstmals unter realen Bedingungen auf die Rennstrecke gehen: "Die Entwicklungskurve ist so steil im Moment, dass etwas, wozu du dich heute äußerst, eine Woche später schon wieder ganz anders sein können."
Max Verstappen sieht das ähnlich: "Ich war am Dienstag im Simulator, um ein paar Dinge zu testen. Aber es ist so: im Simulator kannst du alles so gut machen, wie du es haben willst. Es hängt nur davon ab, wie er eingestellt wird. Daher ist er im Moment nicht sehr aussagekräftig. Ich halte mir alles offen. Es hat keinen Sinn, jetzt pessimistisch oder optimistisch zu sein. Warten wir es einfach ab."


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