Mercedes-Wunderkind Kimi Antonelli hat im Formel-1-Qualifying in Monaco erneut zugeschlagen. In einem Kampf der Giganten setzte er sich hauchdünn gegen einen wiedererstarkten Max Verstappen durch. Charles Leclerc setzte zum Schluss alles auf eine Kamikaze-Runde und scheiterte an den Leitplanken von Monte Carlo. George Russell hatte im Kampf um die Pole Position nichts zu melden. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Monaco gibt es im Live-Ticker.
Nach seiner Bestzeit im Q2 zählte Max Verstappen im Finale neben Kimi Antonelli und Charles Leclerc zu den Favoriten auf die Pole Position. Die Reihenfolge für den ersten Run lautete am Boxenausgang: Piastri, Norris, Leclerc, Hamilton, Lawson, Russell, Antonelli, Gasly, Verstappen, Hadjar. Wie an diesem Wochenende üblich, absolvierten alle zehn Fahrer im Q3 zwei Preparation Laps auf dem Soft-Reifen. Bis auf Gasly hatten alle einen neuen Satz aufgezogen.
Die drei Favoriten wurden noch bevor es richtig losging auf zwei dezimiert. Charles Leclerc brach seinen Run nach einem massiven Rutscher in Massenet ab und kam ohne verwertbare Rundenzeit zurück an die Box. Damit überließ er das Feld Antonelli und Verstappen, die sich im Kampf um die Pole nichts schenkten. Der WM-Leader setzte sich mit 1:12.375 Minuten um nur eine Tausendstelsekunde gegen den Niederländer durch. Auf P3 folgte Lewis Hamilton mit anderthalb Zehnteln Rückstand, dahinter Norris, Russell, Hadjar, Piastri, Lawson und Gasly.
Fünf Minuten vor Schluss war Leclerc als Erster für den Showdown auf der Strecke. Der Monegasse lag nur auf P10 und musste jetzt abliefern. Es folgten Gasly, Lawson, Piastri, Norris, Hamilton, Verstappen, Hadjar, Russell, Antonelli. Mit seiner zweiten Runde auf dem zweiten Reifensatz schraubte Leclerc die vorläufige Pole Position auf 1:12.351 Minuten herunter und brachte sich zurück ins Spiel.
Doch Verstappen und Antonelli hatten erneut das letzte Wort. Der viermalige Weltmeister nahm Leclerc unglaubliche zweieinhalb Zehntelsekunden ab, auch Lewis Hamilton verdrängte seinen Ferrari-Teamkollegen. Dann kam Antonelli, der mit 1:12.051 Minuten noch einmal 0,043 Sekunden schneller als Verstappen war. Leclerc hatte noch einen letzten Versuch, konnte sich aber nicht verbessern. Er schlug in Tabac mit dem rechten Hinterrad an und musste sich mit P4 hinter Hamilton zufriedengeben.
Isack Hadjar landete im zweiten Red Bull auf Platz fünf. Russell war als Sechster mit vier Zehnteln auf seinen Mercedes-Teamkollegen erneut klar geschlagen. Für Antonelli ist es bereits die vierte Pole Position in der laufenden Saison sowie in seiner F1-Karriere. Die Top-10 komplettierten Piastri, Norris, Gasly und Lawson.
| Qualifying - Session 3 | |
| Zwischenfälle: | - |
| Top-5: | 1. Antonelli - 2. Verstappen - 3. Hamilton - 4. Leclerc - 5. Hadjar |
Q1 in Monaco: Mercedes hält sich zurück
Das war Q1: Die Verkehrslage machte das Zeittraining auf dem nur 3,337 Kilometer langen Kurs von Monaco schon im Q1 zu einer Nervensache. Die Fahrer hatten wie immer 18 Minuten, um sich für die zweite Runde zu qualifizieren. Schon bei der Vorbereitung auf den ersten Versuch klagte Hamilton im Funk, Leclerc würde ihn auflaufen lassen. Kurz darauf platzte Isack Hadjar schon der Kragen. "Das ist die mieseste Vorbereitung, kommt schon! Was soll das denn?!", fauchte der Franzose sein Team am Radio an.
Den ersten Schlagabtausch auf dem Soft-Reifen (C5) entschied letztendlich Leclerc für sich. Dahinter folgten Norris, Hamilton, Antonelli und Piastri. Die Favoriten absolvierten auf dem ersten Reifensatz das gesamte Q1. Auf seiner achten Runde verbesserte Leclerc seine Bestzeit noch einmal auf 1:13.293 Minuten. Dahinter sortierten sich Verstappen und Antonelli mit persönlichen Verbesserungen ein, zwei respektive drei Zehntel hinter der Bestzeit. Norris, Hamilton, Hülkenberg, Piastri, Russell, Albon und Hadjar folgen auf den Plätzen. Für die Top-10 war das Q2 damit gebucht.
Drei Minuten vor Schluss sorgte Gabriel Bortoleto für eine rote Flagge. Der Brasilianer hatte in der Hafenschikane beim Einlenken links die Leitplanke touchiert und sich die Aufhängung beschädigt. Die Rennleitung reagierte erst mit der gelben Flagge, unterbrach die Session dann aber mit 2 Minuten und 11 Sekunden auf der Uhr doch noch, um nach der Bergung noch einmal Action zu ermöglichen. Beim Restart befanden sich Perez, Bearman, Sainz, Bottas, Alonso und Stroll auf den K.o.-Rängen.
Mit nur wenig Zeit für die Outlap waren die Cadillac-Fahrer zuerst auf der Strecke. Dahinter folgte der Rest des Mittelfelds. Aus den Top-10 fuhr nur Albon noch einen Versuch. Colapinto kam als Einziger zu spät über die Linie und konnte keine Zeit mehr setzen. Für Carlos Sainz lohnte sich der Neustart. Er verbesserte sich auf P10 und kam auf Kosten von Esteban Ocon weiter. Die Plätze 17 bis 20 waren von nur 0,5 Sekunden getrennt. Das Schlusslicht bildete einmal mehr Aston Martin, wobei Fernando Alonso noch sieben Zehntel schneller als Lance Stroll war.
| Qualifying - Session 1 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 17. Ocon - 18. Perez - 19. Bearman - 20. Bottas - 21. Alonso - 22. Stroll |
| Top-5: | 1. Leclerc - 2. Verstappen - 3. Antonelli - 4. Norris - 5. Hamilton |
Q2 in Monaco: Max Verstappen lässt die Muskeln spielen
Das war Q2: Im zweiten Segment über 15 Minuten war es diesmal Max Verstappen, der mit 1:13.205 Minuten vorlegte. Die Antwort kam von Kimi Antonelli, der mit 1:12.778 Minuten an seiner eigenen FP3-Bestzeit kratzte - es fehlten nur fünf Hundertstelsekunden. Für George Russell wurde die Luft immer dünner. Der Brite war auf P8 fast eine Sekunde langsamer. Zur Halbzeit der Session holten Piastri, Hamilton und Verstappen neue Reifen ab, während Antonelli und Leclerc sich auf dem ersten Reifensatz immer noch verbesserten.
Mit 1:12.704 Minuten fuhr Antonelli die bis dato schnellste Zeit des Wochenendes. Leclerc verlor 0,070 Sekunden, Verstappen anderthalb Zehntel. Norris und Piastri folgten auf den Plätzen vier und fünf vor Hamilton. Drei Minuten vor Schluss waren alle Fahrer auf neuen Reifen für den letzten Schuss auf der Strecke. Im Kampf um das Q3 befanden sich Sainz, Albon, Gasly, Lindblad und Franco Colapinto in der Gefahrenzone. Als 16. stand bereits Bortoleto fest, der nach seinem Unfall im Q1 nicht mehr ins Geschehen eingreifen konnte.
Die Hoffnungen von Audi ruhten auf Nico Hülkenberg, der auf P10 lag. In der Schlussphase konnte sich der Deutsche jedoch nicht behaupten und rutschte auf Platz 13 ab. Pierre Gasly löste mit P10 sein Ticket für das Finale, dahinter musste sich das Williams-Duo knapp geschlagen geben. An der Spitze ließ Verstappen mit 1:12.499 Minuten die Muskeln spielen und holte P1. Hadjar verbessert sich ebenfalls und landete auf Position drei, nur zwei Hundertstel hinter Antonelli.
| Qualifying - Session 2 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 11. Albon - 12. Sainz - 13. Hülkenberg - 14. Colapinto - 15. Lindblad - 16. Bortoleto |
| Top-5: | 1. Verstappen - 2. Antonelli - 3. Hadjar - 4. Leclerc - 5. Norris |
Das Wetter: Die Bedingungen waren zum Start des Qualifyings um 16:00 Uhr MESZ ähnlich wie in den Trainings. Die Lufttemperatur betrug im Fürstentum am Mittelmeer warme 24 Grad Celsius, der Asphalt wurde allerdings mit 36 Grad Celsius gemessen und lag damit deutlich über den bisher gemessenen Werten.


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