Die FIA veröffentlichte vor dem Großen Preis von Österreich erstmals die Stewards-Richtlinien für Racing-Standards und Strafen in der Formel 1. Die Richtlinien sind für die 'Schiedsrichter der Formel 1' nicht bindend, ergänzen aber das teils abstrakte Reglement um spezielle Fälle.
Im Winter hatte der Automobilweltverband die umstrittenen und inzwischen revidierten Richtlinien für Verhaltensstrafen als Anhang des International Sporting Codes veröffentlicht, nicht aber die Richtlinien für Renn-Situationen und den Strafenkatalog.
FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sieht den Schritt als Schutz für die Stewards, die für ihre Aufgaben nicht entlohnt werden. "Diese Hingabe wird allzu oft mit extremer und völlig ungerechtfertigter Kritik konfrontiert. Um die Sorgfalt zu demonstrieren, mit der sie ihre Aufgabe wahrnehmen, veröffentlichen wir heute die Richtlinien für Strafen und Fahrstandards, die ihnen bei ihren Entscheidungen helfen", so Ben Sulayem.
Hamilton vs. Verstappen sorgt für Racing-Regeln
Dabei existiert der Strafenkatalog bereits seit einem knappen Jahrzehnt. Bislang war er aber ausschließlich für die FIA, Fahrer und Teams bestimmt. Die Richtlinien für Renn-Situationen wurden erst 2022 offiziell niedergeschrieben. Zuvor gab es lose Versuche mit Skizzen und Beschreibungen, die den Teams auch präsentiert wurden, aber nie in einem offiziellen Dokument zusammengefasst wurden.
Nachdem es 2021 vor allem im WM-Kampf zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen zu zahlreichen strittigen Situationen gekommen war, verfasste die FIA zusammen mit Fahrern und Teams die Richtlinien für faires und hartes Racing. Das Dokument ist allerdings nicht unumstritten und wird stetig aktualisiert.
In der vergangenen Saison kam es zu Kritik und schließlich Anpassungen, weil sich Verstappen Formulierungen der Richtlinien in Zweikämpfen zunutze machte und so das Regelwerk aushebelte. Aktuell umfassen die Racing-Richtlinien in Version 4.1 fünf Seiten.
Am Strafenkatalog gab es hingegen weniger Kritik aus dem Kreis der Formel 1, dafür vermehrt von Fans. Viele konnten das Strafmaß oftmals nicht nachvollziehen. Dabei hielten sich die Stewards in den meisten Fällen an ihre Richtlinien, die niedergeschrieben wurden, um für mehr Konstanz bei den Entscheidungen zu sorgen.
Der Strafenkatalog ist dabei deutlich umfangreicher als die Racing-Standards. Auf 13 Seiten werden vorgeschlagene Standard-Strafen für rund 100 Vergehen definiert. Dabei können spezielle Umstände immer dazu führen, dass Strafen milder oder auch strenger ausfallen als im Katalog vorgesehen. Die vollständigen Dokumente können über diesen Link von der offiziellen FIA-Seite heruntergeladen werden.
"Mehr Transparenz in der Führung unseres Sports ist ein wichtiges Thema, und dies ist ein nützlicher Schritt in diese Richtung", lobt GPDA-Präsident George Russell. Der Mercedes-Fahrer zählt zu den größten Kritikern von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem.



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