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Formel 1

Formel 1 USA: Wurde Gasly ein Opfer der Austin-Bodenwellen?

AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly schied beim Formel-1-GP in den USA mit einem Aufhängungs-Schaden aus. Waren die Bodenwellen dafür verantwortlich?
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Eines der bestimmenden Themen vor dem Formel-1-Comeback in Austin waren die massiven Bodenwellen auf dem Circuit of the Americas. Am Trainings-Freitag fiel das Fazit gemischt aus. Viele Fahrer und Teams sahen die Bodenwellen als zusätzliche Challenge. Esteban Ocon warnt aber, dass man die Grenzen austeste.

Ocon meinte: "Ich denke die Bodenwellen sind am Limit, was die Zuverlässigkeit angeht". Der Alpine-Pilot war einer von drei Fahrern, der die Zielflagge nicht sah. In der 40. Runde musste der Franzose seinen Wagen mit einem Defekt an der Box abstellen. An seinem A521 wurde ein defekter Heckflügel diagnostiziert. Einen Aus einem ähnlichen Grund musste auch sein Teamkollege Fernando Alonso seinen Wagen abstellen.

Defekte Aufhängung von Pierre Gasly

Für den dritten Ausfall des Rennens sorgte der AlphaTauri von Pierre Gasly und das mit einem Defekt, der durchaus charakteristisch für hohe Bodenwellen ist. Auf der 14. Rennrunde rollte Gasly in Kurve 3 mit einem Schaden an der Hinterradaufhängung aus.

Er wollte allerdings nach seinem Ausscheiden keine voreiligen Schlüsse ziehen "Wir müssen noch genauer ansehen, ob wir etwas falsch gemacht haben", kündigte der 25-Jährige an. "Auf jeden Fall ist es hier recht aggressiv für das Auto. Aber alle anderen Wagen scheinen ja okay zu sein", stellte Gasly fest.

Ocon: Bodenwellen am Limit

Ocon argumentiert, in diesem Jahr seien die Bodenwellen zwar am Limit, aber dennoch im Rahmen gewesen. Eine weitere Verschlechterung am Zustand der Strecke sei nicht mehr zumutbar. "Ich denke, wenn es bis zum nächsten Jahr noch einen Schritt weiter in diese Richtung geht, dann werden die Autos wirklich in Problemen sein."

"Wenn man schnell über diese Schläge fährt, dann bekommt der Unterboden und die Aufhängung solche Schläge ab, dass die Ingenieure überall rote Alarmlichter erhalten. Das ist nicht etwas, was wir sehen wollen." Der Ungarn-Sieger fordert, dass man die Anpassungen, welche die FIA vor dem F1-Comeback durchgeführt hat, nicht auf sich beruhen lässt, sondern weitere Maßnahmen ergreift. "Die Strecke benötigt auf das nächste Jahr etwas Arbeit", so Ocon.

Seidl: Gibt der Strecke Charakter

McLaren-Teamchef Andreas Seidl sieht die Streckenbedingungen nicht so dramatisch. Er sagt: Es ist alles eine Setup-Sache. "Wir wussten als wir hierhergekommen sind, dass wir wieder eine Strecke mit vielen Bodenwellen erwarten können, deshalb sind wir auch mit einem Setup angekommen, bei dem wir dies einkalkulierten."

Seidl widerspricht Ocon, dass man sich am Limit bewege. "Ich persönlich mag diese Challenge mit den Bodenwellen, das verleiht der Strecke einen gewissen Charakter", so der Niederbayer. Damit deckt sich die Meinung von Seidl mit jener von Sebastian Vettel und zahlreichen weiteren Fahrern.

Der Circuit of the Americas war bereits 2020 auf einigen Abschnitten neu asphaltiert worden, nachdem die Strecke beim GP 2019 ebenfalls für den welligen Untergrund in die Kritik geraten war. Als die MotoGP Anfang Oktober 2021 nach einem Jahr Pause wieder in Austin an den Start ging, zeigte sich, dass der Kurs erneut von massiven Bodenwellen heimgesucht worden war.

Bis zum nächsten Jahr soll die Strecke, die auf lehmigem Terrain gebaut ist, erneut im ersten und teilweise auch im zweiten Sektor saniert werden. Ansonsten steht etwa eine Rückkehr der Motorrad-WM, die noch mehr als die Formel 1 unter den Bodenwellen zu leiden hat, in Frage.


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