Lamborghini zum Ersten, Lamborghini zum Zweiten: Der Autobauer aus Italien hat zum Auftakt des DTM-Wochenendes auf dem Norisring den besten Eindruck hinterlassen. In den beiden Freien Trainings am sonnigen Freitag mit bis zu 28 Grad Außentemperatur führte ein Lamborghini Huracan GT3 Evo2 die Zeitenliste an.

Am Nachmittag konnte Jordan Pepper (GRT-Lamborghini) die morgendliche Bestzeit von Maximilian Paul (Paul-Lamborghini, 49.468 Sekunden) unterbieten. Der Südafrikaner, der am vergangenen Sonntag das 24h-Rennen in Spa mit Luca Engstler und Mirko Bortolotti gewann, brauchte nur 48.857 Sekunden für seine beste Runde.

DTM-Training am Norisring: Pepper in eigener Liga

DTM-Vollzeitdebütant Pepper war am Freitag der einzige Fahrer, der die 1:49er-Marke auf dem 2,1 Kilometer langen Stadtkurs knacken konnte. Der Pilot vom Lamborghini-Kundenteam GRT, den Siegern des Spa-Rennens, verbesserte seine zuvor aufgestellte Bestzeit noch einmal in der Schlussphase des 40-minütigen Trainings.

Für die üblicherweise extrem geringen Abstände am Norisring fuhr Pepper in seiner eigenen Liga: Sein Vorsprung auf den Zweitplatzierten Gilles Magnus (Comtoyou-Aston-Martin) betrug 0,161 Sekunden. Entlang des Dutzendteichs spielen sich die Zeitenunterschiede üblicherweise im Tausendstelsekunden-Bereich ab. Dabei sorgte DTM-Rookie Magnus mit P2 für eine echte Überraschung, nachdem Neueinsteiger Comtoyou in der bisherigen Saison praktisch keine Rolle spielte.

DTM-Training nach Kalender-Unfall abgebrochen

Eine weitere, wenn auch kleinere Überraschung auf P3: Thierry Vermeulen im Ferrari 296 GT3 von Emil Frey Racing. Der Niederländer benötigte 49,044 Sekunden für seinen besten Umlauf und hatte 0,179 Sekunden Rückstand zu Spitzenreiter Pepper. Das Training wurde kurz vor Ende mit roten Flaggen unterbrochen und nicht wieder aufgenommen, nachdem Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) mit der rechten Seite seines Mercedes-AMG GT3 in die Mauern eingeschlagen war.

Der zweifache Norisring-Sieger und frühere DTM-Champion Thomas Preining (Manthey-Porsche) führte seinen Neunelfer auf den vierten Platz im Klassement. Vormittags-Spitzenreiter Maximilian Paul und Jack Aitken in einem weiteren Emil-Frey-Ferrari belegten die Positionen fünf und sechs. Aitken und Luca Engstler standen wegen überhöhter Geschwindigkeit unter rot geschwenkten Flaggen unter Beobachtung der Rennleitung.

Die Top-10 komplettierten Arjun Maini (HRT-Ford), Ricardo Feller mit seinem Land-Audi in neuem Design, Nicolas Baert (Comtoyou-Aston-Martin) sowie Vorjahressieger Nicki Thiim (Abt-Lamborghini).

Bestplatzierter Mercedes-Fahrer nur auf P14

Auf P11 und P12 landeten Rene Rast (Schubert-BMW) und der amtierende DTM-Champion Mirko Bortolotti. Der in Wien lebende Italiener und Abt-Teamkollege Thiim versuchten sich gegen Ende des Trainings an einer Qualifying-Simulation mit frischen Reifen, hatten aber keine freie Runde ohne Verkehr auf der Strecke.

Hinter Timo Glock (Dörr-McLaren) auf P13 reihte sich der aktuelle Meisterschaftsführende und bestplatzierte Mercedes-Pilot, Lucas Auer, ein. Lokalmatador Marco Wittmann (Schubert-BMW) landete wie schon im 1. Training auf den hinteren Plätzen ein und kam nicht über P21 hinaus.

Am Samstagmorgen geht es im Qualifying ab 09:15 Uhr zum ersten Mal um die Wurst. Die Session wird in zwei Gruppen aufgeteilt, um den 24 Fahrern nach Möglichkeit freie Runden ohne allzu viel Streckenverkehr zu ermöglichen. Das Samstagsrennen beginnt im Anschluss um 13:30 Uhr, ProSieben zeigt den siebten Saisonlauf live im Free-TV.