Marco Wittmann (Schubert-BMW) startet sein großes DTM-Heimspiel auf dem Norisring mit einem Nachteil: Der BMW-Werksfahrer erhält für das erste Rennen des Wochenendes am Samstag eine Rückversetzung um 5 Plätze in der Startaufstellung. Sollte Wittmann am Samstagmorgen die Pole Position erobern, würde er demnach nur von P6 ins Rennen starten.

Grund für die Strafe: Wittmann hat beim letzten DTM-Rennen in Zandvoort seine 3. Verwarnung erhalten. Laut dem Sportlichen Reglement setzt es dafür eine 5-Platz-Gridstrafe beim nächsten Rennen. Zunächst gab es die eine oder andere Unklarheit rund um Wittmanns Grid-Strafe, doch am heutigen Freitag zum Start des Norisring-Wochenendes ist sie auch offiziell bestätigt worden.

Wittmann: "Aufpassen, dass wir nicht alles überregulieren"

Wittmann wurde beim letzten Lauf auf dem niederländischen Kurs erst im Nachgang verwarnt, zudem setzte es eine 5-Sekunden-Ersatzstrafe wegen eines Startvorfalls mit Jack Aitken - zwar ohne Berührung, aber mit einem Platzverlust für den britischen Ferrari-Fahrer. Total kurios: Wittmann behielt trotz der Bestrafung den zweiten Platz in seinem 200. DTM-Rennen - mit nur 5 Tausendstelsekunden Vorsprung vor dem Drittplatzierten Thomas Preining!

Die Zeitstrafe selbst hatte in Zandvoort keine Auswirkungen auf Wittmanns Resultat, wohl aber die dazugehörige Verwarnung. Als eine "50-50-Entscheidung" betitelte der zweifache DTM-Champion das Urteil im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Das war eine strittige Entscheidung. Wir sollen uns gegenseitig Platz lassen. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht alles überregulieren. Der Fan will doch Action sehen. Wir müssen eine Konstanz reinbringen."

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Acht DTM-Fahrern drohen Grid-Strafen

Zwei weitere Verwarnungen hatte Wittmann zuvor beim Samstagsrennen in Zandvoort (Mehrfacher Spurwechsel auf der Geraden) sowie auf dem Lausitzring (Unsichere Rückkehr auf die Strecke) erhalten. Wittmann ist vor dem siebten Saisonrennen am Norisring der erste Fahrer, der wegen Verwarnungen mit einer Grid-Strafe belegt worden ist. Acht weitere Piloten, darunter der amtierende Champion Mirko Bortolotti, stehen bei zwei Verwarnungen.

Wittmann wird sich trotz des vorzeitigen Rückschlages nicht davon abbringen lassen, bei seinem Heimspiel am Norisring glänzen zu wollen. Seinen Sieg von 2018 bezeichnet der 35-Jährige noch heute als den schönsten seiner langen DTM-Karriere.

Jubilar Marco Wittmann (Schubert Motorsport) feiert Platz 2 auf dem Podium
Wittmann fuhr bei seinem 200. DTM-Rennen aufs Podest, Foto: DTM

Wittmann will weiter im DTM-Titelkampf angreifen

Mit dem Schubert-BMW M4 GT3 Evo können sich Wittmann und Teamkollege Rene Rast auf dem Stadtkurs einiges ausrechnen. "Letztes Jahr haben wir uns in den Qualifyings sehr schwergetan", sagte Wittmann. "Dann wird es schwierig, sich im Rennen vorzuarbeiten. Wir haben am Lausitzring schon einen Aufwärtstrend gesehen und standen endlich mal wieder vorne in der Startaufstellung. In Zandvoort konnten wir das widerspiegeln. Ich hoffe, dass dieser Trend anhält."

Wittmann belegt nach sechs von 16 Saisonrennen den sechsten Gesamtplatz mit 70 Punkten. Spitzenreiter Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) hat 91 Zähler auf dem Konto. Wittmann kämpferisch: "Wir stehen deutlich besser dar als zum gleichen Zeitpunkt 2024. Der Plan ist, bis zum Jahresende voll im Kampf dabei zu sein."