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Formel 1 Silverstone: Das sagen die Fahrer zur Sprint-Premiere

Das erste Sprint-Qualifying der Formel 1 ist Geschichte. Wie Fahrer und Teamchefs auf das Debüt der Kurzrennen am Samstag in Silverstone reagieren.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Viel wurde über das Experiment Sprint-Qualifying diskutiert. Jetzt wurde der erste Sprint der Formel-1-Geschichte beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone durchgezogen und die Startaustellung zum Grand Prix, der am Sonntag über die Bühne geht, durch ein 17-ründiges Rennen bestimmt.

Formel 1 Sprint-Premiere: Was war gut, was schlecht?: (15:15 Min.)

Im Vorfeld wurde viel über die Sinnhaftigkeit dieser Innovation spekuliert und viel diskutiert. Mick Schumacher meinte, dass es einem Team wie Haas mehr Chancen bieten würde, durch Fehler oder Kollisionen der Konkurrenz einige Plätze abzustauben. Weltmeister Lewis Hamilton befürchtete einen Langweiler. Die Motorsport-Magazin.com-Redaktion hat ihre Redaktion auf den Sprint bereits in Worte gefasst. Doch was sagen eigentlich die Fahrer? Wir haben einige Stimmen der Piloten gesammelt.

Sprint-Qualifying in Silverstone: Die Reaktionen

Max Verstappen: "Was schön war ist, dass du mit weniger Benzin startest. Die Autos sind schneller und der Wagen fühlt sich etwas lebendiger an. Das hat Spaß gemacht. Am Freitag war es nicht so angenehm, denn du steigst aus dem Auto aus, aber es fühlt sich nicht so an wie sonst. Heute habe ich ein Rennen gefahren mit einem Drittel der Renndistanz und dann ist es die Pole, das fühlt sich komisch an."

Lewis Hamilton: "Meiner Meinung nach dürfte es nur Samstag und Sonntag sein, dann wären 23 Tage weniger im Jahr. Das wäre auch besser, damit der Sport grüner werden kann. Heute war das Rennen, es war schwierig für uns zu Überholen. Mit diesen Autos brauchst du Boxenstopps und Strategie, sonst ist es so schwer nah heranzukommen."

Valtteri Bottas: "Es ist ein zusätzlicher Rennstart, das ist immer ganz nett. Denn es ist etwas mehr Racing. Für mich hat es das Wochenende nicht so sehr verändert. Ich habe mich als Dritter qualifiziert und habe das Rennen als Dritter beendet. Wenn ich beurteilen müsste, was ich mehr genossen habe, würde ich Freitag sagen. Ich mag das Qualifying, wo ich das Auto am Limit bewegen kann, immer sehr."

Mick Schumacher: "Ich würde nicht erwarten, dass die Formel 1 dass bei jedem Event macht, sondern eher bei speziellen Events bei drei oder vier Rennen im Jahr. Manchmal ist es cool, aber insgesamt finde ich den normalen Zeitplan besser."

Mick Schumacher kollidierte im Sprint-Qualifying mit seinem Teamkollegen Nikita Mazepin - Foto: LAT Images

Sebastian Vettel: "Es ist ehrlich gesagt seltsam. Es ist so ein kurzes Rennen. Es ist bei weitem das kürzeste Rennen, das ich seit Jahren gefahren bin. Es ist aber nicht schlecht. Gestern hat Spaß gemacht, schon am Freitag etwas zu haben was zählt, war schön. "

Sergio Perez: "Wir müssen noch abwarten, wie es bei den Zuschauern ankommt, denn es wurde ja hauptsächlich für die Fans gemacht. Meiner Meinung nach müsste man es aber ein bisschen anders machen, denn das zweite Training war eine Zeitverschwendung."

Daniel Ricciardo: "Ich hoffe es hat ein bisschen mehr Spannung für die Zuschauer erzeugt. Es hat mir Spaß gemacht. Denn mir gefällt dieses Gefühl immer am meisten, wenn die Lichter ausgehen und man Kämpfe und eine Competition hat. Bisher war es ein spaßiges Wochenende. Sobald wir dieses Format zwei- oder dreimal probiert haben, werden wir bessere Wege als bisher. Vielleicht indem man das Wagensetup für Sonntag anpassen könnte."

Fernando Alonso: "Ich mag das Format, denn wir haben drei Tage Action. Das ist gut für die Fans. Letztes Jahr, als ich mir die Rennen zuhause angesehen habe, gab es am Freitag Longruns, die für die Teams und uns Fahrer sehr wichtig sind, aber nicht für die Fans zuhause. Ich hoffe, dass wir dieses Format behalten. Wenn ich eine Sache vorschlagen könnte, dann dass man dem Freitag noch mehr Pfeffer verleiht. Beispielsweise, dass man nur einen Versuch und nur einen Reifensatz hat."

Fernando Alonso im Kampf mit Lando Norris - Foto: LAT Images

Lando Norris: "Es ist komisch so ein kurzes Rennen in der Formel 1 zu erleben, da wir normale Rennwochenenden gewohnt sind. Wenn es den Fans gefallen hat und im TV gut ging, ist es mir aber egal, denn dann bin ich happy zu fahren aber als Fahrer weiß ich nicht so recht."

Toto Wolff: "Ich denke, es ist unterhaltsam für die Zuschauer an der Strecke. Ein Start ist immer interessant und es ist guter Content und es hat Spaß gemacht etwa Alonso zuzusehen. Also denke ich, dass es insgesamt eine gute Ergänzung ist, die ich nicht bei jedem Rennen sehe. Ich denke, es gibt zu viel Zufälligkeit, wenn man sieht, wie Checo sich rausdreht und dann ausscheidet. Der letzte Platz ist nicht der Platz, den Sergio Perez einnehmen sollte. Aber ich denke, wenn die nächsten beiden Rennen so laufen wie dieses, hat es in einer begrenzten Form einen Platz im Kalender."

Ross Brawn (Liberty Media Sportchef): "Ich bin sehr zufrieden. Die Hauptsache ist, dass wir aufregendes Racing erlebt haben. Wir hatten einige fabelhafte Kämpfe bei denen die Teams nicht einwirken konnten. Es war einfach Fahrer gegen Fahrer ohne Strategie und ohne Boxenstopps. Deshalb wurde ich es als Erfolg verbuchen. Es ist sicherlich eine Plattform für die Zukunft."