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Formel 1

Formel 1, Gasly: Last-Minute-Podium in Baku trotz Motorproblem

Pierre Gasly fuhr beim Aserbaidschan GP auf das Podest. Der AlphaTauri-Pilot verteidigte sich trotz technischer Probleme im Duell gegen Charles Leclerc.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Nach dem besten Qualifyingresultat der Formel-1-Saison 2021 am Samstag ließ Pierre Gasly am Sonntag beim Aserbaidschan GP in Baku das beste Rennergebnis folgen. Der von Platz vier gestartete AlphaTauri-Pilot beendete den sechsten WM-Lauf des Jahres auf Platz drei. Dabei hatte er beim späten Restart zwei Runden vor der Zieldurchfahrt wegen technischer Sorgen, diesen gegen Charles Leclerc zu verlieren.

"Ab der Rennmitte hatten wir Motorprobleme und deswegen viel Leistung auf der Geraden verloren", erklärter der Franzose. "Ich ahnte schon, dass es hart werden würde bis zum Ende. Dann kam die rote Flagge."

Die Unterbrechung erschwerte dem Grand-Prix-Sieger den Kampf gegen Charles Leclerc um den letzten Platz auf dem Podest. Bis zu Max Verstappens Unfall hatte Gasly einen Vorsprung von rund 2.7 auf seinen Verfolger. Durch die in der Folge ausgelöste Safety-Car-Phase wurde dieser zunächst eingestampft. Die spätere Rennunterbrechung mit stehendem Neustart steigerten die Chancen auf ein erfolgreiches Überholmanöver des Monegassen. Diese ließ sich Leclerc nicht entgehen.

Er nutzte seine Gelegenheit zu Beginn der letzten Runde. Er saugte sich auf der 2,2 Kilometer langen Start-/Ziel-Geraden an und überholte seinen Konkurrenten. Gasly scherte sofort ein und konnte so seinerseits den Windschatten ausnutzen. Vor der ersten Kurve konterte er erfolgreich. Im kurvigen mittleren Abschnitt der Strecke entwickelte sich das Duell weiter. Aber Gasly behielt die Nase vorne. "Es war enges und hartes Racing. Aber das wollen wir alle sehen", sagte er.

Keine Angst vor Reifenschaden

Dass das Rennen nach zwei Reifenschäden bei hohen Geschwindigkeiten noch einmal für einen kurzen Sprint wieder aufgenommen wurde, beunruhigte den 25-Jährigen nicht. "Ich war überhaupt nicht besorgt. Vielleicht waren es die anderen beiden [Sergio Perez und Sebastian Vettel], weil ihre Teamkollegen Reifenschäden hatten", erklärte der aktuelle WM-Achte.

Somit konnte er sich auch mit der Entscheidung anfreunden, das Rennen nach der rund 35-minütigen Unterbrechung noch einmal freizugeben. "Die Amerikaner haben übernommen. Deswegen war ich nicht überrascht. Ich war happy mit der Entscheidung", meinte Gasly. Damit spielte er auf die Heimat von Liberty Media an. Im US-Motorsport ist es üblich, späte Safety-Car-Phasen mit roten Flaggen zu unterbrechen und das Rennen später erneut zu starten. Das gibt den Streckenwarten die Möglichkeit, Unfallstellen unabhängig von der verbleibenden Distanz aufzuräumen.

"Es schafft für Unterhaltung, bringt etwas mehr Spannung und sorgt bei den Fahrern für Adrenalin. Es bringt auch neue Möglichkeiten, den jeder will in der kurzen verbleibenden Zeit viele Plätze gutmachen. Ich habe die Wiederholung noch nicht gesehen, aber für mich war es aufregend und ich habe es genossen", fügte Gasly an. Schon bei seinem ersten Formel-1-Sieg im vergangenen Jahr in Monza wurde das Rennen für eine längere Zeit unterbrochen und stehend neugestartet. Damals sorgte ein Unfall Charles Leclercs für die rote Flagge.

Seine Bewertung der Situation dürfte auch deswegen positiv ausfallen, weil er erst durch den Restart auf Platz drei nach vorne gekommen ist. Der bis dahin auf Platz zwei liegende Lewis Hamilton verbremste sich in der ersten Kurve und fiel ans Endes des Felds zurück.

Performance macht Gasly ratlos

Nach Platz sechs in Monaco war es für Gasly das zweite gute Ergebnis in Folge. "Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, wo unsere Leistung herkam. Dieses Wochenende waren wir sehr konkurrenzfähig. Wir müssen verstehen warum. Es kam aus dem Nirgendwo. Von der ersten Runde an habe ich mich hier sehr wohlgefühlt. Heute hatten wir eine gute Pace, vor allem zu Beginn des Rennens, als wir mit den Top-Fahrern mithalten konnten", sagte er.

Am Samstag überraschte er nicht nur mit der Bestzeit im 3. Freien Training, sondern auch mit dem geringen Abstand in der Qualifikation. Ihm fehlten lediglich dreieinhalb Zehntelsekunden auf die Pole-Zeit.

Trotz der Motorprobleme fuhr er in der Schlussphase seine persönliche schnellste Rennrunde. "Ich muss noch in die Daten schauen, um zu wissen, wie viel es ausgemacht hat. Aber es war ein ziemlicher Unterschied im Vergleich zu Yuki. Die Jungs an der Box haben mir ein paar Motoreinstellungen genannt, mit denen ich den Schaden begrenzen konnte. Damit war ich stark im zweiten Sektor", erklärte er.

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