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Formel 1

Nikita Mazepin erklärt Monaco zu seinem Formel-1-Durchbruch

Nikita Mazepin zeigte am Formel-1-Wochenende in Monaco einen Fortschritt. Keine Fehler, bessere Pace. War das der Durchbruch? Ja, sagt der Russe.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nikita Mazepin fühlt sich mit nun fünf F1-Wochenenden Erfahrung endlich angekommen in der Formel 1. Zuletzt erlebte der Russe ausgerechnet im engen Monaco sein bis dato bestes Wochenende seiner noch kurzen F1-Karriere. Im Fürstentum lieferte Mazepin erstmals eine blitzsaubere Leistung ab und hielt zum ersten Mal die meiste Zeit auch mit seinem Teamkollegen Mick Schumacher mit. Einzig im dritten Training war Mazepin trotz Schumachers Unfall langsamer, am Qualifying nahm der Deutsche in Folge des Crashs allerdings gar nicht erst teil.

Im Rennen bremste sich Schumacher in der Haarnadel dann gleich in der ersten Runde vorbei an seinem Teamkollegen, nur Probleme mit dem Benzindruck beförderten Mazepin danach wieder per Teamorder vor den anderen Haas zurück. Erstmals lag Mazepin damit auf dem Papier auch im Rennergebnis vor Schumacher. Nicht deshalb, sondern schlicht wegen seines ersten Wochenendes mit einem wirklich guten Gefühl, spricht der 22-Jährige nun von seinem Durchbruch.

Mazepin hatte Durchbruch nicht so plötzlich erwartet

Der sei es in Monaco nämlich gewesen. "Ja klar", sagt Mazepin am Donnerstag in Baku auf Nachfrage. "Ich habe vielleicht nicht erwartet, dass es so plötzlich kommt. Aber solange wir einen positiven Fortschritt sehen, ob große oder kleine Schritte, solange wir uns nach vorne bewegen, mache ich das, worauf ich auch aus bin. So musst du es auch machen, das hat mich meine Erfahrung im Motorsport immer gelehrt."

Wie dieser selbsterklärte Durchbruch gelang? Vor allem mit Ruhe und Zurückhaltung. "Vor Monaco war ich sehr vorsichtig, was ich sage und tue, denn man weiß, dass dieser Kurs viele Herausforderungen bereithält und mein Jahr fing ja nicht gerade so leicht an", schildert Mazepin. "Es hätte dort schiefgehen können. Was geholfen hat, war wirklich die Analyse, was nicht funktioniert hat und was ich nicht richtig gemacht habe. Das war ein sehr gutes Beispiel dafür, was mir Vertrauen gibt, dem Team Vertrauen und was uns zusammenschweißt, um ein sehr starkes Duo zu sein."

Mazepin erklärt kryptische Monaco-Aussage

Diese Analyse führte in Monaco zu Änderungen bei Haas, wie Mazepin schon dort verriet. Teamchef Günther Steiner wisse genau, worum es dabei gehe und das bleibe besser intern, ergänzte der Russe geheimnisvoll. Vor dem Rennen in Baku konkretisiert Mazepin auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com nun, was er damit meinte. "Das ist etwas, das ich mich Günther besprochen habe - wie ich mit meinen Ingenieuren und dem Team zusammenarbeite. Er hat mich da unterstützt. In Monaco sind wir übereingekommen, dass diese Arbeitsweise positiv ist und wir so weitermachen können", sagt Mazepin.

Es handelt sich also um eine generell andere Arbeitsroutine, die nicht speziell auf die Eigenarten von Monaco - oder auch Baku als weiterer Straßenkurs - ausgerichtet ist. "Es ist sehr schwierig das aus Monaco auf Baku zu übertragen, denn es gibt kaum Ähnlichkeiten. Außer dass das Auto ein Lenkrad und vier Räder hat", scherzt Mazepin. "Ich denke nicht, dass das speziell für Baku relevant ist, sondern wir es generell mitnehmen."

'Weiser Rat' von Günther Steiner wird wahr

Mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Mazepin und Haas-Teamchef Steiner, die in den Aussagen von Monaco mitzuschwingen schienen, räumt der Sohn des Titelsponsors Haas' damit nicht nur aus, sondern verkehrt diesen Eindruck mit einer kurzen Anekdote sogar ins Gegenteil.

"Ich erinnere mich noch daran, wie Günther mir vor dem ersten Rennen sagte, dass es unglaublich sein wird, was ich in den ersten fünf Rennen lernen werde", sagt Mazepin. "Und jetzt kann ich sehen, dass dieser weise Rat wahrgeworden ist. Ich fühle mich jetzt viel wohler im Auto als beim ersten Mal. In den letzten Läufen zeigte die Kurven in meinem Team innerhalb von Haas sehr positiv nach oben."


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