Der Straßenkurs von Baku ist einmalig im Formel-1-Kalender: Auf der einen Seite bietet die Strecke eine 2,2 Kilometer lange Vollgas-Passage, auf der anderen Seite führen die 6,003 Kilometer auch durch die enge und verwinkelte Altstadt der Hauptstadt Aserbaidschans.

Nachdem die Königsklasse des Motorsports 2020 nicht am Kaspischen Meer gastierte, kehrt sie in dieser Saison auf eine leicht modifizierte Rennstrecke zurück. Ein paar Mauern wanderten geringfügig näher an die Streckenbegrenzung heran, dazu wurden an einigen Stellen Anpassungen am Mauerwerk selbst und den Tecpro-Barrieren vorgenommen.

Die berühmteste Stelle der Strecke ist die langsame Linkskurve vorbei an der historischen Stadtmauer Itschäri Schähär. Es handelt sich dabei um die engste Stelle im gesamten Formel-1-Rennkalender.

Ursprünglich war Kurve acht noch deutlich spitzer -
Ursprünglich war Kurve acht noch deutlich spitzer -Foto: Sutton

Für die 2021er Ausgabe wurde die Linkskurve weiter entschärft. Schon 2017 wurde die Stelle leicht angepasst. Ursprünglich war die Kurve spitzer, wodurch die Strecke noch enger war. Nach Trainingsunfällen reagierte die FIA und lies die Kurve näher an der Streckenbegrenzung entlanglaufen. Die weiße Linie wurde neu aufgetragen, der Kerb etwas verkürzt.

In dieser Saison bleibt der Streckenverlauf gleich, jedoch musste der Kerb komplett weichen. Es bleibt eine farbliche Markierung auf dem Asphalt. Bei den Fahrern kommt die Änderung gut an. "Ich freue mich darauf, es sollte dadurch schneller werden. Das Auto wird weniger springen und es wird ziemlich schön sein", meint Ferrari-Pilot Charles Leclerc.

Charles Leclerc machte schon unliebsame Bekanntschaft mit Kurve acht -
Charles Leclerc machte schon unliebsame Bekanntschaft mit Kurve acht -Foto: LAT Images

"Das macht die Stelle etwas breiter", erklärt Mick Schumacher. "Das macht uns das Leben ein bisschen einfacher. Wenn du den Kerb mitgenommen hast, dann konnte es schnell passieren, dass du in der Wand warst. In der Formel 1 konnte man vor zwei Jahren den Kerb schon ganz mitnehmen, in der Formel 2 nicht."

FIA warnt Fahrer: Im Qualifying nicht zu langsam!

Angst um die Tracklimits macht sich Schumacher nicht: "Das sollte dann die Wand sein." FIA-Rennleiter Michael Masi macht aber ein anderes Thema Sorgen: langsame Autos. Nirgends ist der Windschatten-Effekt größer als in Baku. Entsprechend versuchen sich die Piloten im Qualifying perfekt zu positionieren.

Damit es dabei nicht zu extremen Auswüchsen kommt, hat Masi sicherheitshalber klargestellt, dass man nach der letzten 'richtigen' Kurve, nämlich Turn 16, nicht mehr verlangsamen darf. Von da an stehen die Piloten trotz einiger Biegungen bis zur ersten Kurve der Strecke 2,2 Kilometer lang voll auf dem Gaspedal.

Außerdem will Masi auch die Zeiten auf den Outlaps genau im Auge behalten: Wer dort 'unnötig langsam' fährt, muss mit einer Strafe rechnen. Als Vergleichsgröße dient die maximale Rundenzeite, die auch für Inlaps im Qualifying und die Sichtungsrunden vor dem Rennen gilt.