Das Rahmenprogramm beim DTM-Saisonhighlight auf dem Norisring konnte sich sehen lassen: Zusätzliche Rennen des Porsche Carrera Cup Deutschland, der ADAC GT4 Germany, des Prototype Cup Germany sowie des elektrischen Mini-Markenpokals NXT Gen Cup ließen keine Langeweile bei den 112.000 Zuschauern am Wochenende aufkommen.

Für das größte Spektakel auf dem Nürnberger Stadtkurs sorgte aber ein einziges Gefährt: eine waschechte MotoGP-Maschine von Red-Bull-KTM! Pol Espargaro verzückte die Massen mit einigen spektakulären Show-Runs auf der 2,162 Kilometer langen Strecke entlang des Dutzendteichs. Die brachialen Geschwindigkeiten sorgten für großes Staunen bei den Zuschauern, von denen viele sicherlich noch nie ein MotoGP-Bike live in Aktion gesehen hatten.

VIDEO: So lief der Show-Run der MotoGP auf dem Norisring:

DTM Crash-Festival am Norisring! Irre MotoGP-Show in Nürnberg (18:56 Min.)

MotoGP auf dem Norisring: Bei 330 km/h war Schluss

Der spanische KTM-Testfahrer und Moto2-Weltmeister von 2013 ließ sein Bike regelrecht fliegen: Espargaro fuhr nach Informationen von Motorsport-Magazin.com sagenhafte 330 km/h auf der Start/Ziel-Geraden. Es wäre wohl noch mehr drin gewesen, doch der 34-Jährige erreichte wegen einer kurz ausgelegten Übersetzung den Begrenzer. Zum Vergleich: Die GT3-Autos der DTM erzielten Spitzengeschwindigkeiten von 258 km/h (Arjun Maini im Ford Mustang GT3).

"Pol hat eine verdammt gute Show abgeliefert", meinte Sonntags-Sieger Thomas Preining (Manthey-Porsche) stellvertretend für die begeisterten Zuschauer. Viele DTM-Piloten ließen es sich nicht nehmen, Espargaros Show-Einlagen - Drifts, Wheelies und viel Reifenqualm inklusive - hautnah zu verfolgen.

MotoGP-Show auf dem Norisring 2025
Pol Espargaro auf der Red-Bull-KTM am Norisring, Foto: DTM

Highspeed-Werbung für MotoGP am Sachsenring

Espargaro betrieb mit seinen Show-Einlagen perfekte Werbung für das MotoGP-Event auf dem Sachsenring (12.-13. Juli 2025) am kommenden Wochenende, dem einzigen deutschen Lauf im Rennkalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der 'SaRi' lockt jährlich gigantische 250.000 Zuschauer an die sächsische Traditionsstrecke (Wie sehr der Motorsport auch abseits der Formel 1 boomt, lest ihr in diesem Kommentar).

"Das machte für beide Seiten Sinn", sagte ADAC-Motorsportchef Thomas Voss zu Motorsport-Magazin.com. "Für die DTM als Show-Projekt und für die MotoGP als Bewerbung für die Veranstaltung." Eddie Mielke, langjähriger DTM-Kommentator von ProSieben, moderierte Espargaros wilden Ritt am Norisring für die Zuschauer, bevor er am kommenden Wochenende den MotoGP-Lauf für den Pay-TV-Sender Sky am Mikrofon begleiten wird.

Auch Espargaro hatte Spaß, das MotoGP-Bike durch die ungewohnten Gefilde zu pilotieren: "Die Mauern hier sind sehr nah, daran ist man als Motorradfahrer nicht gewöhnt. Der Norisring ist wie der Sachsenring eine echte Traditionsstrecke mit unglaublichem Publikum."

MotoGP-Show auf dem Norisring 2025
Einstimmung auf das MotoGP-Rennen am Sachsenring, Foto: IMAGO/Alexander Trienitz

Mit zwei Rädern fing es an: Motorrad-Tradition auf dem Norisring

Motorräder auf dem Norisring haben inzwischen echten Seltenheitswert, dabei liegen die Anfänge des heutigen Veranstalters, dem Motor Sport Club Nürnberg e.V., im Zweiradsport. Am 05. Januar 1905 gründen 20 Motorradfahrer und Kraftfahrer den MCN unter dem Namen "Erster Nürnberger Motorfahrer-Verein, Ortsgruppe des D.M.V." als Ortsgruppe der Deutschen Motorradfahrer-Vereinigung (D.M.V. - später in ADAC umbenannt).

Das letzte reguläre Motorradrennen auf dem Norisring fand im Jahr 1976 statt. In diesem Jahr wurde der ADAC Norisring Cup ausgetragen, der sowohl nationale als auch internationale Teilnehmer anzog. Insgesamt wurden zwischen 1938 und 1976 mit Unterbrechungen 25 Motorradrennen auf dem Norisring veranstaltet, zu Beginn der 2000er-Jahre auch einige klassische Motorrad-Veranstaltungen. In der Folgezeit setzten sich Vierrad-Rennen auf dem berühmten Stadtkurs durch, darunter die Sportwagen-Weltmeisterschaft sowie die DTM ab 1984.