Die Entlassung von Christian Horner bei Red Bull stößt auf Reaktionen in der gesamten Formel-1-Welt. Kein Wunder, schließlich war der Brite nach 20 Jahren an der Spitze von Red Bull Racing nicht nur der dienstälteste Teamboss, sondern mit insgesamt 14 WM-Titeln auch einer der erfolgreichsten.

Nachdem der Rauswurf von Horner bestätigt wurde, meldete sich auch Bernie Ecclestone zu Wort. Der ehemalige Formel-1-Chef wunderte sich über die Entscheidung von Red Bull. Vor allem die Unmittelbarkeit kann er nicht nachvollziehen. Gegenüber Racingnews 365 sagte er: "Ich habe mit ihm noch am Tag vorher [am Montag] gesprochen und er wusste von nichts. Er könnte es gewusst haben, aber er hat es mir nicht gesagt. Es war eine normale Konversation. Wir sprachen über Max. Das hat nichts damit zu tun, sonst hätte er es mir gesagt."

Christian Horner gefeuert! Was bedeutet das für Verstappen? (09:36 Min.)

Gründe von Horner-Entlassung gibt Rätsel auf, Ecclestone: Muss ernst sein

Ecclestone hielt seit seinem Aus als F1-Boss 2017 Kontakt mit Horner. Der 94-Jährige telefonierte noch regelmäßig mit dem Red-Bull-Teamboss. Laut Horner wurde ihm selbst die Nachricht erst am Dienstag überbracht. Tags darauf wurde seine Entlassung offiziell. In der Bekanntgabe wurden keine Gründe für die Entlassung genannt. Laut Sky-Sports-Experte Martin Brundle habe Horner selbst erklärt, dass ihm keine Begründung für die Entscheidung mitgeteilt worden war.

Ecclestone gibt das Rätsel auf. "Es muss meiner Meinung nach etwas sehr Ernstes sein", ist er sich sicher. Erst recht, da Horner keine Frist gesetzt bekam, sondern der Tausch unverzüglich vonstattenging. "Dass es mit sofortiger Wirkung passiert, das verstehe ich nicht. Warum sollten sie ihn auffordern mit sofortiger Wirkung zu gehen? Es ist, als ob er jemanden umgebracht hätte", so Ecclestone.

Laut Ecclestone gäbe es elegantere Lösungen, einen so bedeutenden Angestellten vor die Tür zu setzen, falls es nur eine Reaktion auf die jüngsten Ergebnisse des bis vor einem Jahr dominanten Teams in der Formel 1 gewesen ist. "Wenn wir annehmen, dass sie unzufrieden mit den Resultaten sind, was ich verstehen könnte, das ist eine Sache. Aber sofort gefeuert zu werden, das ist ein komplett anderes Ding", erklärte der Brite.

"Wenn man jemanden entlässt, dann redet man vorher und geht an die Öffentlichkeit mit etwas wie: 'Wir haben uns geeinigt, uns zu trennen', oder so etwas. Aber zu sagen: 'Du bist mit sofortiger Wirkung gefeuert', dazu muss er schon etwas Drastisches getan haben."

Warum wurde Christian Horner bei Red Bull entlassen

Über den letztendlichen Grund für die Entlassung von Horner kann im Moment nur gemutmaßt werden. Neben der Erklärung, dass die enttäuschende sportliche Lage in der bisherigen Formel-1-Saison ausschlaggebend gewesen sein könnte, wäre auch naheliegend, dass die Situation rund um Max Verstappen eine Rolle gespielt hat.

Der F1-Weltmeister hat zwar bis 2028 Vertrag bei Red Bull, wird in letzter Zeit aber offen von Mercedes umworben und könnte unter Umständen Ende des Monats eine Ausstiegsklausel geltend machen. Horner steht im Hause Verstappen nicht hoch im Kurs. Jos Verstappen schoss im Vorjahr öffentlich gegen ihn und forderte ihn zum Rücktritt auf. Zuvor hatte Horner sich einen Machtkampf mit Dr. Helmut Marko geliefert, bei dem Verstappen auf der Seite des Österreichers stand.

Max Verstappen war einer der ersten, der sich nach der Entlassung von Horner öffentlich äußerte. Hier könnt ihr nachlesen, was der F1-Champion in den sozialen Medien schrieb: