Es ist das Thema in jedermanns Munde: Christian Horner und Red Bull Racing gehen getrennte Wege. Reaktionen aus der Welt der Formel 1 ließen nicht lange auf sich warten, nun hat sich auch Horner selbst zu Wort gemeldet. Das Team informierte er über seinen erzwungenen Abschied persönlich, ehe Red Bull das Aus der Öffentlichkeit verkündete.
In den sozialen Netzwerken tauchte am Mittwoch ein Video auf, das Horner im Red-Bull-Hauptquartier in Milton Keyes zeigt. Darin kündigte er vor versammelter Mannschaft seinen Abgang aus dem Formel-1-Team an und verriet dabei ein interessantes Detail: "Gestern [Dienstag] wurde ich von Red Bull informiert, dass ich nach dieser Versammlung nicht mehr in die operativen Geschäfte des Teams involviert sein werde. Ich bleibe zwar beim Unternehmen angestellt, aber der Baton wird weitergereicht", so der 51-Jährige.
Horner war nicht nur seit der Gründung des Teams Chef von Red Bull Racing, sondern leitete auch den teameigenen Motorenhersteller Red Bull Powertrains sowie die Unternehmen Red Bull Advanced Technologies und Red Bull Advanced Services. Nachbesetzungen für all diese Position werden zurzeit intern diskutiert. Offiziell ist Horner noch angestellt. Auflösungsvereinbarungen mit Sperrfristen für die Konkurrenz und Abfindungen dürften sich dabei nicht unkompliziert gestalten.
Bei Abschiedsrede kämpft Horner mit Tränen
In seiner Abschiedsrede erklärte Horner, dass der Rauswurf ein Schock für ihn gewesen sei. In Formel-1-Kreisen wurde schon länger über ein Aus des seit 2005 dienenden Teamchefs spekuliert. Der interne Machtkampf mit Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko, eine Affäre wegen angeblich anstößigem Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin und der Leistungsabfall des Red-Bull-Teams seit Mitte der Saison 2024 waren keine guten Omen für Horner.
In seiner Rede sprach er der ganzen Mannschaft seine Wertschätzung aus: "Ich möchte jedem einzelnen Mitglied dieses Teams danken. Ihr habt so viel gegeben. Als ich vor 20 Jahren hier ankam, mit ein paar grauen Haaren weniger, wusste ich nicht, was ich erwarten sollte. Aber wir haben das Team zu einem Powerhouse in der Formel 1 gemacht." Vor dem Perfomance-Tief stellte Red Bull Racing 2023 den Rekord für die dominanteste Formel-1-Saison der Geschichte auf. 21 von 22 Grand-Prix-Siegen gingen an die britisch-österreichische Truppe.
"Ein Teil dieses Teams zu sein, war das größte Privileg meines Lebens", führte Horner fort und musste daraufhin kurz pausieren. Der 51-Jährige hatte sichtlich mit den Tränen zu kämpfen, die Teammitglieder ermutigten ihn mit Applaus, mit seiner Rede fortzufahren. Seine gesamte Formel-1-Karriere verbrachte Horner bei Red Bull Racing, kein anderer Teamchef im aktuellen Lager war so lange durchgehend im Dienst.
Christian Horners erste Meldung seit Red-Bull-Abgang
Max Verstappen verabschiedete sich bereits am Mittwochnachmittag auf den sozialen Medien von Horner. Er war Verstappens ganze Formel-1-Karriere an der Seite des vierfachen Weltmeisters. In der Nacht auf Donnerstag meldete sich Horner dann auf der Social-Media-Plattform Instagram zum ersten Mal öffentlich selbst zu Wort.
"Nach einer unglaublichen Reise und 20 Jahren zusammen, verabschiede ich mich heute schweren Herzens von einem Team, das ich absolut geliebt habe. Jeder von euch, den unglaublichen Menschen in der Fabrik, ist das Herz und die Seele von all dem, was wir erreicht haben. Ich bin so stolz auf unsere gemeinsamen Erfolge und auf euch alle", schrieb er in seinem Post.
Auch die Sponsoren, Fans und die Konkurrenz bekam eine Erwähnung in Horners Nachricht: "Ohne euch würde es keinen Rennsport geben." Die Schlussworte widmete Horner der Königsklasse des Motorsports. "Die Formel 1 basiert auf unbarmherziger Ambition, Leidenschaft und Respekt. Ich verabschiede mich mit großem Stolz auf unsere Errungenschaften und was noch für 2026 bevorsteht - und mit viel Respekt für alle, die die Formel 1 heute zur Königsklasse machen", waren Horners vorerst letzte Worte als Teamchef eines Formel-1-Rennstalls.
Könnte Christian Horner als Teamchef von Ferrari wieder zurück in die Formel 1 kommen? Das sagte er beim Großen Preis von Spanien zu den Gerüchten:



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