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Formel 1

Mercedes gegen Balance of Performance: Wäre Anfang vom Ende

Red Bulls Absicht, den Honda-Motor weiter in der Formel 1 einzusetzen, führt zu Streit. Renault, Ferrari gegen Freeze, Mercedes mag BoP-Kompromiss nicht.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Red Bull geht in der Motorenfrage die Zeit aus. Sie verhandeln im Hintergrund darüber, auch nach Hondas Formel-1-Ausstieg 2022 deren Motor weiter einzusetzen. Aber eine Kompromisslösung scheint immer weiter in die Ferne zu rücken.

Red Bull hofft auf einen im Reglement verankerten Entwicklungsstopp, um den Motor weiter einzusetzen, da sie sich die Entwicklung einer Hybrid-Power-Unit kaum leisten können. Mercedes wäre grundsätzlich dazu bereit. Ferrari und Renault steigen auf die Barrikaden. Das ruft bei Toto Wolff Sorgen hervor. Nicht nur über die Red-Bull-Zukunft, sondern auch über vorgetragene Alternativen.

Wolff prophezeit: Ferrari & Renault stoppen Red-Bull-Vorstoß

"Keine Zustimmung bedeutet, dass es nicht durchgesetzt werden kann", erklärt Wolff. "Renault und Ferrari waren mit ihren Positionen sehr direkt, also sehe ich leider nicht, wie das passieren kann."

"Sie werden ihre Gründe haben, warum sie sich dagegen aussprechen", schätzt Wolff. Sein Team hat an und für sich nichts gegen den Red-Bull-Vorschlag. "Ich schätze, wir sind auch besorgt wegen der Situation, in der sich Honda und Red Bull befinden." Und natürlich würde ein eingefrorenes Motoren-Reglement auch Mercedes' aktuellen Motor-Vorteil einfrieren.

Wolff gegen Balance of Performance: Anfang vom Formel-1-Ende

Red Bull steht inzwischen unter Zeitdruck. In den nächsten Tagen würden sie gerne eine Entscheidung treffen. Ihr letzter Versuch, um die Gegner von Ferrari und Renault auf ihre Seite zu ziehen, wäre ein Balance-of-Performance-Konzept. Ähnlich wie man es aus dem GT-Sport oder aus der alten LMP1-Klasse der Langstrecken-WM kennt: Alle Motoren werden künstlich aneinander angeglichen, etwa durch unterschiedliche Benzinfluss-Beschränkungen.

Das würde natürlich die strauchelnde Ferrari-Mannschaft schneller wieder an die Spitze bringen, und Mercedes' Vorteil negieren. Doch gegen diese Idee läuft Mercedes Sturm. "Das wäre der Anfang vom Ende der Formel 1", schießt Toto Wolff den Vorschlag gegenüber Motorsport-Magazin.com ab.

"Etwas, was nicht funktioniert in anderen Serien. Und in einem Sport, der immer eine Leistungsgesellschaft war. So etwas einzuführen, würde die ganze DNS des Sportes untergraben." Deutlicher kann Wolff kaum werden. "Und das wäre dann der Zeitpunkt, wo wir dann alle dieses Thema ad acta legen würden."

Red Bulls Hoffnung, den Honda-Motor bis zum nächsten Reglementswechsel weiter zu verwenden, droht damit das Aus. Dem Team bliebe dann nur noch die Kunden-Option. Entweder man kauft bei Ferrari oder bei Renault ein. Von Mercedes gab es schon öffentlich eine Absage.


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