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Formel 1

Formel 1 Monza: Party Mode-Verbot amüsiert Lewis Hamilton nur

Im Lager der WM-Führenden Mercedes gibt es in Monza keine Angst vor neuen Motor-Regeln. Lewis Hamilton nur amüsiert von Red Bulls Polit-Spielchen und FIA.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der berüchtigte 'Party Mode' ist ab Monza Geschichte. Die FIA hat mit einer Technischen Direktive vor dem Italien-GP einen Wechsel des Motormodus im Qualifying und Rennen verboten. Damit dürfen die Formel-1-Teams den Motor im Qualifying und in besonderen Renn-Situationen nicht mehr bis zum Anschlag aufdrehen.

Mercedes gilt als das Team, das mit besonders guten Qualifying-Modi den größten Vorteil hatte - zugleich aber fühlen sich die Weltmeister motorentechnisch in Summe so stark, dass ihnen das Verbot keine Sorgen macht. Lewis Hamilton findet vor Monza eher die Motive hinter der Änderung faszinierend.

Hamilton: Von Red Bulls Aussagen amüsiert

"Ich finde es irgendwie amüsant, weil die FIA es damit erklärte, dass sie die Motornutzung von jedem besser kontrollieren wollte", meint Hamilton. Die FIA hatte die Einschränkung damit erklärt, dass Power Units der aktuellen Generation mittlerweile so komplex seien, dass Einschnitte bei den Motormodi bei der Überwachung der Legalität helfen würden.

"Und dann kommt Red Bull und sagt, sie wären es gewesen, die dafür eingetreten seien. Das ist ein komplett anderer Grund", nimmt Hamilton auf Kommentare aus dem Lager seiner WM-Gegner Bezug. So hatte Red Bulls Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko gegenüber Motorsport-Magazin.com letzte Woche angemerkt: "Legal war es schon. Aber es waren ja einige Kompromisse im Raum und der Quali-Modus war bei Mercedes so extrem, dass das schon wettbewerbsverzerrend ist."

"Man hatte die Begründung, dass die Kontrolle nicht mehr möglich war", ergänzte Marko - meinte aber auch, dass es Aufgabe der Regelhüter sei, den Wettbewerb fair und eng zu halten: "Das ist ein Eingriff, den wir mannigfach erlebt haben, als wir dominiert haben."

Hamilton: Red Bulls Eintreten am Ende ein Kompliment

"Am Ende des Tages ist es ein Kompliment", sieht Hamilton die von Red Bull erhoffte Einbremsung entspannt. "Hoffentlich nehmen es die Jungs in der Fabrik als Kompliment dafür, dass sie mit dem Motor so fantastische Arbeit geleistet haben."

Mercedes ist im Qualifying eine Macht - Foto: LAT Images

"Natürlich verlieren wir ein bisschen, aber es ist nicht das Ende", so Hamilton. "Jeder wird etwas verlieren, manche mehr als andere. Niemand weiß es so recht, aber für uns wird es denke ich kein Problem sein." Hat er selbst eine Meinung dazu? "Es macht mir nicht wirklich etwas aus. Beide Optionen nicht."

Hamilton mit weniger Arbeit im Cockpit

Allerhöchstens ist Hamilton bereit einzugestehen, dass es das Fahren einfacher macht - weil nichts mehr umgestellt werden muss. Wirklich beeindruckend ist diese Änderung aber für ihn nicht: "Ich persönlich mag es, wenn ich kontrollieren kann, wann ich das Leben des Motors nutze, wann ich rausnehme. Das war immer so eine Art Stärke von mir. Die Laufleistung über das Jahr zu sparen. Wenn sie das wegnehmen bedeutet das, dass wir uns weniger Sorgen machen müssen, auf irgendwas anderes umschalten zu müssen."

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Hamilton und Teamkollege Valtteri Bottas sind sich einig: Vielleicht wird Mercedes also in Summe ein bisschen langsamer im Qualifying, doch im Rennen werden sie schneller - wie schon Williams-Pilot George Russell am Donnerstag in Monza anmerkte.

"Das Team hat versucht, es zu maximieren", meint Bottas. "Mal schauen, wie es läuft. Aber es wird nicht viel ändern. Es ist einfach ein Strategie-Ding weniger, also ist schätze ich alles ein bisschen ausgeglichener."


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