Formel 1

Formel 1, Marko: Kvyat brachte sich mit cleverem Tipp zurück

Daniil Kvyat ist zurück in der Formel 1. Der Russe bekommt bei seinem alten Team Toro Rosso eine neue Chance. Helmut Marko verrät wie kurios es dazu kam.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Daniil Kvyat ist nach einem Jahr Zwangspause, einem Jahr als Simulatorfahrer von Ferrari, zurück als Stammfahrer in der Formel 1. Und das nicht irgendwo: Es ist ein Comeback in der Red-Bull-Familie. Am Samstag des Russland GP in Sotschi bestätigte Toro Rosso offiziell die Rückkehr des verlorenen Sohnes nach Faenza.

Wie es zu dazu kam war offenbar ziemlich kurios. Klar, Toro Rosso suchte verzweifelt nach Fahrern für 2019 - und sucht im Fall des zweiten Fahrers noch immer. Doch sofort klar war nicht, das Kvyat zurückgeholt wird. Vielmehr nahm der Russe selbst das Zepter in die Hand, spielte einen cleveren Schachzug, um sich zurück ins Spiel zu bringen, wie nun Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko verrät.

Marko: Schlauer Kvyat verriet mir Ricciardo-Wechsel

"Wir sind die ganze Zeit über in Kontakt geblieben. Er war ziemlich gut informiert, was Ricciardo machen wollte. Er wusste es (dessen Renault-Wechsel, Anm. d. Red.) bevor die meisten anderen Leute es wussten. Er hat einen schlauen Anruf getätigt noch bevor Ricciardo mich anrief", enthüllt Marko während des zweiten Trainings in Russland bei Sky Sports UK.

Heißt: Kvyat hatte offenbar nicht nur zu Marko, sondern auch seinem alten Teamkollegen Ricciardo noch guten Kontakt - und sah offenbar seine Chance gekommen als er von dem erfahren haben muss, das wieder ein Platz bei Red Bull frei wird. Dieses Cockpit erhielt allerdings recht schnell Pierre Gasly. Doch gab es somit eben die Vakanz bei Toro Rosso.

Marko: Kvyat hat mentale Probleme gelöst

Marko fiel die Wahl Kvyats daraufhin recht leicht. "Wir geben ihm eine dritte Chance, denn wir haben immer geglaubt, dass er sehr schnell ist. Und seine mentalen Probleme sind gelöst, denke ich. Er ist jetzt ein viel reiferer Fahrer und ich bin sicher, dass wir einige sehr positive Rennen von ihm sehen werden", so der Grazer.

"Daniil hat sich verändert. Er ist jetzt eine weitaus reifere Person. Er hat mit einem anderen Team gearbeitet, also hat er dort die ganze Atmosphäre gesehen und wie sie dort arbeiten. Und er hat auch herausgefunden, wie schwierig es ist, einen Platz in der Formel 1 zu bekommen. Er ging zu Ferrari und dachte vielleicht dort eine Chance auf ein Cockpit zu haben. Als er gemerkt hat, dass er nicht in Frage kommt, hat er immer intensiver mit uns gesprochen und ich bin sicher, dass wir wieder den wahren Kvyat sehen werden."

Wer wird Daniil Kvyats Teamkollege in Formel 1 2019

Doch wer wird nun dessen Teamkollege in der Formel 1 2019? Unzählige Namen geisterten bereits durch die Medien, von einem Verbleib Hartleys über Mercedes-Junioren wie den dort inzwischen geschiedenen Pascal Wehrlein bis zu Mick Schumacher. Auch Marko selbst hatte bereits mehrfach von einer langen Kandidatenliste gesprochen.

Der naheliegendste heißt jedoch noch immer Brendon Hartley, trotz einer alles andere als prickelnden Saison. Gegen Pierre Gasly setzt der Kiwi 2019 keinen Stich. Dennoch sei es noch nicht zu spät für Hartley, so Marko. Was er tun müsse? "Gasly schlagen. Es sind noch fünf oder sechs Rennen. Er weiß das", so die Anforderung.

Marko: Ocon nur, wenn alle Verträge mit Mercedes erlöschen

Anforderungen gibt es auch für einen Mercedes-Junior wie Esteban Ocon. "Wir haben ein Cockpit. Mercedes hat keinen Platz. Wenn er von allen Verträgen frei wäre, könnten wir es diskutieren. Und damit meine ich sämtliche Verträge", stellt Marko unmissverständlich klar. In Sachen Ocon stehen die Zeichen aktuell jedoch eher auf einer Funktion als Ersatzfahrer bei Force India 2019, um 2020 dann zurückzukehren. Damit könnte sich zumindest Toto Wolff anfreunden. Ein Freigabe wie bei Wehrlein hatte der Österreicher bereits ausgeschlossen.

Pascal Wehrleins Situation dagegen würde der Marko-Forderung entsprechen. Doch scheint der sich nach Informationen von Motorsport-Magazin.com nun bereits für ein Formel-E-Cockpit bei Mahindra entschieden haben. Ein Parallel-Cockpit in der Formel 1 muss das allerdings nicht ausschließen.


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