Tipp
Formel 1

Formel-1-Fahrerranking Monza: Hamilton macht Ferrari-Asse nass

Lewis Hamilton beweist in Monza seinen Siegeshunger. Respekt von MSM und Usern. Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen holen zumindest im Ranking Doppelpodium.

Motorsport-Magazin.com - Der Italien GP wird es definitiv in die engere Auswahl bei der Wahl zum spannendsten Rennen der Formel-1-Saison 2018 schaffen. In Monza erlebten wir einen nervenaufreibenden Thriller. Schon am Start gewann das Drama durch den Startunfall zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel richtig an Fahrt.

Es folgte Nervenkitzel pur, am Re-Start und im ersten Stint. Wie ein Schatten folgte und jagte Hamilton den an der Spitze verbliebenen Ferrari von Kimi Räikkönen. Mit einer genialen Strategie samt umstrittenen Taktiken seitens Mercedes, von Boxenstopp-Finten bis Bottas-Bremsklotz, ging es weiter. Und dann sorgte auch noch Max Verstappen für Unterhaltung gegen Bottas und am Funk ...

Fahrerranking Monza: Hamilton vor Räikkönen und Vettel

Faktoren für die Fahrerbewertungen gab es in Monza also jede Menge. Doch die Auslegung fällt häufig sehr unterschiedlich aus. Zwischen Leser und Redaktion von Motorsport-Magazin.com sind größere Meinungsverschiedenheiten ja nichts wirklich Neues, doch beim Italien GP geht es auch MSM-intern mal ziemlich abwechslungsreich zu.

Formel 1 2018: Top-Themen nach dem Italien GP: (10:53 Min.)

Lewis Hamilton macht am Ende aber alle nass. Genau wie im Rennen hat Ferrari keine Chance. Immerhin gelingt der Scuderia hier im Gesamtstand ein Doppelpodium beim Heimrennen - wenngleich der Sieg auch im Fahrerurteil eben keinem roten Racer vergönnt ist.

Hier das MSM- und User-Urteil zu allen 20 F1-Piloten - samt der bekannten Härtefälle.

Fahrerranking Monza 2018: Die MSM-Bewertungen

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Hamilton Hamilton Räikkönen
2 Perez Vettel Hamilton
3 Räikkönen Grosjean Verstappen
4 Grosjean Sainz Grosjean
5 Verstappen Perez Perez
6 Ocon Ocon Ocon
7 Vettel Stroll Stroll
8 Bottas Verstappen Sainz
9 Stroll Gasly Gasly
10 Gasly Leclerc Vettel
11 Sirotkin Sirotkin Sirotkin
12 Sainz Räikkönen Ricciardo
13 Leclerc Bottas Bottas
14 Vandoorne Ericsson Leclerc
15 Hülkenberg Vandoorne Ericsson
16 Ricciardo Hülkenberg Hülkenberg
17 Ericsson Alonso Vandoorne
18 Hartley Magnussen Magnussen
19 Magnussen Ricciardo Hartley
20 Alonso Hartley Alonso

F1-Fahrerranking Italien GP: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath

Positiver Härtefall: Sebastian Vettel
Klingt zwar komisch, ist aber so. Im Wesentlichen hat Vettel nur einen Fehler gemacht: Er war im Qualifying im entscheidenden Versuch zu langsam. Zuvor hatte er Kimi Räikkönen dermaßen im Griff, dem Finnen Angst und Bange werden sollte. Für den Kontakt mit Lewis Hamilton konnte Vettel nichts. Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Dass er sich mit einem zerstörten Auto vom Ende des Feldes noch auf Rang vier nach vorne fahren konnte, war stark. Am Ende fehlten ihm übrigens nicht einmal acht Sekunden auf Räikkönen. Das zeigt für mich übrigens auch, wie schlecht die Pace des Finnen war.

Negativer Härtefall: Valtteri Bottas
Lewis Hamilton fuhr ein unfassbares Rennwochenende, ja. Aber so groß darf der Rückstand auf den Teamkollegen schlichtweg nicht sein. In alle Sessions war Bottas deutlich unterlegen. Nach Spa war Monza nun schon der zweite komplette Blackout von Bottas.

Florian Becker

Positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Selten hat der amtierende Weltmeister sein Racerherz so zur Schau gestellt wie in Monza. Ferrari sah schon wie der sichere Sieger aus, doch Hamilton war im Wohnzimmer seiner Gegner auf einer Mission. Mit seinem WM-Rivalen machte er im Rennen gleich in der ersten Runde kurzen Prozess. Was danach folgte waren 45 Runden Dauerfeuer auf den Iceman. Er jagte den Finnen wie ein Besessener, obwohl dieser in der WM überhaupt keine Rolle spielt. Hamiltons Sieg über die Scuderia war ein Kraftakt und gleichzeitig eine Machtdemonstration, sowie eine beeindruckende Kostprobe seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten, die ihn auch dieses Jahr wieder zum Champion machen können.

Negativer Härtefall: Fernando Alonso
Dass Fernando Alonso es faustdick hinter den Ohren hat, wissen wir spätestens seit Ungarn 2007. Was der Mann mit dem Ruf als vielleicht komplettester Fahrer der letzten Dekade in Monza aufführte, war seiner alles andere als würdig. Im Qualifying ritt er aus purem Frust und Rachegelüsten eine harte Attacke gegen Kevin Magnussen, um diesem seinen letzten Run zu versauen. Im Rennen nahm er Pierre Gasly unter Beschuss und kollidierte mit dem Franzosen. Ohne Aussicht auf Punkte schien Alonso nichts Besseres zu tun zu haben, als seinen Gegnern in die Suppe zu spucken. Ein Verhalten, welches die Legende in ihren letzten paar Formel-1-Rennen eigentlich nicht nötig haben sollte.

Jonas Fehling

Positiver Härtefall: Kimi Räikkönen
Der Iceman hat in Monza endlich geschafft, woran er vor allem Anfang 2018 mehrfach gescheitert ist, und im Qualifying drei perfekte Sektoren zur Pole-Lap vereint. Genau dann zählt es, und verdient daher, nicht nur dank der neuen schnellsten Runde der F1-Geschichte, für mehr Anerkennung als jedes starke Training. Im Rennen zeigte Räikkönen am Start, dass er sich von Ferrari nicht nur Nummer zwei machen lässt, verteidigte seine Pole. Beim Re-Start bewies der Eismann zudem Feuer und Fighter-Spirit, konterte Hamiltons erfolgreiche Attacke. Bitter nur das Ende. Bis Runde 45 führte Räikkönen. Immer hauchdünn vor Hamilton, ja. Aber immer unter Kontrolle. Am Ende war der Iceman nichts als Opfer einer überlegenen und kompromisslosen Mercedes-Taktik.

Negativer Härtefall: Kevin Magnussen
Haas-Fahrer sind in dieser Rubrik von meiner Seite oft vertreten, doch ist es eher selten die dänische Variante. Beim Italien GP ist es anders. Man muss ganz klar festhalten: Romain Grosjean hatte Kevin Magnussen klar im Griff, ob im Qualifying oder Rennen. Doch nicht nur die Pace passte nicht bei K-Mag. Diesmal bewies er zudem seine Aggro-Ader nicht nur im Training, sondern auch in Sessions, in denen es Folgen hat. Erst durch ein unnötiges Duell mit Intimfeind Alonso das Qualifying ruiniert, dann das Rennen im Infight mit Sergio Perez durch die erste Lesmo.

Formel 1, Fahrerranking Monza 2018: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Hamilton 1,3 2 1,65
1 Räikkönen 5,3 1 3,15
3 Vettel 6,3 3 4,65
4 Verstappen 5,3 4 4,65
5 Grosjean 3,7 6 4,85
6 Ocon 6 9 7,5
7 Bottas 11,3 5 8,15
8 Perez 4 14 9
9 Stroll 7,7 11 9,35
10 Leclerc 12,3 8 10,15
11 Gasly 9,3 16 12,65
12 Hülkenberg 15,7 10 12,85
13 Alonso 19 7 13
14 Sainz 8 18 13
15 Ricciardo 15,7 12 13,85
16 Sirotkin 11 19 15
17 Hartley 19 13 16
18 Vandoorne 15,3 17 16,15
19 Magnussen 18,3 15 16,65
20 Ericsson 15,3 20 17,65

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Wie Mercedes Ferrari austrickste - Italien GP 2018 (Analyse): (21:32 Min.)

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. Doppelnennungen sind nicht erlaubt. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden.


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter