Der Rennsonntag am Sachsenring wurde für das deutsche Team von Liqui Moly Dynavolt Intact GP zum Motorradmärchen. Vor fast 99.000 Fans holte David Munoz für die Truppe den Moto3-Heimsieg im Deutschland-Grand-Prix. Teamkollege Guido Pini rundete das starke Mannschaftsergebnis mit einem siebten Platz ab.

David Munoz behält am Sachsenring die Nerven

Nachdem Munoz vor zwei Wochen in Assen den Sieg knapp verpasst hatte, ließ der 19-jährige Spanier diesmal nichts anbrennen. Vom vierten Startplatz aus zeigte Munoz bereits in der ersten Kurve ein beherztes Überholmanöver, das ihn direkt auf Position zwei katapultierte. Wenig später übernahm er die Führung und behauptete sich in einem hektischen 15-köpfigen Spitzenfeld.

Das Motorrad von David Munoz im Parc ferme
Munoz parkte das Intact-Bike auf Parkplatz 1, Foto: Intact GP/Ronny Lekl

Das Rennen wuchs zu einem wahren Krimi heran: In den letzten Runden spitzte sich der Kampf um den Sieg immer weiter zu. Munoz bog als Führender in die letzte Runde ein, musste jedoch kurz darauf Jose Antonio Rueda vorbeilassen. Doch Munoz konterte mit einem mutigen Angriff in der letzten Kurve und sicherte sich unter dem tosenden Applaus der Fans einen verdienten zweiten Saisonsieg - und damit auch den Sprung auf Rang fünf der WM-Gesamtwertung.

Trotz Schmerzen: David Munoz kämpft sich zum Sieg

"Heute ist ein sehr emotionaler Tag für mich, denn ich habe das Rennen beim Heim-Grand-Prix meines Teams gewonnen", freute sich Munoz, der am Samstag noch heftig in Kurve acht gestürzt war. "Während des Rennens hatte ich Schmerzen im Finger, aber Schritt für Schritt habe ich mich in die Lage versetzt, um in den letzten fünf Runden um den Sieg kämpfen zu können. Rueda ist ein sehr starker Fahrer, aber an diesem Wochenende war ich stärker als er. Ich bin also sehr zufrieden mit der Arbeit, die wir hier auf dem Sachsenring geleistet haben, und freue mich jetzt darauf, die Belohnung mit meinem Team zu feiern. Vielen Dank an alle, die dies möglich gemacht haben."

Stefan Keckeisen am Moto3-Podium
Teamchef Stefan Keckeisen strahlte vom Podium, Foto: Intact GP/Ronny Lekl

Auch Team-Manager Peter Öttl zeigte sich im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com höchst erfreut: "Es ist natürlich perfekt, wenn man das Heimrennen des Teams gewinnen kann - vor allem wenn der Eventsponsor auch noch Hauptsponsor des Teams ist. David hat das wirklich stark gemacht. Nach dem Sturz am Samstag waren wir nicht sicher, ob seine Fitness reichen würde, aber er ist ein richtiger Kämpfer. David hat mittlerweile auch seine sehr gute Strategie in den Rennen und hält sich aus vielen brenzligen Situationen heraus. Er setzt das super um und das stimmt uns zuversichtlich für die Zukunft."