Seit letztem Oktober läuft das "kleine" Comeback von Toyota in der Formel 1. Der japanische Automobil-Gigant hat sich in einer technischen Partnerschaft mit Haas arrangiert. Zwar mag das nicht in einem Toyota-Motor für Haas resultieren, aber es geht um viel mehr als bloß einen Sponsor-Aufkleber auf dem Auto. Das wird nun mit einem intensivierten Test-Programm untermauert. Auf der Toyota-Hausstrecke in Fuji.

Mit Toyotas Unterstützung hat Haas 2025 sowieso schon erstmals in der Geschichte des 2016 gegründeten Teams ein eigenes Test-Team aufgestellt. Schließlich sind Testfahrten in der Formel 1 in recht großzügigem Rahmen erlaubt, solange man dafür nur Autos nutzt, die mindestens zwei Jahre alt sind - sogenanntes " Testing of Previous Cars", kurz TPC. Vor der Toyota-Partnerschaft hatte Haas, das kleinste Team der Serie, dafür nicht genügend Mittel.

Das eigene TPC-Team ist wohl die bislang größte Auswirkung von Toyotas Einstieg. Teil der Vereinbarung ist, dass Haas zumindest bei Tests (und gelegentlich in Freien Trainings) auch Toyota-Werksfahrer ins Auto setzt. Zweimal saß Toyotas Hypercar-Pilot Ryo Hirakawa dieses Jahr schon in einem FP1 im aktuellen VF-25. In Mexiko und Abu Dhabi darf er noch einmal.

Haas-Test in Japan mit Toyota-Werksfahrer & in aller Öffentlichkeit

TPC-Tests sind aber natürlich viel umfangreicher, auch wenn sie im zwei Jahre alten VF-23 stattfinden. Hirakawa durfte bereits im April in Silverstone einen abspulen. Im Juni durfte der 38-jährige Kamui Kobayashi im französischen Paul Ricard ins Auto steigen. Kobayashi, aktuell Teammanager von Toyota in der WEC und gleichzeitig immer noch Fahrer, fuhr bis 2014 auch Formel 1 und holte das letzte Podium für Japan.

Toyota zurück in der Formel 1! ERKLÄRT: Was bedeutet das? (13:57 Min.)

In der Sommerpause wird das Haas-Test-Team nun zusammenpacken und zum berühmten Fuji Speedway reisen. Die Strecke gehört Toyota, die Formel 1 fuhr dort zuletzt 2008 einen Grand Prix. Es wird ein zweitägiger Test, vom 6. bis 7. August - in aller Öffentlichkeit, bestätigt Haas, an beiden Tagen dürfen Fans an die Strecke.

Haas-Ersatzfahrer Ryo Hirakawa in der Box
Ryo Hirakawa fuhr 2025 bereits im Haas Trainings, Foto: IMAGO / DeFodi Images

Hirakawa fährt den ersten Tag. Am zweiten Tag wird dann Sho Tsuboi sein Debüt in einem F1-Auto feiern. Der 30-jährige Tsuboi gewann im Vorjahr beide Topklassen des japanischen Motorsports. Sowohl die Sportwagen-Serie Super GT als auch die Super Formula.

Toyota-Ingenieure zu Gast bei Formel-1-Test in Fuji

Von Haas-Seite freute man sich zuletzt stets darüber, Hirakawa im Auto zu haben. Der 31-Jährige hat im Team bereits eine Reputation für exzellentes Feedback, selbst in einem so komprimierten Rahmen wie ein einzelnes Freitags-Training. Und von Toyota-Seite ist ganz klar der Wille da, mehr Personal F1-Erfahrung sammeln zu lassen. Nicht nur Fahrer.

"Die technische Partnerschaft haben wir mit dem Ziel gebildet, die drei essenziellen Elemente der Autoherstellung zu schärfen - 'People, Pipeline und Product'", unterstreicht Masaya Kaji, Direktor der Motorsport-Abteilung Toyota Gazoo Racing. "Dieser TPC ist Teil unserer Bemühungen in Sachen 'People', wo wir uns auf die Entwicklung personeller Ressourcen konzentrieren."

"Sho wird mit seiner Erfahrung als Super-Formula-Meister nicht nur seine eigenen Fähigkeiten weiterentwickeln, sondern auch wichtige Motivation für andere TGR-Piloten bereitstellen", meint Kaji und ergänzt: "Weiters werden Mechaniker und Ingenieure der Toyota Motor Corporation anwesend sein. Auch für sie ist es eine wertvolle Lernerfahrung. Die in der F1 benötigten Technologien und Skills aus der Nähe zu erfahren wird eine signifikante Erfahrung für ihr Wachstum sein."

"Wir glauben, dass die erlangten Erfahrungen an die nächste Generation weitergegeben werden, und so insgesamt Wettbewerb und Technologie-Niveau in der Motorsport-Industrie verbessern", schließt Kaji. Bislang bleibt die Haas-Partnerschaft bei diesem Informations-Austausch. Nach wie vor steht ein "richtiges" Comeback von Toyota als Motorhersteller nicht auf dem Plan. Wie Toyotas erster F1-Versuch lief, könnt ihr hier nachlesen: