Toyota kehrt mit Haas in die Königsklasse des Automobilsports zurück. Das gaben Haas und Toyota auf einer Pressekonferenz in Fuji bekannt. Demnach wird Toyota Gazzoo Racing der offizielle technische Partner des US-Teams. Schon in Austin wird das Toyota-Branding auf dem VF-24 zu sehen sein.

Toyotas letzter Besuch in der Formel 1 liegt mittlerweile 15 Jahre zurück. Damals endete das Engagement durch die Finanzkrise schnell und überraschend. Wir wagen einen Blick zurück auf ein sagenhaft teures Engagement, das nie von Erfolg gekrönt wurde.

Der Formel-1-Einstieg: Verspätet und teuer

Schon 1999 kündigte Toyota den Einstieg in die Königsklasse an. 2001 sollten erstmals Toyota-Boliden in der Formel 1 mitkämpfen, im Idealfall an der Spitze. Dafür griff Toyota äußerst tief in die Tasche. Gleich zwei Windkanäle entwickelten die Japaner in Köln-Marsdorf. Beide auf dem neuesten Stand der Technik. In Köln sollte eine der teuersten Anlagen und Teams in der Formel-1-Geschichte entstehen.

Dazu kam ein Testzentrum in Le Castellet, welches Toyota regelmäßig zum Testen nutzte. Damals waren Testfahrten noch unbegrenzt. Über 400 Millionen US-Dollar soll das Team damals jährlich ausgegeben haben. Trotzdem verzögerte sich der Einstieg um ein Jahr.

Der Grund laut Toyota: Der Reglementumschwung von V12 auf V10 Motoren im Jahr 2000. Zu diesem Zeitpunkt hatte Toyota allerdings schon V12-Motoren entwickelt.

Die schwierigen ersten Formel-1-Jahre

Und dennoch war der Formel-1-Einstand ein schwieriger. Toyota wurde vorletzter. Punktgleich mit dem Arrows, das auf dem letzten Platz rangierte. Viel weiter ging es in den nächsten Jahren trotz Mega-Budget nicht nach oben.

In den ersten Jahren lief bei Toyota noch nicht viel rund, Foto: Sutton
In den ersten Jahren lief bei Toyota noch nicht viel rund, Foto: Sutton

Position acht und 16 Punkte sollten bis 2004 das Maximum bleiben. Am Steuer saßen damals die wohl heute vielen unbekannten Christiano da Matta und Olivier Panis. Die kurzzeitige Wende sollte 2005 folgen. Durch die Ankunft von Ralf Schumacher, Jarno Trulli und Gustav Brunner als neuem technischem Direktor.

2005: Das kurze Toyota Hoch

2005 schien sich das große Budget und die vielen neuen Verpflichtungen auch auf der Strecke bezahlt zu machen. Toyota schnellte auf den vierten Rang in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft vor. Satte 88 Punkte fuhren Ralf Schumacher und Jarno Trulli ein.

Ralf Schumacher stand 2005 für Toyota auf dem Podium, Foto: Sutton
Ralf Schumacher stand 2005 für Toyota auf dem Podium, Foto: Sutton

Die Kosten stiegen weiter in die Höhe. Insgesamt waren 950 Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt bei Toyota angestellt. Damit war Toyota nicht mehr weit von Riesen wie McLaren oder Ferrari entfernt.

Doch die von vielen antizipierte Weiterentwicklung blieb aus. Toyota fiel 2006 wieder auf Konstrukteurs-Rang sechs zurück. Mit 35 Punkten holten die Japaner nicht einmal die Hälfte der vorherigen Punkte.

2007 wurde es wieder Rang sieben. Diesmal allerdings nur noch mit 13 Punkten. Weniger als die Japaner in ihrer zweiten Saison 2003 geholt hatten. Dennoch glaubten die Japaner noch an ihr Projekt. Doch der Weltfinanzmarkt sollte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Ein teuer bezahlter Formel-1-Ausstieg

Zunächst lief es 2008 und 2009 wieder besser. 2008 und 2009 kämpfte sich Toyota wieder auf Position fünf in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. Mit 59 Punkten holte Toyota seit 2005 wieder die meisten Punkte. Doch das gesamte Projekt war mittlerweile immens teuer. Eine Budgetobergrenze war damals noch ein großes Fremdwort.

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Währenddessen steckte die Welt seit 2008 in einer großen Finanzkrise, die 2009 ihren Höhepunkt erreichte. Viele Hersteller verließen die Formel 1, darunter auch Honda. Doch bei Toyota war öffentlich kein Ausstieg geplant.

Zumindest bis zum 04. November 2009. Konzernchef Akio Toyoda gab den sofortigen Ausstieg des Teams bekannt. Teamchef Tadashi Yamashina liefen dabei Tränen aus den Augen. Der Ausstieg kam wohl auch für die eigenen Mitarbeiter unerwartet.

Doch da gab es ein Problem: Toyota hatte bereits das neue Concorde Agreement unterzeichnet und sich somit an die Formel 1 gebunden. Entsprechend teuer ließ sich der damalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone den Vertragsbruch vergüten. 30 Millionen Euro zahlte Toyota.

Die Anlage in Köln wird bis heute benutzt, Foto: LAT Images
Die Anlage in Köln wird bis heute benutzt, Foto: LAT Images

Von 950 Mitarbeitern blieben nur 174. Von Formel 1 wechselte man zu Dienstleistungen. Sowohl für den eigenen Mutterkonzern als auch für andere Unternehmen. Dazu kehrte Toyota 2012 nach Le Mans zurück. Das erhöhte die Mitarbeiterzahl wieder etwas. Doch an die einst knapp 1000 kam Köln-Marsdorf nie wieder heran.