Audi übernimmt Sauber, Cadillac steigt mit eigenem Team ein und Ford kehrt als Motorenpartner von Red Bull Powertrains in die Formel 1 zurück. Und was ist mit Toyota? Wagen die Japaner nach 2009 eine Rückkehr in die Königsklasse? Die Tatsache, dass Toyota 2026 zusätzlich zur technischen Partnerschaft auch als Titelsponsor von Haas fungieren wird, hat die Gerüchte definitiv angeheizt.
Im Fahrerlager geht so mancher davon aus, dass Toyotas Titelsponsoring der nächste Schritt in Richtung F1-Comeback ist. Offiziell bezeichnet Ayao Komatsu den Deal lediglich als "Erweiterung". Besser gesagt handelt es sich beim künftigen Toyota Gazoo Racing Haas F1 Team nicht um eine reine Marketingangelegenheit wie bei anderen Titelsponsoren, sondern um eine Erweiterung der bereits vorhandenen technischen Partnerschaft.
Toyota-Sponsoring mit dem Ziel, Haas konkurrenzfähig zu machen
"Das Ziel von Toyota ist nicht das Branding, sondern dieses Team konkurrenzfähig zu machen. Diese Titelpartnerschaft stellt den nächsten Schritt dar und wird das Ganze natürlich beschleunigen", erklärte der Haas-Teamchef. Dass das TGR Haas F1 Team bis 2028 von einem Ferrari-Motor angetrieben wird, soll für beide Seiten kein Problem darstellen.
"Das Fundament unserer Existenz ist Ferrari – ohne Ferrari wären wir nicht hier. Aber es gibt bestimmte Bereiche, in denen uns Ferrari helfen kann und andere, bei denen Ferrari uns laut Reglement nicht helfen kann, weil sie unsere Konkurrenten sind", sagte Komatsu. Im Klartext heißt das: Haas kauft weiterhin alles, was das Reglement hergibt (Motor, Getriebe, Radaufhängung und Hydraulik) in Maranello. Noch nutzt der Rennstall auch den Windkanal und Simulator in Maranello, doch im Verlauf von 2026 will Haas seinen eigenen Simulator - gebaut mit Toyota-Know-how - am britischen Standort in Banbury in Betrieb nehmen.
Was will der Formel-1-Zwerg Haas mit dem Automobil-Riesen Toyota und umgekehrt? Und warum Ferrari die Konstellation hochkomplex macht, gibt es hier zu lesen:
Was die Nutzung des Toyota-Windkanals in Köln angeht, erklärte Komatsu: "Wenn es ein Projekt gibt, das davon profitieren kann, dann werden wir den Windkanal natürlich nutzen. Aber nur weil es den Windkanal in Köln gibt, heißt das nicht, dass wir ihn automatisch nutzen werden." Der Deal mit dem Automobil-Riesen bedeutet für das kleinste Team der Formel 1 vor allem eine Aufstockung der Ressourcen.
Toyota-Piloten im Haas? Nur wenn sie Talent haben!
Aktuell beschäftigt Haas 380 Mitarbeiter. Als Komatsu die Nachfolge von Günther Steiner antrat, waren es noch 230. "Die Zahl der Mitarbeiter ist immer noch kritisch, vor allem mit Blick auf die Bewältigung des neuen Reglements 2026. Es wird definitiv schwierig werden, aber das ist für uns nichts Neues. Die Zusammenarbeit mit Toyota und Titan sind wichtige Fortschritte, aber es wird sich nichts über Nacht verändern. Wir müssen einfach Schritt für Schritt weitermachen", so Komatsu.
Ein wichtiger Schritt war die Einführung eines von Toyota finanzierten TPC-Programms. In der Saison 2025 spulte Haas insgesamt 14 Testtage mit dem zwei Jahren alten Haas VF-23 ab. Am Steuer saßen unter anderem die Toyota-Schützlinge Ryō Hirakawa, Ritomo Miyat und Sho Tsuboi. "Dass wir jetzt diese Möglichkeit haben, ist großartig. Eventuell stehen nächstes Jahr sogar 20 TPC-Tage an, aber definitiv wird das Programm viel strukturierter und ausgereifter durchgeführt werden", sagte Komatsu.
Angesichts dessen, dass Toyota viele Fahrer in der Super Formula und im GT-Rennsport hat, könnte es durchaus sein, dass einer von ihnen 2027 im Haas-Cockpit sitzt. Wenn dem so ist, dann hat das laut Komatsu aber nichts mit Geld, sondern allein mit Talent zu tun. "Jeder, der in unseren Rennwagen steigt, muss in Bezug auf die Performance die beste Wahl für das Team sein. Selbst wenn Akyo [Toyota-Aufsichtsratsvorsitzender Akyo Toyoda; Anm. der Red.] vorschlagen würde, einen japanischen Fahrer aus seiner Akademie ins Cockpit zu setzen, wäre es absurd dies zu tun, wenn er nicht gut genug ist."
"Die Leute würden dann sagen: "Oh, Toyota kauft sich mit Geld ein Cockpit. Aber das ist nicht das, was Akyo macht und es ist auch nicht das, was wir tun. Wir wählen die Fahrer allein aufgrund ihrer Leistung aus", stellte Komatsu klar. 2026 sitzen erneut Oliver Bearman und Esteban Ocon im Haas-Cockpit. Beide haben mehrjährige Verträge unterschrieben, die genaue Laufzeit ist nicht bekannt.
Beim Pirell-Test nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi lief es für Haas alles andere als rund. Ryo Hirakawa kollidierte nach einem Dreher in Kurve 1 mit der Tec-Pro-Barriere, der Run von Oliver Bearman wurde von einem Hybrid-Defekt beendet. Mehr zum Test gibt's hier.



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