Die Formel 1 fuhr heute ihren letzten Tag des Jahres 2025 mit dem alljährlichen Rookie- und Reifentest in Abu Dhabi. Das Programm war dabei so aufgestellt wie jedes Jahr, indem jedes Team zwei Autos der abgelaufenen Saison zum Einsatz brachte. Eines davon besetzt von einem Rookie, das andere mit einem Stamm- oder Testpiloten, der die Pirelli-Reifen für 2026 testete.

Der Test ging über eine Dauer von acht Stunden. Um die 2026er-Bedingungen bestmöglich simulieren zu können, setzten die Formel-1-Teams ihr Stammfahrer-Auto in Form eines Mule-Cars ein. Also Autos aus der F1-Saison 2025, die umgebaut wurden, um besser die Bedingungen der 26er-Boliden abzubilden. Ferrari und Mercedes fuhren mit eigens konstruierten verstellbaren Frontflügeln an ihren Testträgern, während für alle anderen Testträger aus Vergleichszwecken eine Tempo-Beschränkung auf 300 Km/h galt. Ein vorgeschriebener Runplan galt jedoch nicht. Bei den Rookies hatten die Teams theoretisch freie Hand, sie wurden jedoch auch mit geringerem Downforce ausgestattet, rausgeschickt.

Mit Genehmigung der FIA testeten auch schon einige Teams neue Felgen aus, wobei die Felgendimensionen, die sich ja für das kommende Jahr ändern (mehr dazu hier) schon bei allen verändert waren. Die weiteren Änderungen fielen per Reglement nur minimal aus, nur die Bodenfreiheit musste aufgrund des kleineren Durchmessers komplett neu eingestellt werden.

Wie üblich bei diesen F1-Testfahrten ist das Resultat nur zweitrangig, auch wenn die Teams natürlich nur ungern Unfälle oder Defekte sehen. Zu einem Einschlag kam es aber dann trotzdem, sowie zu zwei Defekten. Mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle.

Formel-1-Test in Abu Dhabi: Rookies geben den Ton an

Das Ergebnis: Die Spitze des Feldes führte ein Quintett von Rookie-Fahrern an. Jak Crawford (Aston Martin) sorgte etwas mehr als eine Stunde vor dem Ablauf der Zeit mit einer Rundenzeit von 1:23,766 für die schnellste Runde des Tages. Paul Aron im Sauber reihte sich mit 0,081 Sekunden Rückstand dahinter ein, ebenfalls dicht gefolgt von Luke Browning (Williams).

Dahinter öffneten sich etwas größere Lücken. Zunächst zu Frederik Vesti im Mercedes, der acht Zehntelsekunden Rückstand aufwies. Ayumu Iwasa (Red Bull) beendete den Tag als Fünfter. Kimi Antonelli war der schnellste aktuelle Formel-1-Fahrer in einem Testträger. Er reihte sich auf Rang 6 ein, und verlor dabei auf seiner schnellsten Runde etwa 1,4 Sekunden auf Crawford.

Der Italiener fuhr mit 157 Umläufen um die 5,281 Kilometer lange Strecke auch die meisten Runden des Tages. Hinter ihm reihte sich Pato O'Ward (McLaren) ein, gefolgt von Ryo Hirakawa (Haas), Dino Beganovic (Ferrari) und Oscar Piastri, der genauso wie Formel-1-Weltmeister Lando Norris den Test nach der anstrengenden Saison noch mitgenommen hatte, was nicht bei allen Stammpiloten der Fall war. Norris hatte allerdings noch nicht die Startnummer 1 an seinem Auto.Hier das komplette Ergebnis:

Formel 1 Reifentest in Abu Dhabi: Das Ergebnis

P.Nr.FahrerTeamAutoZeitRückstandRunden
135J. CRAWFORDAston Martin20251:23.766119
297P. ARONSauber20251:23.847+0.081126
346L. BROWNINGWilliams20251:23.920+0.154129
472F. VESTIMercedes20251:24.568+0.802145
537A. IWASARed Bull20251:24.925+1.159121
612K. ANTONELLIMercedes26-T1:25.170+1.404157
789P. O'WARDMcLaren20251:25.418+1.652127
850R. HIRAKAWAHaas20251:25.463+1.697121
938D. BEGANOVICFerrari20251:25.720+1.954122
1081O. PIASTRIMcLaren26-T1:26.099+2.33385
1144L. HAMILTONFerrari26-T1:26.138+2.37273
124L. NORRISMcLaren26-T1:26.142+2.37671
1323A. ALBONWilliams26-T1:26.289+2.52392
1416C. LECLERCFerrari26-T1:26.417+2.65175
1555C. SAINZWilliams26-T1:26.454+2.68876
1630L. LAWSONRacing Bulls26-T1:26.505+2.739141
1741A. LINDBLADRacing Bulls20261:26.519+2.753139
185G. BORTOLETOSauber26-T1:26.767+3.00178
1927N. HULKENBERGSauber26-T1:27.004+3.23876
2010P. GASLYAlpine26-T1:27.433+3.667144
216I. HADJARRed Bull26-T1:27.515+3.749111
2262K. MAINIAlpine20251:27.544+3.778128
2334S. VANDOORNEAston Martin26-T1:27.743+3.977108
2487O. BEARMANHaas26-T1:27.827+4.06180
2531E. OCONHaas26-T1:31.407+7.6414

Die Zwischenfälle: Für den einzigen Unfall des Testtages sorgte nach etwas mehr als zwei Stunden Ryo Hirakawa im Haas. Der Le-Mans-Sieger von 2022 kollidierte nach einem Dreher in Kurve 1 mit der Tec-Pro-Barriere und sorgte damit für eine 17 Minuten andauernde Unterbrechung. Haas benötigte 58 Minuten, ehe der Japaner wieder rausfahren konnte.

Ryo Hirakawa crasht im Test bei der Formel 1 in Abu Dhabi
Der verunfallte Haas von Ryo Hirakawa, Foto: IMAGO / Eibner

Bei Haas lief auch der weitere Tag nicht nach Plan. Nach der Mittagspause fuhr Esteban Ocon, der sich mit Oliver Bearman abgewechselt hatte, nur vier Runden, ehe er mit einem technischen Problem an der Box abstellen musste. Offenbar handelte es sich dabei um einen Hybrid-Defekt, denn Haas sperrte den Wagen mit einem Hybrid-Absperrband ab, das normalerweise zur Anwendung kommt, wenn das Auto unter elektrischer Spannung steht oder man dies jedenfalls befürchtet. Anschließend wurden auch Sichtschutzwände in Stellung gebracht. Der Arbeitstag für Ocon war damit beendet.

Aus noch nicht bekannten Gründen stellte auch Stoffel Vandoorne, der für Aston Martin den Testträger pilotierte, die gesamte zweite Stunde in der Garage.