Formel 1

Formel 1, Vettel: Konnte Crash mit Hamilton nicht verhindern

Sebastian Vettel landete nach einem Kontakt mit Lewis Hamilton in Monza nur auf Rang vier. Wer war schuld am Unfall? Vettel sagt: Ich nicht.
von Christian Menath

Es hätte für Sebastian Vettel der lang ersehnte Ferrari-Triumph in Monza werden können. Doch auch 2018 hat es nicht sollen sein. Eine Kollision mit Lewis Hamilton in der ersten Runde brachte Vettel um alle Siegchancen. Am Ende stand mit Rang vier immerhin noch Schadensbegrenzung.

Am Start sah es eigentlich noch gut für Vettel aus. In Kurve eins versuchte der viermalige Formel-1-Weltmeister außen an Teamkollege Kimi Räikkönen vorbeizugehen und die Führung zu übernehmen. "Aber Kimi hat dann die Bremse gelöst und seine Position verteidigt", erklärt Vettel. "Das ist völlig legitim, aber deshalb musste ich etwas ausweichen."

Von nun an ging es für Vettel nur mehr darum, sich gegen Lewis Hamilton von hinten zu verteidigen. Durch Räikkönens Verteidigungsmanöver war der Ferrari-Pilot aber leicht im Nachteil, weil er nicht auf der perfekten Linie war, um aus der Schikane herauszubeschleunigen.

Räikkönen bringt Vettel in die Bredouille

"Doch ich bin überraschend gut herausgekommen", erklärt Vettel. So gut, dass er in Curva Grande wieder im Windschatten von Räikkönen fuhr und in Variante della Roggia fast den nächsten Angriff startete.

Doch Räikkönen ging nach innen, um seine Position zu verteidigen. "Auch das ist völlig legitim", stellt Vettel klar. Bitter war es aber dennoch für ihn. Weil sich Vettel selbst gegen Hamilton verteidigen musste, ging Vettel ebenfalls nach innen.

Hamilton ging außen an Vettel vorbei und der Ferrari untersteuerte in den Mercedes hinein. Vettel beschädigte sich dabei sein Auto, drehte sich und musste das Rennen von hinten wieder aufnehmen, während Hamilton ohne Probleme auf Rang zwei weiterfahren konnte.

"Ich konnte nichts mehr machen, denn ich war eingekeilt. Lewis hatte offenbar mehr Grip, weil er kein Auto vor sich hatte. Ich hatte in diesem Moment Kimi vor mir und habe deshalb Abtrieb verloren", erklärte Vettel. "Lewis hätte mir mehr Platz lassen können."

Doch auf eindeutige Schuldzuweisungen verzichtet Vettel: "Es war unglücklich, sagen wir es so." So sahen es offenbar auch die Stewards, die auf Rennunfall entschieden. Vettel geht d'accord: "Ich bin generell kein Fan davon, dass man immer jemanden bestrafen muss, so etwas passiert leider. Heute hat es mich leider getroffen, aber ich bin kein Fan von Entscheidungen am grünen Tisch."

Vettel: Hätte auch Hamilton drehen können

"Wenn ich ihn am Hinterreifen treffe, dann dreht er sich, dann gibt es einen anderen Ausgang. Schade, dass es diesen Ausgang genommen hat, aber man kann es nicht mehr ändern", so Vettel.

Vettel musste nach dem Rempler zum Flügelwechsel an die Boxengasse. "Ich sah auf den Bildschirmen, dass mein Flügel kaputt war", verriet Vettel. Glück im Unglück: Wegen eines anderen Unfalls schickte die Rennleitung das Safety Car raus. Somit war Vettel zwar am Ende des Feldes, aber immerhin ohne Rückstand.

Mit frischen Soft-Reifen ausgestattet, hätte Vettel das Rennen theoretisch zu Ende fahren könne. Doch der Deutsche entschied sich für einen zusätzlichen Stopp. "Weil die vielen Zweikämpfen nicht unbedingt gut für die Reifen sind", erklärte er. Theoretisch hätte er beim Wechsel in der ersten Runde auch auf Medium statt Soft gehen können. "Aber da es am Freitag regnete und die Zeit limitiert war, hatten wir keinerlei Erfahrung darauf."

Vettel Ferrari trug erheblichen Schaden vom Kontakt mit Hamilton davon - Foto: LAT Images

Dank der Fünf-Sekunden-Strafe für Max Verstappen erbte Vettel am Ende immerhin noch Platz vier. "Der Speed war dann in Ordnung, dafür dass die halbe Kiste kaputt war", urteilt Vettel. "Ich hatte einen kleinen Kontakt gemerkt und gespürt, dass etwas kaputt ging, aber ich habe mich mit der Zeit darauf eingestellt. Als ich aus dem Auto ausgestiegen bin, habe ich gesehen, dass der ganze Seitenkasten ab war und der halbe Unterboden."

Hamilton überholt Räikkönen: Vettel enttäuscht

Letztendlich musste sich Vettel nicht nur über das eigene Pech, sondern auch noch über den Rennausgang an der Spitze ärgern. Dass Teamkollege Räikkönen die Führung an Hamilton abgab, kostete Vettel zusätzliche Punkte im WM-Kampf. "Ich sah es am TV und war ziemlich enttäuscht, als er überholt wurde. Ich glaube, er hatte aber einfach nicht die Pace."


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