Formel 1

Gasly nach Monza-Crash sauer: Alonso mag Honda-Fahrer nicht

Nach Kollision mit Fernando Alonso beim Formel-1-Rennen in Monza ist Pierre Gasly angefressen: Alonso sei unfair, zu aggressiv - und mag Honda-Fahrer nicht.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Vor dem Formel-1-GP von Monza rechneten sich sowohl Pierre Gasly als auch Fernando Alonso zumindest Chancen auf Punkte aus. Allerdings kamen beide nicht weit: Sie kollidierten beim Neustart des Rennens nach der Safety-Car-Phase.

Alonso versuchte sich sofort bei der Einfahrt in die erste Schikane innen an Gasly vorbei zu bremsen, nachdem er einen guten Start und guten Windschatten erwischt hatte. Mit leicht stehendem rechten Vorderrad kam er neben Gasly in der ersten Rechtskurve an, dann rutschte er etwas weit.

Gasly ging vor der Linkskurve der Platz aus, er musste innen über den hohen Kerb ausweichen. Danach versuchte Gasly schnell zurück auf die Strecke zu kommen. Er und Alonso fuhren nebeneinander aus der Schikane heraus, und berührten sich noch einmal. Gasly erklärt nach dem Rennen, dass sein Toro Rosso nach dem Zwischenfall am Unterboden beschädigt war.

Gasly wütend auf Alonso: Hat keinen Platz gelassen

Aus Gaslys Sicht war der Zwischenfall in Monza klar die Schuld von Alonso. "Wir kamen nach dem Safety Car in Kurve eins an, ich war außen, und er hat mich komplett von der Strecke geschoben", sagt ein genervter Gasly nach dem Rennen. "Ich versuchte, so gut wie möglich auf der Strecke zu bleiben, aber er ließ keinen Platz. Also musste ich über den Kerb springen, dann hat er mich berührt und die ganze rechte Seite meines Unterbodens beschädigt."

Gasly und Alonso kurz vor der Kollision am Ausgang der ersten Schikane in Monza - Foto: Sutton

Gasly und Alonso fuhren danach am Ende der Top 10 weiter um die letzten Punkte, bis sie von der schnelleren Konkurrenz eingeholt und überholt wurden. Gasly kam nur auf Platz 14 ins Ziel, der beschädigte Unterboden soll dabei laut ihm eine große Rolle gespielt haben: "Von da an, von Runde acht oder so, war mein Auto komplett hinüber und ich bin überall nur gerutscht."

Gasly holt gegen Alonso aus: Weiß, dass er keine Honda-Fahrer mag

In Interviews nach dem Monza-GP zeigte sich Gasly alles andere als beeindruckt von Alonsos aggressiver Fahrweise: "Ich glaube, sein Ausblick ist etwas anders, weil er weiß, dass er im nächsten Jahr nicht mehr in der Formel 1 fahren wird. Sieht so aus als ob er noch aggressiver ist als zuvor." Gasly beschreibt das Manöver als unfair, weil Alonso ihm keinen Platz gelassen habe.

Dann legt Gasly noch einmal nach, und bringt seinen Honda-Motor ins Spiel. Jenen Motor, über den Alonso die letzten Jahre geflucht hat. Im Heck von Toro Rosso läuft der Honda-Motor 2018 aber solide, ein klarer Aufwärts-Trend ist zu erkennen. "Ich weiß, dass er uns nicht mag, weil wir den Honda-Motor haben, aber egal", so Gasly. "Ich bin nicht der Typ, um aus so was eine große Geschichte zu machen. Wenn ich ihm etwas zu sagen habe, dann sage ich es ihm persönlich."

Rennleiter Charlie Whiting meint zum Zwischenfall nur: "Darauf wurden wir überhaupt nicht aufmerksam gemacht." Gasly ist am Wochenende in Monza schon der zweite Formel-1-Fahrer, der sich laut über Alonsos Fahrstil beschwert. Kevin Magnussen teilte nach dem Qualifying aus und verkündete, dass er Alonsos Formel-1-Ausstieg am Saisonende gar nicht mehr erwarten könne.

Gasly, Alonso bleiben in Monza punktelos

Gasly beendete den Italien-GP deutlich abgeschlagen auf dem 14. Platz. An die Punkteränge kam er nach seinem guten Qualifying nicht mehr heran, und er konnte weder mit dem Sauber von Leclerc noch mit den beiden Williams-Piloten vor ihm mithalten. Sein Rennen endete mit einem Kampf gegen Vandoorne, Hülkenberg und Ericsson um Platz 12.

Formel 1 2018: Top-Themen nach dem Italien GP: (10:53 Min.)

Gasly geriet außerdem ein paar Runden nach dem Alonso-Zwischenfall auch mit Daniel Ricciardo aneinander - Ricciardo bremste sich spät in Kurve 1 innen rein und berührte Gaslys rechte Fahrzeugseite. Diese Kollision nahm Gasly deutlich lockerer: "So etwas passiert. Mein Auto war da ohnehin schon komplett hinüber. Geholfen hat es nicht, aber es war nicht so schlimm."

Alonso erwischte es noch schlimmer. Er musste nach neun Runden seinen McLaren abstellen. Das scheint aber keine Auswirkung vom Zwischenfall mit Gasly gewesen zu sein. "Vom Start weg hatten wir Fehlzündungen in den Kurven 7 und 8, am Ende hat sich das Auto abgeschaltet und wir rollten an die Box", berichtete Alonso noch während dem Rennen bei Fernseh-Interviews. Zum Zwischenfall mit Gasly gab es von ihm keine Stellungnahme.


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