Formel 1

Formel 1 Monza: Kimi Räikkönen holt Ferrari-Pole in Italien

Kimi Räikkönen startet beim Italien GP in Monza sensationell von Pole. Im Qualifying knackt der Iceman heute im letzten Moment Sebastian Vettel und Hamilton
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Kimi Räikkönen startet den Italien GP der Formel 1 in Monza 2018 von der Pole Position. Im Qualifying in Monza setzte sich der Finne mit einem neuen Streckenrekord von 1:19.119 Minuten in der letzten Sekunde vor Sebastian Vettel (+ 0,161 Sek.) und Lewis Hamilton (+ 0,175 Sek.) durch. Damit holte der Iceman Ferrari die für die Tifosi so wichtige Pole beim Heimrennen.

Mick Schumacher überreicht Räikkönen Pole-Pokal

Kimi und Mick - Foto: Sutton

Für Kimi Räikkönen ist es die erste Pole Position seit dem Monaco GP 2018, die zweite nach 2006 in Monza und die 18. seiner Formel-1-Karriere. Starkes Bild: Den 2018 obligatorischen Pirelli-Miniaturreifen überreichte dem Iceman niemand anderes als Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher. Kurz zuvor sorgte schon Räikkönens Frau Minttu in der Garage für einen emotionalen Moment. Tränen über Tränen.

Ganz andere Stimmung beim anderen Ferrari-Piloten: "Wir sprechen später", funkte Vettel an Ferrari. Hintergrund ist, dass Räikkönen, nicht er, teamintern Windschatten erhielt. Genau anders herum löste es Mercedes.

Lewis Hamilton im ersten Schuss noch vorne

Im ersten Shootout im Q3 hatte noch Lewis Hamilton mit einer 1:19.390 Minuten geführt und damit die Ferrari gekontert. Erst hatte Sebastian Vettel in 1:19.497 Minuten die Spitze übernommen, dann Kimi Räikkönen in 1:19.459 Minuten gekontert. Alle drei Fahrer waren damit bereits schneller als Juan Montoya bisheriger Streckenrekord aus 2004 von 1:19.525 Minuten. Valtteri Bottas wusste diese Pace nicht mitzugehen, lag fast sechs Zehntel zurück. Max Verstappen fehlte im Red Bull das Doppelte.

Am Ende lag hinter den drei Top-Leuten weiter Bottas mit gut eine halben Sekunde Rückstand. Verstappen fehlte jetzt sogar das Dreifache. Das reichte immerhin, um Romain Grosjean, Carlos Sainz, Esteban Ocon, Pierre Gasly und Lance Stroll auf die Plätze zu verweisen. Nico Hülkenberg fuhr wegen seiner Strafversetzung wie Daniel Ricciardo in Q2 keine Zeit und wurde 14.

Formel 1 Monza: Das sagen Räikkönen, Vettel & Hamilton zum Qualifying

Kimi Räikkönen: Es ist toll für morgen, aber nur die halbe Miete. Es gibt keinen tolleren Ort, als die Pole zu holen hier bei unserem Heimrennen vor den Tifosi. Wenn alles optimal läuft, sind wir morgen in der gleichen Position. Die Leute unterstützen uns wahnsinnig und ich hoffe, sie haben morgen Ähnliches zu feiern.

Sebastian Vettel: Fantastisch, diese Unterstützung durch die Fans hier zu sehen. Ein gutes Ergebnis für das Team. Ich bin natürlich nicht ganz happy mit meinem letzten Versuch. Da war Kimi einfach zu schnell. In Monza war es einfach eine bessere Situation für ihn (der Windschatte, Anm. d. Red.), aber meine letzte Runde war auch nicht gut. Toll aber, beide Autos in der ersten Reihe zu haben.

Lewis Hamilton: Die haben heute einfach einen sehr soliden Job gezeigt. Es war unglaublich eng zwischen uns, wir haben alles gegeben, aber sie hatten heute und das ganze Wochenende die Oberhand. Jeder im Team arbeitet aber so Art er kann, um den Unterschied auszumachen.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Räikkönen, Vettel, Hamilton, Bottas, Verstappen

Q2 in Monza: Vettel kontert trotz Fehler Hamilton-Hammer

Das war Q2: Kracher von Lewis Hamilton gleich zu Beginn: 1:19.798 Minuten! Damit fehlten keine drei Zehntel mehr zum 14 Jahre alten Streckenrekord von Juan Pablo Montoya. Doch Sebastian Vettel konterte. Trotz eines kostspieligen Fehlers in der Parabolica schob sich der Ferrari um 13 Tausendstel an die Spitze. Kimi Räikkönen fehlten bereits 0,447 Sekunden. Valtteri Bottas weitere zwei Zehntel, den Red Bull doppelt so viel.

Kurz vor Schluss wurde es sogar noch schneller. Beim letzten Einschießen für das Finale in Q3 schraubte Vettel die Bestmarke sogar auf 1:19.629 Minuten. Damit fehlten nur noch 0,104 Sekunden auf den Montoya-Rekord. Hauch Räikkönen (+ 0,169 Sek.) legte nach, blieb aber knapp hinter Hamilton (+ 0,217 Sek.). Verstappen schob sich mit Respektrückstand von sieben Zehntel vor Bottas. Alle Fahrer erreichten Q3 mit Supersoft, starten also alle auf den gleichen Reifen.

Alonso vs. KMAG - Foto: Sutton

Best oft he Rest wurde Romain Grosjean. Dem Haas auf P6 fehlten aber stramme 1,6 Sekunden zur Spitze. Esteban Ocon, Lance Stroll (!) zum ersten Mal 2018, Carlos Sainz und Pierre Gasly erreichten ebenfalls Q3. Kevin Magnussen - wieder knapp, zwei Tausendstel -, Sergey Sirotkin, Fernando Alonso, Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo schieden aus. Die beiden Letzteren erzielten wegen ihrer Strafversetzungen erst gar keine Zeit. Alonso regte sich unterdessen über Magnussen auf. "Er wollte Rennen fahren", funkte der Spanier zwischen verärgert und amüsiert. Der Vorfall in Kurve eins wird untersucht.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Magnussen Ausgang zweiter Schikane leicht im Kies, Bottas auf dem Weg zum Wiegen mit halbem Dreher am Boxeneingang (Pfütze), Magnussen & Alonso in erster Schikane mit gegenseitiger Behinderung - Untersuchung nach der Session
ausgeschieden: Magnussen, Sirotkin, Alonso, Hülkenberg, Ricciardo
Top-5: Vettel, Hamilton, Räikkönen, Verstappen, Bottas

Q1 in Monza: Ferrari toppt feuchten Auftakt, Tausendstelkrimi um Q2-Einzug

Das war Q1: Ferrari eröffnete das erste Qualifying mit den ersten Topzeiten. Kimi Räikkönen führte mit einer 1:20.937 Minuten vor Sebastian Vettel. Dann schien Mercedes zu kontern: Lewis Hamilton lag auf Bestzeit-Kurs, büßte im letzten Sektor jedoch ein. Anders Vettel, der bei einem weiteren Versuch noch auf denselben Supersofts nachlegte, sich in 1:20.758 Minuten vor seinen Teamkollegen schob.

Der Iceman setzte seinerseits zum Konter an, blieb nur vier Hundertstel hinter Vettel. Der Deutsche gab aber nochmals Gas und sorgte mit 1:20.542 für die finale Bestzeit in Q1 - 0,180 Sekunden vor Räikkönen. Auch Hamilton gaste nochmal an, kam aber weder an Räikkönen vorbei, noch sonderlich nahe an die Spitze (+ 0,268 Sek.).

Daniel Ricciardo, Valtteri Bottas und Max Verstappen auf den Plätzen fehlten bereits mehr als sieben Zehntel. Esteban Ocon, Carlos Sainz, Kevin Magnussen und Nico Hülkenberg komplettierten die Top-10. Drama um den Q2 Einzug: Charles Leclerc verpasste die zweite Session nach einem Fahrfehler in einer Lesmo um zwei Tausendstel, Sergio Perez sogar nur um eine. Das entspricht in Monza sieben Zentimetern. Knapp weiter rettete sich so Romain Grosjean.

Brendon Hartley, Marcus Ericsson und Stoffel Vandoorne schieden ebenfalls aus. Zum ersten Mal schaffte es somit Williams mit beiden Autos in Q2.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Magnussen in der ersten Schikane im Notausgang
ausgeschieden: Perez, Leclerc, Hartley, Ericsson, Vandoorne
Top-5: Vettel, Räikkönen, Hamilton, Ricciardo, Bottas

Das Wetter: Unmittelbar vor dem Qualifying hatte es in Monza erneut heftig geregnet, allerdings früh genug wieder aufgehört, sodass die Fahrer trotz noch leicht feuchter Strecke mit Slicks in das Zeittraining starteten. 20 Grad Celsius betrug die Außentemperatur, 28 die Asphalttemperatur. Allerdings drohte permanent neues Übel von oben. Dunkle Regenwolken sorgten für eine dramatische Kulisse in Monza. Auch im Rennen? Hier der Wetterbericht:

Die Strafen: Daniel Ricciardo und Nico Hülkenberg werden wegen vollständiger Motorenwechsel über dem erlaubten Limit an das Ende der Startaufstellung versetzt, Marcus Ericsson um zehn Plätze, weil Sauber einzig einen vierten Verbrennungsmotor einbaute. Alle Details hier im Überblick:


Weitere Inhalte:
Wir suchen Mitarbeiter