Formel 1

Vandoorne: Norris schneller? Gebt mir erstmal Auto, das fährt

Für McLaren geht zum Start der Formel-1-Abschiedstournee Fernando Alonsos in Spa wie vor der Sommerpause wieder nichts. Stoffel Vandoorne richtig stinkig.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Für Fernando Alonso beginnt die Abschiedstournee in seiner Formel-1-Karriere mit einem weiteren völlig enttäuschenden Tag auf der Strecke in seinem McLaren MCL33. Im Training zum Belgien GP in Spa geht es für das Team aus Woking genauso weiter wie vor der Sommerpause: es läuft so gar nicht. Eher sogar noch schlechter.

Stoffel Vandoorne beendet beide Sessions auf dem letzten Platz, Alonso fährt im ersten Training nicht einmal, stattdessen darf McLaren-Nachwuchspilot Lando Norris zum ersten Mal am Rennwochenende ran. Das britische Talent kommt jedoch ebenfalls auf keinen grünen Zweig, muss sich mit P18 begnügen. Kaum besser macht es Alonso selbst, am Nachmittag zurück im Cockpit - P16. Der Rückstand auf Force India, Renault und Sauber? Erschütternd.

Vandoorne genervt von McLaren: Wieder nur Probleme

Dementsprechend getrübt die Stimmung bei den Fahrern nach dem Auftakt zur Formel-1-Rückrunde 2018. "Wieder ein Tag voller Probleme, nicht der ideale Start in das Wochenende mit den Bremsproblemen zu Beginn des ersten Trainings. Dann hatten wir auch noch ein paar Baustellen beim Motor und konnte kaum Runden fahren. Im zweiten Training ging es dann gleich mit weiteren Problemen weiter", ächzt Vandoorne. "Ein ziemlich frustrierender Tag für mich heute, besonders bei meinem Heimrennen zu dem ich mit so viel positiver Energie komme", klagt der Belgier nach nur 13 Runden am Vormittag.

"Was soll ich noch sagen? Wir hatten so viele Probleme. Bremsen und Motor im ersten Training, dann dasselbe im zweiten. Ich hatte nur einen Run, der mehr oder weniger ein bisschen repräsentativ war. Ich hoffe einfach, morgen einen normalen Tag zu bekommen. Heute fühlte es sich nicht an, als hätte ich gearbeitet", poltert Vandoorne, ohnehin schon nicht gerade gut drauf, geistern seit Donnertag Gerüchte, schon in Monza könne er durch eine Fahrerrochade in der F1 sein McLaren-Cockpit verlieren.

Vandoorne: Norris-Vergleich? Gebt mir erstmal ein Auto, das fährt

Noch dazu der Norris-Einsatz am Freitag. Was dahinter steckt, weiß Vandoorne genau: "Sie wollen einfach einen Vergleich zwischen uns. Aber sie sollten uns erst einmal ein Auto geben, das auch auf der Strecke fahren kann, bevor sie wirklich vergleichen." Er mache seinen Job jedenfalls gut genug, betont der Wackelkandidat erneut. "Das Team erwartet von mir, dass ich performe und ich denke, dass ich das in den letzten Rennen habe!" Norris sieht das mit dem Vergleich etwas anders. "Ich weiß jetzt, wo ich verglichen mit Stoffel und Fernando stehe", so der Brite. "Ich denke, ich habe das Maximum aus meiner Chance gemacht."

Was jedoch nicht für das Team gelte, schiebt Vandoorne ziemlich kritisch nach. "Die Performance war heute definitiv nicht da, uns fehlt jede Menge Pace! Wir brauchen dieses Wochenende ein Wunder, um noch irgendeine Art von gutem Ergebnis herauszuquetschen", poltert er. "Aber ich denke, es wird keine Wunder geben. Uns fehlt als Team einfach Konkurrenzfähigkeit, da ist noch viel Arbeit zu tun. Das einzige, das uns noch irgendwie etwas nach vorne bringen könnte, ist Regen oder irgendwelche kniffligen Bedingungen. Sonst ist schwer vorstellbar, dass wir nach vorne kommen."

Fernadno Alonso: McLaren in allen Sektoren zu schlecht

Wohl nur etwas angenehmer, weil nicht unter Druck, die Wortwahl Alonsos. "Es war okay. Ich habe das erste Training verpasst, aber das war kein großer Verlust. Ich fühlte mich trotzdem sofort wohl mit dem Auto und der Strecke. Das war in Ordnung", sagt der Spanier. Aber auch nur das, wie Alonso dann doch gestehen muss. "Uns fehlt dieses Wochenende bisher einfach Performance. Daran müssen wir hart arbeiten und gleich einige Zehntel für morgen finden wenn wir im Kampf dabei sein wollen. Das Ziel bleiben Punkte am Sonntag und wir wissen wie wichtig ein gutes Qualifying morgen dafür ist."

Leicht werde das jedoch nicht. Es gebe nämlich weitaus mehr als eine Wurzel des ganzen Übels. "In allen drei Sektoren ist es ähnlich für uns. Es ist nicht nur ein Teil der Strecke. Das macht es nur noch schwieriger, denn du musst mit vielen verschiedenen Problemen klarkommen", schildert der zweifache Formel-1-Weltmeister.

"Aber wir haben ein paar Ideen und versuchen morgen etwas besser zu sein und Sonntag noch besser", hofft Alonso. "Es ist mehr oder weniger, wo wir in den letzten vier, fünf Grands Prix waren. Freitags haben wir zu kämpfen und im Qualfiying geht es für uns nur um den Einzug ins Q2. Es sieht samstags also ziemlich pessimistisch aus und sonntags sind wir dann vielleicht achte Kraft."


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