Formel 1

Fernando Alonso: McLaren wegen Red Bulls F1-Sieg unter Druck

Fernando Alonso sieht McLaren als großen Gewinner das Malaysia GP der Formel 1. Nicht nur wegen der eigenen Pace, sondern Red Bulls Sieg mit Renault.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Red Bull hieß der große Gewinner des Malaysia GP. Während Ferrari beim Rennen der Formel 1 in Sepang mit der Technik, Mercedes mit der Pace kämpfte, siegte Max Verstappen im Duell mit Lewis Hamilton aus eigener Kraft. Doch noch jemand sieht sich als Sieger: Fernando Alonso und McLaren.

Ausgerechnet Fernando Alonso, möchte man meinen. Immerhin reichte es für den Spanier in Malaysia nach einem insgesamt sehr durchwachsenen Wochenende nur zum elften Platz - während Teamkollege Stoffel Vandoorne als Siebter die McLaren-Kohlen aus dem Feuer holte, Alonso im WM-Klassement sogar überholte.

Was genau meint Alonso also überhaupt? "Wir haben in Monza, einer Power-Strecke, eine sehr gute Performance von Red Bull gesehen. Eine Performance, mit der wir ziemlich happy waren. Aber Malaysia war ein weiterer Schritt nach vorne, sie haben die Mercedes ohne Regen geschlagen, ohne eine andere Strategie, ohne irgendetwas. Das war gut", schildert Alonso im Vorfeld des Japan GP in Suzuka.

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Hintergrund der großen Freude für ein anderes Team: Nicht etwa Missgunst für Ferrari, wie etwa Sebastian Vettel nach der Alonso-Hürde beim Überrunden in Sepang meinte. Sondern eine große eigene Hoffnung für die Zukunft: Immerhin fährt auch McLaren ab 2018 wie Red Bull mit Renault-Motoren statt Honda-Power.

Davon verspricht sich Alonso, die von allen in Kürze erwartete Vertragsverlängerung mit McLaren vorausgesetzt, einen großen Performance-Sprung für McLaren. Der wiederum sei jedoch eine gewaltige Herausforderung. "Gleichzeitig setzt das McLaren unter Druck, dass Red Bull gerade ziemlich effizient ist und auch recht stark auf Chassis-Seite", sagt Alonso.

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Immerhin brüstet sich das Team seit Beginn der Misserfolgsära mit Honda damit, zumindest eines der besten - wenn nicht das beste - Chassis der ganze Formel 1 gefertigt zu haben. Genau das wird McLaren mit besserer Power 2018 beweisen müssen. "Wir müssen sicherstellen, dass wir unseren Job auf Chassis-Seite machen, denn der Motor kann Siege liefern wie Red Bull beweist", sagt Alonso. "Wir müssen diese Performance mit dem Chassis auch schaffen und das ist eine Herausforderung."

Vandoorne/Alonso/Brown: McLaren wird 2018 Red Bull fordern

Der Schwere der Aufgabe für McLaren bewusst ist sich Alonso-Teamkollege Stoffel Vandoorne ganz genauso. "Das ist positiv! Es zeigt, dass es möglich ist mit einem Renault-betriebenen Auto ein Rennen zu gewinnen", kommentiert der Belgier in Suzuka den Red-Bull-Sieg in Malaysia. "Ob wir das auch können, müssen wir noch abwarten. Aber es ist vielversprechend."

Läuft es 2018 also hinaus auf ein großes Kräftemessen der Renault-Kunden? Das erwartet jedenfalls McLarens Geschäftsführer Zak Brown. "Ich denke, wir werden nächstes großartige Rennen mit Red Bull haben. Sie sind ein großartiges Team, haben großartige Fahrer, ausgezeichnete Techniker, welche die Power Unit verstehen. Aber ich denke, wir können hart gegen sie Rennen fahren", sagte Brown bereits kurz nach Bekanntgabe des Renault-Deals im September.

Sorgen um Renault selbst macht sich der Amerikaner nicht. "Wir werden ein Werksteam sein. Ich denke nicht, dass einen Unterschied geben wird, was im Heck des Renault, Red Bull oder McLaren sein wird. Unterschiede zwischen Werks- und Kundenmotoren gibt es glaube ich nicht - zumindest nicht in der Welt von Renault", sagte Brown.

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Entsprechend nahm der McLaren-Boss den Mund ähnlich voll wie einst Ron Dennis als der die neue Honda-Ära verbal mit geplanter "Zukunftsdominanz" einläutete. "Ich wäre froh, wenn wir sechs Rennen gewinnen", kündigte Brown an. "Renault hat viele Rennen gewonnen, wir kennen ihre Pläne und vertrauen darauf. Man kann es so sehen, dass Renault der drittbeste Motor ist, aber sie gewinnen immer noch Rennen und sind nicht weit weg."

Doch muss McLaren dazu noch immer Red Bull schlagen. Für Fernando Alonso jedoch ein durchaus mögliches Ziel. Ein Ziel, das für ein Team wie McLaren auch möglich sein müsse. Ein Duell mit Red Bull sei demnach sowieso klar. Alonso: "Ich denke, dass die Herausforderung eher sein wird: Wie kann McLaren vorne sein? McLaren sollte niemals besorgt sein, es mit irgendeinem Team aufzunehmen, denn McLaren sollte jedes andere Team schlagen."


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