Thailand, Argentinien, Austin, Katar, Jerez und Le Mans. Sechs Mal in Folge musste sich Alex Marquez zum Start der MotoGP-Saison 2025 in einem Sprint jeweils nur Bruder Marc geschlagen geben. Der ältere Marquez-Bruder gewann alle Sprints - bis zum Samstag in Silverstone. Dort wendete sich das Blatt erstmals zugunsten von Alex Marquez, obwohl es wenige Stunden zuvor noch überhaupt nicht danach ausgesehen hatte.
Kann teuer werden! Alex Marquez schäumt nach FP2-Crash
Im 2. Freien Training stürzte Alex Marquez nämlich schon nach rund neun Minuten heftig, flog per Highsider am Ausgang der berüchtigten Stowe-Kurve T15 ab. Ein Crash, der das Wochenende des Gresini-Piloten mit etwas mehr Pech auch schon vorzeitig hätte beenden können. "Heute Morgen war ich sehr sauer auf mich selbst", gestand Marquez am Abend in seiner Medienrunde daher auch selbst. "So viel Risiko zu gehen, war zu diesem Zeitpunkt völlig unnötig. Das sind Stürze, die in der Weltmeisterschaft teuer werden können. Ich muss mich da besser kontrollieren", lautete die eindeutige Erkenntnis.
Der 29-jährige Spanier habe sich daraufhin erstmal wieder beruhigen müssen. Das Gute: Den nötigen Speed für Topresultate hatte er mit Bestzeit am Freitag schon angedeutet. Dadurch schnell wieder im Konzentrationsmodus angelagt, musste sich Marquez im Qualifying einzig Fabio Quartararo geschlagen geben. Knapp drei Zehntel fehlten zur Pole Position. Ein kleiner Wehrmutstropfen, der allerdings nicht lange verweilen sollte.
Gleich zu Beginn der zweiten Runde passierte Alex Marquez im Sprint Quartararo nämlich auf der Start-Ziel-Geraden und fand sich nur drei Kurven später in Führung wieder, nachdem Bruder Marc an gleicher Stelle weitgegangen war. Eine Einladung der Startnummer 93, die Alex Marquez nicht ausschlug. Er gab den ersten Platz nicht mehr ab, geriet sogar nie wirklich in Gefahr und fuhr in der Schlussphase noch 3,5 Sekunden Vorsprung heraus. "Ich habe mich wirklich gut gefühlt. Ich wollte einfach nur meine Pace halten und keine Fehler machen", strahlte er.
Erster Sieg gegen Bruder Marc: Alex will Schwächephasen nutzen
Für Marquez war es nicht nur der erste Sprintsieg seit Sepang 2023, sondern auch der erste Sieg im direkten Duell mit Bruder Marc in der laufenden Saison. Ein besonders wichtiger Erfolg für den aktuellen WM-Zweiten also? "Nicht wirklich", wollte sich der Gresini-Pilot zunächst nicht zu sehr abfeiern. Schließlich hatte Marc Marquez keinen problemfreien Samstag erwischt. "Ich wusste schon, dass es heute passieren könnte. Ich weiß aber auch, dass er uns auf einigen Strecken - oder besser gesagt: auf der Mehrheit der Strecken - wieder einen Schritt voraus sein wird", urteilte Alex daher pessimistisch.
Anschließend erkannte die Startnummer 73 aber doch noch, dass der erste Sieg im Brüderduell vielleicht doch nicht ganz so unbeudetend war. "Es war wichtig, dass wir gezeigt haben, dass wir es umsetzen können, wenn wir solche Möglichkeiten bekommen", realisierte Marquez und meinte daraufhin: "Tage wie heute können uns in der Weltmeisterschaft am Leben erhalten. Es ist wichtig, in solchen Momenten da zu sein und seinen Vorsprung auch mal aus eigener Kraft auf der Strecke zu verkleinern, nicht nur durch Stürze von ihm."
Kampfansage für Großbritannien-GP: Alex Marquez will nächsten Sieg!
19 Punkte liegt Alex in der Fahrer-WM nun noch hinter Marc Marquez zurück. Ein Sieg im Großbritannien-GP (Start 14 Uhr MEZ) könnte ihn noch näher heranbringen - und der Gresini-Pilot zeigt sich mit dem Rückenwind vom Samstag ungewohnt angriffslustig. "Ich bin oftmals zu euch [ins Media Center, Anm.] gekommen und habe euch gesagt, dass morgen Platz zwei für mich das Maximum sein wird. Aber nicht heute. Morgen wird das Maximum für mich Platz eins sein", schickt der 29-Jährige eine klare Botschaft in Richtung des Ducati-Werksteams.



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