Es kracht bei KTM! Während die finanzielle Krise dank einer 600-Millionen-Euro-Spritze vom indischen Partnerunternehmen Bajaj unter der Woche wohl endlich überwunden werden konnte, erreicht die sportliche Talfahrt im MotoGP-Jahr 2025 in Silverstone fast mit jeder Session ein tieferes Tief. Bereits am Freitag hatte Pedro Acosta geschäumt, nachdem sich im Training keine KTM RC16 vorzeitig für das Q2 qualifizieren konnte. "Wir sind einfach nicht gut genug", bilanzierte er frustiert. Wie der Youngster aus Mazarron knapp 24 Stunden später auf die nächste Klatsche reagieren sollte, ahnte zu diesem Zeitpunkt aber noch niemand.
Auch im Qualifying sollte es nämlich kein KTM-Pilot mehr in Q2 schaffen, womit die Orangenen erstmals seit dem Indien-GP 2023 geschlossen in Q1 ausschieden. Acosta selbst erzielte mit Platz 14 noch das beste Resultat, seine Markenkollegen landeten auf den Startplätzen 17, 18 und 19. Wer einige Stunden später im Sprint mit einer großen Aufholjagd der Österreicher rechnete, wurde enttäuscht. Einzig Acosta schaffte es noch in die Punkteränge, kam aber auch nur als Achter und happige 9,186 Sekunden hinter Sieger Alex Marquez ins Ziel. Wie schon am Freitag und am Samstagvormittag war KTM damit der schlechteste der fünf MotoGP-Hersteller.
Pedro Acosta frustriert: Das ist nicht, was ich mir von meiner Karriere erhoffe!
"Wir hätten nicht mehr tun können", gab Acosta in seiner Medienrunde daraufhin sichtlich angefressen zu Protokoll. "Es ist schon ziemlich frustrierend, wenn du nicht die nötigen Werkzeuge hast, um mitzumischen. Es ist schwer, wenn du nicht einmal kämpfen kannst. Okay, in diesem Rennen konnten wir kämpfen, aber nur um einen Punkt. Das ist lächerlich", nahm er auch im Anschluss kein Blatt vor den Mund und kommentierte zum Abschluss sarkastisch: "Immerhin ein gutes Comeback!"
Dass Acosta im Silverstone-Sprint keinen Spaß hatte, war offensichtlich. "Von Platz 14 zu starten und als Achter ins Ziel zu kommen, ist für mich nicht genug. Das ist nicht das, was ich mir von meiner Karriere erhoffe und nicht das, wofür ich arbeite", wurde der 20-Jährige Spanier im Anschluss sogar noch deutlicher. Seine klare Botschaft an Arbeitgeber KTM: "Es braucht einen großen Fortschritt von uns allen und zwar schnell, sehr schnell!"

Den Wechselgerüchten um seine Person hat Acosta damit gewiss keinen Abrieb getan. "Ich werde dieses und nächstes Jahr so weitermachen", schob er einem Abgang schon mit Ende der laufenden Saison zwar (vorerst) einen Riegel vor, doch die KTM-Sorgen dürften nicht gerade kleiner werden: "Ich komme nicht hierher, um einfach nur ein paar Runden zu drehen. Ich bin hier, um zu kämpfen und mich mit den Besten zu messen. Es ist hart so Rennen zu fahren, wenn du keine Werkzeuge hast, um etwas auszurichten."
Pedro Acosta: Vertrauen in KTM ungebrochen - aber wie lange noch?
Wie viel Vertrauen Acosta noch in KTM habe, das Ruder herumzureißen? "Sehr viel", stellt die Startnummer 37 klar und meint: "Diese Jungs sind verdammte Gewinner. In der MotoGP fehlt uns aus irgendwelchen Gründen noch etwas, aber die Typen wissen schon, wie man Weltmeisterschaft und die härtesten Rennen dieser Welt gewinnt. Früher oder später werden wir diesen Schritt [auch in der MotoGP, Anm.] machen."
Die große Frage lautet nur: Wird Acosta dann noch bei KTM sein? "Ich will diesen Schritt schnellstmöglich", wird das 20-jährige Toptalent erneut deutlich. Wo sein Arbeitgeber ansetzen müsse? "Das ist eine Entscheidung der Fabrik", antwortet der zweimalige Weltmeister schmalllippig. Der Geduldsfaden scheint kurz vor dem Riss: "Ich habe nicht genug Erfahrung um ihnen zu sagen, was sie zu tun haben. Ich konzentriere mich auf das, was ich tun und entscheiden kann."
Speziell das vorletzte Wort birgt natürlich immense Brisanz. Was denkt ihr: Hat Pedro Acosta bereits genug gesehen und wird nun einen Wechsel forcieren? Wenn ja: Erst zur Saison 2027 oder doch schon für 2026? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!



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