Die MotoGP-Saison von Fabio Quartararo gleicht derzeit einer Achterbahnfahrt. Pole Position in Jerez, dann Sturz im Sprint und Podium im Grand Prix. Die nächste Pole Position in Le Mans, Rückfall im Sprint und dann das Sturzdrama im chaotischen Grand Prix vor Heimpublikum samt kurioser 10-Minuten-Strafe. So lautete die Bilanz der letzten Wochen und so ging es am Samstag auch in Silverstone ungebrochen weiter.
Am Vormittag sicherte sich Quartararo zunächst die FP2-Bestzeit und stürmte dann im Qualifying zu seiner dritten Pole Position in Serie, die er sogar mit beachtlichen drei Zehnteln Vorsprung auf Alex Marquez einfuhr. Die Welt hätte kaum besser aussehen können, denn mit Alex Rins und Jack Miller hatten es auch zwei andere Yamaha-Piloten ins Q2 geschafft. Knapp drei Stunden später dann aber der erneute Rückschritt. Chancenlos gegen die Konkurrenz wurde Quartararo im Sprint durchgereicht, kam zur Verwunderung vieler nur als Siebter mit 7,231 Sekunden Rückstand ins Ziel.
MotoGP rätselt: Wo war die Yamaha-Pace im Silverstone-Sprint?
"Ich hätte gedacht, dass Quartararo in den ersten Runden etwas stärker sein würde", gab etwa Sprintsieger Alex Marquez in seiner Medienrunde zu Protokoll. Und darauf angesprochen stimmte auch der Yamaha-Pilot selbst ein: "Ich habe auch damit gerechnet, schneller zu sein. Aber offenbar war der Grip für uns heute Nachmittag viel zu schlecht. Wir konnten nicht schnell sein, hatten sehr viele Vibrationen. Es gab eine große Differenz zwischen meinem Gefühl am Vormittag und am Nachmittag. Das ist nicht das erste Mal, wir müssen das jetzt verstehen."
Verglichen mit FP2 und Qualifying kletterten die Temperaturen in Silverstone zum Sprint am Nachmittag minimal von 17 auf 18 Grad in der Luft und von 23 auf 28 Grad am Asphalt. Offenbar genug, um die Yamaha-Pace völlig zu vernichten. "Wenn es eine kleine Veränderung beim Gripniveau gibt, spüren wir das zehnmal so stark wie alle anderen", klagte Quartararo und musste anerkennen: "Unsere Pace im Sprint war verdammt langsam, wir konnten keinen Grip generieren. Nach der ersten Runde hat mich Alex Marquez überholt, bevor wir die Ziellinie erreicht hatten."
Ein Symbolbild für den fehlenden Vortrieb der YZR-M1. Die Ziellinie folgt auf dem Silverstone Circuit nämlich nur wenige Meter nach dem Ausgang der letzten Kurve, womit ein Überholmanöver ohne groben Schnitzer des Vorausfahrenden so früh auf der Start-Ziel-Geraden eigentlich nicht möglich sein sollte. Alex Marquez schaffte es dennoch. "Ich bin ja nicht dumm. Ich weiß schon, wie ich ein Motorrad fahren muss. Trotzdem in so einer Position überholt zu werden, ist frustrierend", gab 'El Diablo' daher angefressen zu.
Fabio Quartararo bedient: Wenig Hoffnung für Großbritannien-GP!
Am Sonntag erneut auf der Pole Position stehend, sollten sich Yamaha-Fans wohl keine allzu großen Hoffnungen auf eine Wiederholung des Jerez-Podiums machen. Vielmehr droht im Großbritannien-Grand-Prix (Start 14 Uhr MEZ) die nächste Schlappe für Quartararo und Co.: "Wir können nicht wirklich optimistisch sein für morgen. Wir fahren nach der Moto2 und mit dem Medium-Reifen, da wird der Grip noch schlechter sein. Aber wir werden natürlich wie immer trotzdem unser Bestes geben."
Einen noch viel schlimmeren Samstag als Quartararo erlebte in Silverstone Pedro Acosta. Der KTM-Youngster schimpfte gnadenlos auf seinen Arbeitgeber ein. Was er genau bemängelte, könnt ihr hier nachlesen:



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